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Eine Brücke und ihre Bedeutung Wo immer eine Brücke gebaut wird, dient diese dazu Verbindungen herzustellen, Wege zu ebnen, Verständigungen zu erleichtern und Kontakte zu knüpfen. Um diesen Aufgaben auch gewachsen zu sein, braucht die Brücke tragende Pfeiler und muss stabil konstruiert sein, um all den Anforderungen gewachsen zu sein. Sie muss Schwankungen verkraften können und ihre Aufgabe, ein verbindendes Glied zu sein, muss neben jeder ästhetischen Aufgabe ihr eigentliches Ziel bleiben. Die Probleme in unserer multikulturellen Welt haben uns inspiriert, das Bild der Brücke zu verinnerlichen. Die Tatsache, dass inzwischen nicht nur viele Türken in deutschsprachigen Ländern leben, sondern auch viele Deutschsprachige in der Türkei, war Anlass genug, hier für die Verständigung untereinander, für den Austausch von Gemeinsamkeiten und Erfahrungen einzutreten, ein Bindeglied zwischen Ländern, Menschen, Kulturen und Sprachen entstehen zu lassen. Diese Organisation nennt sich nach diesen ursprünglichen Ideen: Die Brücke. Die ersten und tragenden Pfeiler wurden Ende 1989 gesetzt. Im Mai 1992 waren die Gründungsarbeiten abgeschlossen und unser Verein wurde im türkischen Vereinsregister unter dem Namen DIE BRÜCKE e.V. (Deutscher Kultur- und Wohltätigkeitsverein) eingetragen. Der Verein hat seinen Sitz in Istanbul, die Fördermitglieder sind jedoch in der ganzen Türkei und auch in Deutschland, Österreich und in der Schweiz ansässig. Unsere Zielgruppen sind:
Die Brücke dient als Plattform für alle Deutschsprachigen, die aus beruflichen oder privaten Gründen eine Verbindung zur Türkei haben. Der Verein ist weiterhin eine Querverbindung zwischen den Mitgliedern untereinander und den verschiedenen Institutionen wie konsularische Vertretungen, Ämter und Schulen. Gleichzeitig verstehen wir uns als Ansprechpartner und Ratgeber. Unsere Ziele
Erste Erfahrungen Schon nach den ersten gemeinsamen Treffen wurde den Urhebern der Idee klar, dass die Ausländerbestimmungen in der Türkei in keinerlei Einklang mit der Gesetzgebung für Türken in Europa, insbesondere in Deutschland stehen, dass die Anzahl der binationalen Ehen jedes Jahr steigt und ein Ausländerzufluss sowohl durch Ehen als auch durch die Globalisierung in der Wirtschaft nicht aufzuhalten ist. Die aufenthalts- und arbeitsrechtlichen Bestimmungen in ihrer Form dienen für die Ausländer in der Türkei sicher nicht für ausreichenden Schutz der Familie und bieten einem Geschäftsmann, der in der Türkei Geschäfte abwickeln möchte, nicht die notwendige Sicherheit. Vordergründig sehen wir jedoch die Schwierigkeiten, die das Leben eines ausländischen Ehepartners beeinflussen. Wir fühlten uns gezwungen, eine offizielle Stelle einzurichten, um auch in diesen Belangen tätig werden zu können. Informatives Seit 1990 erstellen wir ein monatliches Mitteilungsblatt, den ‚INFOBRIEF’, und versenden diesen derzeit an ca. 700 Interessenten, die in erster Linie in Istanbul, aber auch in der ganzen Türkei und im Ausland leben, sowie an offizielle Institutionen beider Länder. Wichtige Gesetzesänderungen, Anschriften und interessante Neuigkeiten sind hier zu finden. Sozial-Karitatives Wir setzen uns für die Unterstützung von karitativen Projekten ein, insbesondere die Betreuung von sozialen Härtefällen. Dies gilt vorrangig z.B. für Deutschsprachige, die durch ihnen nicht bekannte Verordnungen und Gesetze ihre Staatsangehörigkeit verloren, die durch ihr Schicksal alleine blieben, die nie im Besitz einer Arbeitsgenehmigung waren, ohne soziale Sicherheit ihr Leben fristen und denen im Falle einer Krankheit keinerlei Hoffnung für ihre Zukunft bleibt. Gesetzesgrundlagen Unser Hauptanliegen ist und bleibt jedoch vor allem die Verbesserung der rechtlichen Situation von Ausländern in der Türkei, insbesondere die von Ehepartnern türkischer Staatsangehöriger. Wir unterliegen den restriktiven Bestimmungen des hiesigen Ausländerrechts Nr. 5683 vom 15.07.1950 und leiden unter den großen Unannehmlichkeiten, die oft daraus für uns entstehen. Der türkische Staat setzt voraus, dass Europäer in der Türkei gar keine Probleme haben. Um so trauriger für uns, die wir unter dem Unwissen und der Gleichgültigkeit der Behörden bzgl. der türkischen Ausländergesetzgebung zu leiden haben. Wir alle wisssen, dass der türkische Staat, die türkische Botschaft, die konsularischen Vertretungen und nicht zuletzt die verschiedenen Zivilvereinigungen in Deutschland zusammengefunden haben, um ihren Landsleuten in Deutschland eine ihrem Status angemessene Lebensqualität ermöglichen zu können. Nur so kam es zu einer Verbesserung der aufenthalts- und arbeitsrechtlichen Situation der türkischen Bevölkerung in Deutschland. Unsere Probleme sind in erster Linie:
In der Türkei hat sich eine deutsche Kolonie gebildet und wir glauben, es ist an der Zeit, dass die türkische Regierung auf uns aufmerksam wird. Gerade zu einem Zeitpunkt wo die Türkei auf die Erfüllung der Aufnahmebedingungen in die EG hin arbeitet und Gesetzesänderungen erforderlich werden, kann die Ausländergesetzgebung nicht ausser Acht gelassen werden, zu mal auf Grund der Unterzeichnung des Abkommens 1/80 eine feste Grundlage dafür schon geschaffen ist. Nicht zuletzt ist es auch die Aufgabe der Brücke, Verbindungen herzustellen und zu vertiefen, und unser einziges Ziel ist nicht, der Türkei Rechte abzuverlangen sondern vielmehr auch die Türkei auf ihrem Weg zur Vollmitgliedschaft in die EG zu unterstützen. Nach diesen Ausführungen wird deutlich, dass die Pfeiler dieser Brücke stehen, ja vielleicht könnte man sogar sagen, dass bereits ein schmaler Pfad zu den Ufern begangen werden kann. Aber auch sollte deutlich geworden sein, dass „Strömungen an den Pfeilern nagen“, dass es noch ein weiter Weg ist, bis diese Brücke gefahrlos von allen begangen werden kann. Wir sind für jede Hilfe dankbar, hoffen, dass sich Viele unseren Gedanken anschließen können, und wir gemeinsam einen Weg bereiten, der den Frieden in der Welt stärkt und unsere beiden Nationen weiter zusammen wachsen lässt. Unser Einsatz wird auch in der Zukunft den Interessen unserer Landsleute in der Türkei dienen. Wir sehen es als eine Voraussetzung für die Integration der deutschsprachigen Europäer in der Türkei, dass sowohl die Türken als auch die Deutschen, Schweizer und Österreicher für die Interessen unserer Landsleute sensibilisiert werden und gemeinsam an einer Verbesserung der aufenthalts- und arbeitsrechtlichen Bestimmungen arbeiten. Eine Brücke wollen wir bauen. Eine Brücke, die Nationen verbindet und Lebensumstände schafft, die es allen ermöglicht, friedlich und ohne Ressentiments zusammen zu wohnen, der Tatsache bewusst, dass wir alle Kinder der gleichen Welt sind.
Claudia Yılmaz |