Infobrief - online                             April 2010

Alle Angaben im Infobrief sind ohne Gewähr. Namentlich gekennzeichnete Beiträge geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion wieder.
Wir behalten uns vor, eingereichte Beiträge aus Platzgründen zu kürzen.

Editorial

Liebe Leserinnen,liebe Leser,

als ich vor kurzem einen Radiobeitrag über Istanbul hörte, wurde mir wieder bewusst wie stark der Einfluss der Medien ist. Obwohl in diesem Beitrag der Name der Reporterin und ihre Herkunft (in Deutschland aufgewachsene Türkin kurdischer Abstammung) mitgeteilt wurde, vermittelte der Beitrag dennoch die Stimmung: „So ist es in Istanbul“. Am liebsten hätte ich nach der Sendung gerufen: „Nein, so ist es nicht! – zumindest nicht für mich“, aber wo bleibt eine Gegendarstellung? Der Beitrag der Reporterin hat sicherlich viele Köpfe erreicht und zur Meinungsbildung beigetragen. Und deshalb frage ich mich häufig, ob sich Reporter und Journalisten ihrer Einflussnahme bewusst sind.
In diesem Beitrag ging es zum einen über die Unhöflichkeit der Türken, weil das höfliche „Günaydin“ der Reporterin im Treppenhaus ihres Hauses nicht erwidert wurde. Sie erklärte, sie habe nachgeforscht und wisse nun, warum die Türken nicht grüßen: nämlich, weil der Türke Angst habe, dass der Andere etwas von ihm wolle. AHA!

Meine Tochter, die ebenfalls den Beitrag hörte lachte und erzählte von ihrer Erfahrung in Deutschland. Mitten im Umzugsgeschehen öffnete die Nachbarin in ihrem neuen Zuhause die Tür. Meine Tochter grüßte und ging freundlich, um sich vorzustellen, in Richtung Nachbarstür. Da wurde ihr diese vor der Nase zugeknallt. AHA!
Meine Erfahrung hier in Istanbul sieht ganz anders aus. Vor einem Jahr bin ich in ein vierstöckiges Haus nach Üsküdar gezogen und habe meine Wohnung nach meinen Wünschen umgebaut. Immer, wenn ich auf die Baustelle kam, war ein Nachbar da und schaute wie es mit dem Bau voran ging. Irgendwann sagte mir dann eine ältere Nachbarin: „Natürlich sind wir neugierig auf ihre Wohnung, aber wir passen auch auf, dass die Handwerker gut arbeiten.“ Für mich war das ein „Willkommen in unserem Haus“, denn die älteren Nachbarn leben schon fast ihr ganzes Leben hier. Am Ashura-Tag erhalte ich die köstliche Speise wie jeder im Haus und wenn am Wochenende ein Kuchen gebacken wird, dann bekommt meine Familie auch etwas ab. Im Treppenhaus redet man ein paar Worte und erkundigt sich nach der Familie. Mit den Wünschen für einen guten Tag geht dann jeder seiner Wege.

Also ist Unhöflichkeit nichts typisch Türkisches, sondern wohl auf der ganzen Welt zu finden. So gibt es hier in Istanbul besonders unhöfliche Taxifahrer, aber auch besonders freundliche und hilfsbereite. Einer wollte sogar einmal sein Mittagessen mit mir teilen.

Was bleibt da noch zu sagen?

Fröhliche Ostertage mit hoffentlich höflichen Mitmenschen!

Mona Marweld-Engin
& das Brücke-Team

Das Leben ist kurz,
aber ein Lächeln ist nur die Mühe einer Sekunde.

(Kubanisches Sprichwort)

 

 

 

In eigener Sache

Urlaub ým Brücke-Büro

Liebe Mitglieder,
Das BRÜCKE-Büro wird in der Zeit vom
02. – 12.04.2010 nicht besetzt sein.
Während dieser Zeit können Sie uns selbstverständlich weiterhin per Mail erreichen und Ihre Anfragen werden so schnell wie möglich beantwortet.

Allen unseren Mitgliedern uýnd Freunden wünschen wir ein schönes Osterfest!

Ihr Brücke-Team


Beileid

Alles hat seine Zeit, die Zeit der Liebe,
der Freude und des Glücks,
die Zeit des Sorgens und des Leids,
es ist vorbei - die Liebe bleibt.

Mit einem ihrer Lieblingsgedichte gedenken wir unserem langjährigen Mitglied Monika Müller.
Unser aufrichtiges Beileid gilt ihrer Tochter Alina und ihrer Familie.
 

 Stufen

Wie jede Blüte welkt und jede Jugend
Dem Alter weicht, blüht jede Lebensstufe,
Blüht jede Weisheit auch und jede Tugend
Zu ihrer Zeit und darf nicht ewig dauern.
Es muss das Herz bei jedem Lebensrufe
Bereit zum Abschied sein und Neubeginne,
Um sich in Tapferkeit und ohne Trauern
In andre, neue Bindungen zu geben.
Und jedem Anfang wohnt ein Zauber inne,
Der uns beschützt und der uns hilft, zu leben.
Wir sollen heiter Raum um Raum durchschreiten,
An keinem wie an einer Heimat hängen,
Der Weltgeist will nicht fesseln uns und engen,
Er will uns Stuf' um Stufe heben, weiten.
Kaum sind wir heimisch einem Lebenskreise
Und traulich eingewohnt, so droht Erschlaffen,
Nur wer bereit zu Aufbruch ist und Reise,
Mag lähmender Gewöhnung sich entraffen. 

Es wird vielleicht auch noch die Todesstunde
Uns neuen Räumen jung entgegensenden,
Des Lebens Ruf an uns wird niemals enden ...

Wohlan denn, Herz, nimm Abschied und gesunde!

Hermann Hesse

 

Unser aufrichtiges Beileid geht auch an unser  Brücke-Mitglied Anneliese Steinkellner zum Tode ihrer Mutter.


Infobrief – Titelbýld

Das Titelbild im Monat April wurde uns von dem Fotografen Dieter Sauter zur Verfügung  gestellt.
Dieter Sauter arbeitete nach seinem Diplom-Abschluss an der Universität Tübingen von 1981 an als Reporter des Bayerischen Fernsehens. Von 1992 – 2005 war er Studioleiter des ARD-Studios in Istanbul mit dem Berichtsgebiet Türkei und Iran. In dieser Zeit drehte er rund 50 Dokumentarfilme aus dieser Region. Seit 2005 lebt er als freier Autor, Journalist und Fotograf in Istanbul und unterrichtet an der Bilgi Universität im Fachbereich Fernsehen/Film. Bisher sind 3 Bücher mit Texten und Fotos von ihm erschienen, zuletzt das Fotobuch
Istanbul.

Die Ankündigung zu seiner “Istanbul-Lesung“ finden sie auf Seite 7
und zu seiner Ausstellung “Gesichter der Türkei“ auf Seite 19.

Weitere Informationen zu Dieter Sauter finden sie unter www.dieter-sauter.com


Danke

An dieser Stelle möchten wir uns einmal ganz herzlich bei allen unseren Brücke-Mitgliedern in Deutschland und der übrigen Welt bedanken, die uns auch nach ihrem Weggang aus Istanbul seit langer Zeit die Treue halten.

Das Brücke-Team

 

 

Rückblicke

Zu Gast beý der türkýschen Folklore-Tanzgruppe Harman

Für den Abend des 27. Februar 2010 hatte das Kulturforum der Brücke einen Besuch bei der Folklore-Tanzgruppe Harman ermöglicht. An diesem Abend feierte der Verein sein jährliches Fest in einem Lokal am Sahil Yolu in Maltepe. Als einzige ausländische Gäste wurden wir herzlich begrüßt. Bei leisen Klängen europäischer Unterhaltungsmusik warteten wir mit vielen anderen Gästen an schön gedeckten Tischen auf die Darbietungen. Aber anders als von uns erwartet, sollten wir an diesem Abend nicht die Tanzdarbietungen einiger weniger betrachten. Kaum erklangen die ersten Töne türkischer Tanzmusik, füllte sich die Tanzfläche mit nimmermüden Gästen und Vereinsmitgliedern einschließlich Kindern und Jugendlichen. Bei den mitreißenden Rhythmen und der sichtbaren Freude der Tänzer konnte selbst ich als "kühle Deutsche" nicht still sitzen bleiben. Als sich die Tänzer zu Musik aus verschiedenen Gegenden der Türkei zu Kreisen oder Reihen formierten, angefeuert von Zurna und Davul, einer Flöte und einer dickbauchigen Trommel, wurde ich aber wieder zur staunenden Zuschauerin. Auch Freiflächen zwischen den Tischen wurden genutzt, wenn die Tanzfläche nicht genügend Raum bot. Vor allem die sprühende Lebensfreude der Tänzer wird diesen Abend zu einem unvergesslichen Erlebnis für mich machen.

 

Monika Hümmer


Internatýonaler Frauentag 2010

Es ist schon fast zur Tradition geworden, dass die BRÜCKE, zum INTERNATIONALEN FRAUENTAG am 8. März, einen Abend in der Weinstube Pano in Beyoglu organisiert. So war es auch dieses Jahr; eine fröhliche Runde kam zusammen und feierte mit “Gutem aus Griechenland” den Frauentag. Nicht nur der Tag wird international gefeiert auch unsere Runde war gut gemischt; wir waren Frauen aus Deutschland, Österreich und der Schweiz und hatten unseren Spaß mit den verschiedenen nationalen Varietäten und sprachlichen Kuriositäten.

 

Corina Bilhan


DIE IKONE – Fenster zur Ewýgkeýt

Vortrag des Kunsthistorikers Dr. Aloys Butzkamm über Mariendarstellungen auf Ikonen

Auf Einladung des Kulturforums hielt der Kunsthistoriker und Pfarrer der katholisch-deutschsprachigen Gemeinde Istanbuls Dr. Aloys Butzkamm einen Vortrag mit Diapräsentation über die Symbolik, Spiritualität und Theologie der Ikone. Anfang März versammelte sich ein Kreis von Interessierten in der Nachbarschaft der Geschäftsstelle des Brücke-Büros, in einem Vortragssaal des Barcelo Saray Hotels.
Zunächst leistete Herr Dr. Butzkamm Übersetzungshilfe, denn wer sich mit Ikonen befasst, muss wissen, was der Begriff bedeutet, nämlich schlicht und einfach das Bild. Der Referent wies ausdrücklich darauf hin, dass eine Ikone nicht ausschließlich auf Holz gemalt sein muss, auch eine Darstellung auf einer Wand oder auf Metall, geschnitzt oder als Mosaik, kann als eikon bezeichnet werden.
Die Kirche des Ostens stellt diese Meditationsbilder in vielen Varianten in ihren Kirchen auf. Sie werden an der Ikonostase angebracht, einer Wand, die den Kirchenraum vom Altarraum trennt. Aber auch in den Häusern und Wohnungen haben Ikonen ihren Platz. Man findet sie fast immer gegenüber dem Haus- und Wohnungseingang, so dass der Blick des Eintretenden direkt darauf fällt.
Die Anordnung der Bilder auf der Ikonostase ist nicht zufällig, sondern hat eine festgelegte Gestaltung und „Dramaturgie“: Rechts und links neben der in die Ikonenwand eingelassenen Pforte sind fast lebensgroße Ikonen angebracht. Die rechte stellt immer Christus als Lehrenden dar (Pantokrator). Daneben sind Ikonen des hl. Johannes des Täufers, der Gottesmutter und des Kirchenpatrons platziert. Darüber hinaus können weitere Engel- und Heiligendarstellungen angebracht sein.
Auch die vier Evangelisten (Matthäus, Markus, Lukas, Johannes) finden sich auf der Ikonostase wieder sowie Darstellungen, die im Bezug zu den Festen des Kirchenjahres stehen. Natürlich wäre zur Gestaltung und Bildfolge einer Ikonostase noch vieles anzumerken, dies würde aber den Rahmen dieses Berichts sprengen.
Die besondere Stellung der Gottesmutter innerhalb der Orthodoxie ist an unzähligen Marienikonen ablesbar. Die Darstellungen variieren und weisen in ihrer Symbolik Unterschiede auf. So gibt es die Hodegetria, die der Überlieferung nach vom Evangelisten Lukas gemalt wurde. Die Gottesmutter trägt das Kind meist auf dem linken Arm, die rechte Hand weist auf den Christusknaben hin. Christus hält in der Hand eine Buchrolle; ein Hinweis auf den Verkünder des Evangeliums. Manchmal segnet die rechte Hand des Kindes. Ferner sind auch drei Sterne zu erkennen, diese sind ein Hinweis auf die Jungfräulichkeit. Darüber hinaus kennt man in der Ostkirche noch andere Darstellungen der Muttergottes: Die Eleousa, die Glykophilousa, die Galaktotrophousa u.v.a., die sich durch unterschiedliche Darstellungsweisen, durch Symbolik und Farbgebung unterscheiden. Eine Beschreibung der verschiedenen Typen mit ihren Eigen- und Besonderheiten würde ein Buch füllen –
Beliebt sind bei den Gläubigen auch Bildfolgen, die biblische Sequenzen aus dem Marienleben aufgreifen: Die Verkündigung durch den Erzengel Gabriel, Maria und ihre Base Elisabeth, Maria im Kreis der Jünger am Pfingsttag u.v.m. Aber auch Geschehnisse im Leben der Gottesmutter, die in den Apokryphen (Schrifttum außerhalb des Bibelkanons) zu finden sind, werden ins Bild gebracht.
Für den Laien ist es manchmal schwierig herauszufinden, welcher Heilige auf der Ikone dargestellt ist. Wie gut, dass die Ikonenmaler sorgfältige Menschen sind, denn jede Ikone ist beschriftet, allerdings in griechischer Sprache. Der Künstler schreibt den Namen nicht aus, sondern kürzt ihn ab.
Die vielen Ikonen, die an diesem Morgen in Form von Dias betrachtet werden konnten, hat Dr. Aloys Butzkamm u.a. auf Reisen fotografiert. Bilddarstellungen aus der Griechisch-Orthodoxen Kathedrale Agia Trias in Bonn, aus weiteren Kirchen und Museen sowie aus dem Privatbesitz des Referenten illustrierten ganz ausgezeichnet seinen Vortrag.
Wer keine Gelegenheit hatte dem informativen Referat beizuwohnen, hat die Möglichkeit alles nachzulesen – aber ausführlicher als es diese Zusammenfassung zu leisten vermag. Deswegen sei auf das Buch Faszination Ikone von Pfarrer Dr. Butzkamm ausdrücklich hingewiesen (Bonifatius Verlag). Es ist erhältlich im Buchhandel oder im Pfarrbüro von St. Paul zum Preis von 22,90 €.

 

Thomas Minten, Ulm


1. Wohltätigkeits - Frühstück 2010

„Toleranz“

Das erste Wohltätigkeits-Frühstück 2010, organisiert vom Brücke-Kulturforum, fand am 11. März bei Lana Volland statt. Wie von Lana gewünscht stand dieses Treffen untern dem Motto „Toleranz“ und jede von uns war eingeladen, etwas zu diesem Thema beizutragen.
Vor dem Einstieg in das Thema informierte Doris Zirh uns über die Unterstützung der „Brücke“ für die Kartal Schule. Doris, die sich verantwortlich um dieses Projekt kümmert, erzählte mit viel Engagement über die alltäglichen Lebensbedingungen der Menschen dort, über ihren sozialen und regionalen Hintergrund, über den Beginn der Zusammenarbeit mit der „Brücke“ und über die Projekte, die dort initiiert wurden, so zum Beispiel:

                über den Umbau eines Lagerraums für Kohle zu einer Sporthalle
                über Sportprojekte in den Schulferien.
                über Unterricht und Vorträge für die Mütter der Schüler/innen.
                über Patenschaften, die vermittelt wurden.

Das Projekt wird von namhaften Firmen unterstützt, was umso wichtiger ist, weil der türkische Staat lediglich für die Kosten wie Gebäude, Heizung, Lehrmittel und Lehrer/innen aufkommt, nicht aber für alltägliche Materialien wie z. B. Reinigungsmittel. Für diese Dinge müssen Sponsoren gefunden.
Doris ermunterte uns dann zum einen, unsere Böden und Abstellkammern nach nicht mehr gebrauchter Kinderkleidung zu durchsuchen und diese der Kartal-Schule zu spenden.
Zum anderen spendeten alle Teilnehmerinnen, da auf einen kulinarischen Beitrag zu diesem Frühstück verzichtet wurde und Lana die Verköstigung für uns übernommen hat, einen kleinen Betrag zugunsten der Schule.
Wir hoffen, dass wir damit den Kindern und den Eltern dort ein bisschen helfen können.

 

Den Einstieg in das Thema „Toleranz“ und den weiterhin sehr interessanten Vormittag gelang Lana Volland sehr anschaulich durch eine kleine Geschichte, die uns Wichtigkeit des Miteinanderlebens, der gegenseitigen Akzeptanz deutlich machte.

 
Himmel oder Hölle

Ein nach dem Sinn suchender Mann begegnete Gott und fragte Ihn: „Lieber Gott, ich möchte wissen, was Himmel und Hölle bedeuten.“ „Dort drüben steht eine weise Frau, sie wird es dir erklären“, antwortete Gott.
Die weise Frau nahm den Sinnsuchenden an die Hand und führte ihn in einen großen Raum. Dort sah er viele Menschen im Kreis sitzen, die alle sehr lange Löffel in der Hand hielten. In der Mitte befand sich ein großer Grill, auf welchem viele Töpfe mit köstlichen Gerichten standen. Alle schöpften mit ihren langen Löffeln aus diesen Töpfen. Aber die Menschen sahen mager, blass, bedrückt und unglücklich aus. Da sah der Sinnsuchende den Grund dafür: Ihre Löffel waren viel zu lang. Sie konnten diese nicht zum Munde führen und das herrliche Essen nicht genießen.
Die beiden gingen hinaus. „Welch seltsamer Raum war das?“, fragte der Sinnsuchende. Die weise Frau antwortete: „Das ist die Hölle!“
Sie betraten einen anderen Raum. Alles war genau so wie im vorhergehenden Raum. Ringsum saßen viele Menschen mit sehr langen Löffeln. In der Mitte, über dem Grillfeuer standen dieselben großen Töpfe mit köstlichen Gerichten. Aber es gab einen ganz wesentlichen Unterschied zum ersten Raum. Alle Menschen sahen gesund, zufrieden und glücklich aus. „Wie ist das möglich?“, fragte sich der Sinnsuchende und schaute genau hin. Da sah er den wahren Grund dafür: Diese Menschen respektierten sich, interessierten sich füreinander, hörten einander zu, waren füreinander da und schoben sich gegenseitig die Löffel in den Mund. Jetzt wusste der Sinnsuchende, was „Himmel“ und „Hölle“ bedeuten.
(Frei nach einer russischen Geschichte)


Ist dies die Beschreibung für Toleranz unseren Mitmenschen gegenüber?

 

Eine weitere Einstimmung auf das Thema gab uns folgendes Gedicht von einem unbekannten Autor:

 

In einer angenehmen Runde von Brücke-Frauen entstand sehr schnell eine Diskussion über das Motto des Morgens, auch angeregt durch eine kurzweilige und amüsante Moderation von Seiten Lanas.

 Laß dem anderen die Freiheit,
seinen eigenen Weg zu gehen.
Laß ihm Ruhe, laß ihm Zeit,
die Welt aus seiner Sicht zu sehen.

 Weißt du denn, ob dein Weg richtig
für den anderen wohl sei?
Was für dich vielleicht noch wichtig,
ist bei ihm schon längst vorbei.

Drum dräng‘ ihn nicht, nach deiner Norm
seine Welt sich zu gestalten;
auch er hat eine rechte Form,
um sein Leben zu erhalten.

Zwing ihm nicht dein Wissen auf,
das du selbst nicht recht verstehst;
laß ihm seinen freien Lauf,
wenn du auch anderswohin gehst.sei stets bereit, auch zu vergessen.

Hör dir des anderen Meinung an,
erdrück‘ sie nicht mit deinem Sprechen;
und ist selbst bitt‘rer Wermut dran,

sei stets bereit, auch zu vergessen.


Fragen wie:

·          Wo hört Toleranz auf und beginnt Gleichgültigkeit?
 
    Ändert sich unser Toleranzverhalten, wenn wir älter werden?
 
    Wer stellt die Normen für Toleranz auf?
 
    Wie verhalten sich Toleranz und Grenzen für den einzelnen?
 
    Welche Werte sollen wir unseren Kindern mitgeben?
 
    Und wie machen wir unsere Kinder so stark, dass sie Toleranz leben......................

wurden persönlich und kontrovers diskutiert. Viele von den Brücke-Frauen hatten etwas zu diesen Themen beizutragen und so entwickelten sich in kleinen Runden angeregte Gespräche. Nebenbei genossen wir natürlich die köstlichen Häppchen von Lana. Das war der „Himmel“.

Der Abschluss der Gespräche bildete ein Zitat zur „Toleranz“, das uns von Mona Marweld-Engin, der Initiatorin des Wohltätigkeitsevents, mit auf dem Weg gegeben wurde.

Im Namen der Toleranz sollten wir das Recht beanspruchen,
die Intoleranz nicht zu tolerieren.

Karl Raimund Popper (1902-1994), Philosoph


Wir möchten zum Abschluss allen, die sich an der Organisation und mit Beiträgen zum Thema zur Gestaltung dieses kurzweiligen Vormittags beigetragen haben recht herzlich danken. Insbesondere Lana Volland für die nette Gastfreundschaft in ihrem Haus.

Vielen Dank, Lana!

Und wir würden uns freuen, wenn es bald ein 2. Wohltätigkeits-Frühstück unter einem anderen Motto geben könnte. Die Kinder der Kartal-Schule brauchen unsere Unterstützung.

 

Inka Claussen


Zierliche Person - gewaltiges Thema

Die Ausstellungseröffnung vom Sema Bicik "Gelibolu 1915" in der IMSG

Am Barbaros Bulvari 113 aus dem Auto geklettert, sieht man das große Transparent mit ihrem Namen "Sema Bicik" und ein roter Teppich führt durch einen tunnelartigen Eingang.
Dort wird man gleich vom Thema der Ausstellung empfangen. Es spielt eine Vox-Video-Installation von über 10 Metern  Dokumentarfilme zum Kriegsgeschehen in Gelibolu (auf Deutsch: Gallipoli) neben Bildern der Ausstellung an die Wand. Das Ganze auf farbreichem Hintergrund und in Bewegung ist allein schon eine besondere Kunst.
Die Räumlichkeiten der Galerie werden von einem monumentalen Bilderzyklus dominiert. In der Breite eines damaligen Schützengraben ( 10,5 mt ) hat die Künstlerin dort ihre Kenntnis, ihr Wissen aber auch ihr Mitgefühl über das historisch so bedeutsame Kriegsgeschehen in Canakkale gemalt.
Dort gab es um 19.30 Uhr neben der Begrüßung und den Ansprachen von Vertretern der drei prominenten Istanbuler Fussballclubs, die ja damals auch viele junge Sportler verloren hatten, einen besonderen Höhepunkt. Einen Film über Gelibolu, der im Zusammenschnitt von einzelnen Kriegsszenen Ausschnitte und Details der Bilder Sema Biciks zeigt, unterlegt mit Elementen  der "Antakya-Musik" des deutschen Quartetts Quadro Nuevo. Die Leute standen immer noch dicht gedrängt und beeindruckt, als der Sänger Cem Adrian mit seiner Stimme anhob, seine eigene Komposition zu Gelibolu uraufzuführen. Er hat die Menschen mit seinem gewaltigen Stimmvolumen - über acht Oktaven - wirklich mitreißen können.
Es gab eine faszinierende Mischung von Besuchern, wie sie nur durch ein Thema dieser Art zustande kommt.
Die Militärs der Türkischen Kriegsakademie in ihren grauen Uniformen waren anwesend, genauso wie berühmte Leute der Istanbuler Gesellschaft, sowie Gäste aus Australien und Deutschland.
Was sie vereinte, wurde durch einen betagten, weißhaarigen Herrn verdeutlicht. Er zeigte auf eines der historischen Fotos einer Fußballmannschaft. Dieser Mann mit dem Fez war sein Vater, der damals den Fussballclub von Galatasaray gegründet hat, und Gott sei Dank nicht in Gelibolu gefallen ist, erläuterte er im Kreise seiner Frau, Tochter und Enkelin, die es ja sonst nicht gäbe....
Die Bilder sind alle betitelt und so bleibt man auch beeindruckt vor "Letzte Patrouille" stehen, einem Boot, das in den Himmel zu schweben scheint, in der Hoffnung, dass es wirklich die Letzte sein könnte!
Die Ausstellung ist noch bis zum 15. April geöffnet

 

Brigitte Meurer


Die Besichtigung des Chora Klosters -

Zwei ganz besondere Führungen

Die vom Kulturforum angekündigte Führung am 18. März 2010 durch das Chora Kloster war schon frühzeitig im Infobrief und per Mail bekannt gemacht worden. Der Andrang der Kunstbeflissenen besonders groß, so daβ noch eine zweite Führung geplant werden musste. Glücklicherweise brauchten wir niemanden enttäuschen. Herr Pfarrer Dr. Butzkamm änderte seinen Terminkalender und machte am nächsten Tag eine zweite Führung möglich.
Ich persönlich nahm an der zweiten Führung teil. Es wurde eine Veranstaltung der besonderen Art.
Herr Dr. Butzkamm nahm sich Zeit für die Vorbereitung der Besichtigung. Man saß im Saal des Verwaltungsgebäudes im Kreis bei einem Glas Tee und folgte sowohl den Ausführungen über die Gründungsgeschichte des Klosters und der Kirche als auch den biblichen Geschichten und Tatsachen, die zum Entstehen der wunderschönen Mosaike und Fresken führten.
Alle lauschten andächtig, würden doch seine Hinweise später, beim Betrachten der Kunstwerke, zum besseren Verstehen derselben beitragen. Und genau so geschah es dann auch.
An Ort und Stelle, in der Hauptkirche mit den weltweit bedeutendsten Mosaiken und der südlichen Seitenkapelle mit ihren eindrucksvollen Fresken, waren wir, schauend und staunend, dankbar für die fachmännischen Informationen vorab.

Herr Dr. Butzkamm führte uns, manchmal auf charakteristische oder minimale Einzelheiten hinweisend, mit ruhiger Hand und Stimme durch die einzelnen, abgeschlossenen Sakralzyklen.
Jeder hatte seinen ganz persönlichen Kunstgenuss.
Wir möchten Herrn Pfarrer Dr. Butzkamm ganz herzlich danken, dass er sein Spezialwissen bei den Führungen durch das Chora Kloster dem Kulturforum so bereitwillig zur Verfügung stellte.

 

Brigitte Midil

 

 

Das Brücke-Kulturforum stellt vor

„Yollarda -
European Literature Goes to Turkey/
Turkish Literature Goes to Europe“

Es war am 3. Mai 2009 als in einem feierlichen Festakt in Tarabya, im Park der Sommerresidenz des deutschen Botschafters, eine der weltweit größten Literaturprojekte des Goethe-Instituts ins Leben gerufen und ein Literatur-Bus auf eine lange Fahrt geschickt wurde. Bis Juni 2010 sollten in 24 Städten der Türkei und in acht Städten Europas Veranstaltungen stattfinden.

European Literature Goes to Turkey

Die erste Station der Literaturtournee war Diyarbakir im Mai 2009. Es folgten Malatya, Gaziantepe, Urfa und Van bis zur Sommerpause 2009. In jeder Stadt fanden eine Woche lang Lesungen, Diskussionen, Konzerte und Ausstellungen statt. Videocamps, Lesungen an Universitäten und Schulen, aber auch ein interaktiver Internet-Blog richteten sich vor allem an Jugendliche. Dieser Blog wird auch weiterhin im Internet zur Verfügung stehen.
Im Herbst ging es dann weiter über Kars, Erzurum, Trabzon und Samsun nach Ankara. Weitere Städte folgten. Der Höhepunkt der Türkei-Tournee wird nun in der Woche vom 09. - April 2010 in Istanbul erwartet. Im Rahmen der Feierlichkeiten zur Europäischen Kulturhauptstadt 2010 ist
unter anderem ein Galakonzert in der Aya Irini geplant.

Bisher wurden 48 namhafte Schriftsteller sowie zahlreiche Musiker, Filmemacher, Fotografen und Künstler aus acht teilnehmenden Ländern Europas (Belgien, Deutschland, Schweiz, Italien, Österreich, Ungarn, Rumänien und Bulgarien) in der Türkei präsentiert. Begleitet wurde die Tournee, die momentan auf ihren Weg über Bursa, Tekirdag und Edirne zu ihrer besonderen Veranstaltung nach Istanbul kommt, von einem Bücherbus, der neben den Werken der Autoren auch Länderinformationen und Internetstationen bereitstellt.

Turkish Literature Goes to Europe

Ein zweiter Teil der Reise führt 16 türkische Autoren und zahlreiche Musiker nach Sofia, Bukarest, Wien, Venedig, Zürich und in die beiden weiteren europäischen Kulturhauptstädte 2010, Pécs und Essen. Zum Abschluss treten in Brüssel alle teilnehmenden Autoren in einer feierlichen Gala auf.

Eine besondere Projekt-Förderung

„Yollarda – European Literature Goes to Turkey/ Turkish Literature Goes to Europe“ wird im Rahmen des Cultural Bridges Programms der EU gefördert.
Partner des Projektes sind die Konsulate, Botschaften und Kulturinstitute Österreichs, Belgiens, Italiens, Ungarns, Rumäniens, Bulgariens und der Schweiz in der Türkei.
Die türkischen Partner sind Anadolu Kültür, Istanbul Foundation for Culture and Arts (IKSV), Istanbul 2010 - European Capital of Culture Agency, die Bilgi Universität Istanbul und die Absolventenstiftung des Österreichischen St. Georgs-Kollegs (ALV).
Unterstützt wird das Projekt auch von der S. Fischer Stiftung, der Kulturstiftung der deutsch-türkischen Wirtschaft, sowie von Contretype - Zentrum für Zeitgenössische Fotografie Brüssel und dem Ungarischen Haus der Fotografie Budapest. Ermöglicht wurde das Projekt durch die großzügige Unterstützung von Mercedes-Benz Türk A.Þ.

Weitere Informationen: www.goethe.de/yollarda

 

In Istanbul findet die „Yollarda“-Woche vom 9. bis 16. April 2010 statt.

Besonders wichtige Veranstaltungen sind unter anderem:

 

Am Freitag, 09. April 2010 um 16:00 Uhr die

 Eröffnung der Werkbund-Ausstellung
mit Führung und Umtrunk

Im Oktober 1907 schlossen sich zwölf Künstler und Architekten, darunter Peter Behrens, Josef Hoffmann und Richard Riemerschmid sowie zwölf Firmen in München zum Deutschen Werkbund zusammen. Als Zweck des Bundes formulierten die Gründungsmitglieder "die Veredelung der gewerblichen Arbeit im Zusammenwirken von Kunst, Industrie und Handwerk, durch Erziehung, Propaganda und geschlossene Stellungnahme zu allen einschlägigen Fragen". Die Zielsetzung, die gesamte industrialisierte Lebenswelt "Vom Sofakissen bis zum Städtebau" (Hermann Muthesius) nach künstlerischen Gesichtspunkten zu "veredeln" und mit "gut" geformten Objekten die Bevölkerung kulturell zu "erziehen", bestimmte die Arbeit des Deutschen Werkbunds bis ins letzte Drittel des 20. Jahrhunderts.

Ort: Mimar Sinan Güzel Sanatlar Üniversitesi
Tophane-i Amire Kültür ve Sanat Merkezi
Boðazkesen Cad. Defterdar Yokuþu No: 2
Tophane - Karaköy

 

 Die Fotoausstellung von
Dieter Sauter - "Gesichter der Türkei" – Fotografie

Ausstellungseröffnung

am Dienstag, 13.April 2010 um 18.00 Uhr
mýt Cocktail

Portraits - nicht von Showstars oder Politikern, sondern von Arbeitern einer Großbaustelle in Istanbul und von Frauen, die in Istanbul Deutsch lernen, um auszuwandern. Sie kommen aus allen Teilen der Türkei, aus Diyarbakir, Kars und Konya, aus Ankara, Antalya und Edirne. Sie posieren nicht vor der Kamera, ihre Gesichter erzählen von ihrem Leben, ihrem Stolz, ihren Hoffnungen und Fragen an die Zukunft

Ort:
Beyoðlu Belediye Sanat Galerisi
Istiklal Caddesi 217 - Beyoðlu

 

Am Donnerstag, 15. April 2010 von 15:00-17:00

Literatur-Symposium

 Gespräch zwischen
Günter Grass und Yaþar Kemal
(Moderation: Osman Okkan),

 

Podiumsdiskussion

Das Goethe-Institut Istanbul hat die Ehre, zum Abschluss der Türkei-Tournee des Projekts „Yollarda – European Literature Goes to Turkey/ Turkish Literature Goes to Europe” zwei Schriftsteller von Weltruhm begrüßen zu dürfen. Günter Grass und Yaþar Kemal widmen sich in einem Gespräch der Frage, auf welche Weise Literatur gesellschaftliche Veränderungen widerspiegelt und an diese erinnert. In der anschließenden Podiumsdiskussion greifen ausgewählte Autoren der „Yollarda”-Tournee, wie Monika Maron, Alek Popov, Attila Bartis, Perikles Monioudis sowie Stefan Brijs, dieses Thema auf und reflektieren zudem über ihre persönlichen Erfahrungen in der Türkei.
Moderatoren
: Osman Okkan, Memet Ali Alabora

Ort:
Harbiye Muhsin Ertuðrul Sahnesi, Harbiye Mahallesi, Gümüþ Cad. No: 3, Þiþli

 

Am Freitag, 16. April 2010, 20:00 Uhr

Gala-Konzert des Ensemble Modern unter dem Titel
„Into Istanbul“

Das Musikprojekt „into Istanbul’’ des Ensemble Modern und des Siemens Arts Program, in Zusammenarbeit mit dem Goethe-Institut, stellt den Versuch dar, musikalisch das Wesen vier verschiedener Großstädte (Istanbul, Dubai, Johannesburg und Pearl River Delta) zu ergründen. Mehrere Wochen waren die Komponisten Mark Andre, Beat Furrer, Samir Odeh-Tamimi und Vladimir Tarnopolski in Istanbul auf der Suche nach einer musikalischen Essenz dieser faszinierenden Metropole; ihre kompositorischen Annäherungen an Istanbul wurden schließlich vom Ensemble Modern in Frankfurt und Berlin präsentiert. Nun folgt die türkische Erstaufführung der vier Stücke in Anwesenheit der Komponisten.

Ort:
Aya Ýrini
Topkapý Sarayý Müzesi
Sultanahmet, Ýstanbul

Mit dem Schriftsteller Leonhard Thoma werden täglich Lesungen an Istanbuler Gymnasien stattfinden, auch am Alman Lisesi, Istanbul Lisesi und der Österreichischen Schule.

 

Freuen wir uns auf eine interessante kulturelle Woche!

 

Mona Marweld-Engin

 

 

Kulturhauptstadt 2010

 

 

 

Kultur

Knýefall vor dem Osmanýschen Reých

Jahrhunderte hatten Sachsens Könige im Osmanischen Reich Prunkwaffen und Kunstwerke eingekauft. Doch kriegsbedingt verschwand ihre Sammlung. Glanzvoll ist Dresdens "Weltkültürerbe" nun wieder auferstanden.
Noch ist alles ruhig im Dresdner Schloss. An der Pforte zum Taschenbergpalais lärmen die ersten Besucher des "Grünen Gewölbes", Dresdens berühmter Schatzkammer. Doch die erhält nun Konkurrenz von Schätzen, die bisher in den Depots schlummerten.  Mehr als 70 Jahre nach ihrem Verschwinden aus der Öffentlichkeit wird die einstige "Türckische Cammer" der sächsischen Kurfürsten wieder auferstehen. "Die Räume sind sehr dunkel. Aber gerade das kommt den Stücken sehr zu Gute, die ja viele Edelsteine und versilberte, vergoldete Oberflächen haben." Noch einmal begutachtet Chefrestaurator Andreas Frauendorfer die Gruppe lebensgroßer Pferde mit ihrem prächtigen Zaumzeug, die die Besucher empfangen werden, sobald sich am 07. März die Türen für die Öffentlichkeit öffnen.

Seit dem Zweiten Weltkrieg nicht mehr gezeigt

"Die Türkische Cammer war die exotische Sammlung der Kurfürsten von Sachsen", erklärt Oberkonservator Holger Schuckelt. "Viele Stücke beschafften sich Sachsens Herrscher in Istanbul direkt vom Sultan. Und schließlich folgte unter August dem Starken auch die Blütezeit der Türkenmode hier in Sachsen. Somit gelangten auch zahlreiche Textilien und Kaftane in die Sammlung." Zahlreiche Stücke verbrannten 1945 in den Bombenangriffen der Alliierten und den verheerenden Feuern. Doch zahlreiche haben die Wirren der Zeit überstanden. 600 der prächtigsten werden nun auf 750 Quadratmetern erstmals wieder der Öffentlichkeit gezeigt. Welche Wunder die Restauratoren vollbringen mussten, kann nur erahnen, wer das Herz der Ausstellung betritt – ein fast 6 Meter hohes und über 20 Meter langes osmanisches Prunk-Zelt. "Als ich das Zelt das erste Mal sah, wusste ich vor Schreck nicht, was ich mir zuerst ansehen sollte, so desolat war der Zustand. Sechs Jahre haben wir an seiner Restaurierung gearbeitet", erklärt Restauratorin Friederike Ebner von Eschenbach.
Neun Millionen Euro für die Restaurierung

In Spitzenzeiten arbeiteten allein 35 Restauratorinnen daran, dem Zelt seinen alten Glanz zurückzugeben. "Als es noch in voller Pracht war, kam man in ein Paradies. Auf dunkelrotem über und über mit leuchtenden Stickereien verzierten Grund blitzten kleine goldene Lederpailletten", begeistert sich Friederike Ebner von Eschenbach. Die Besucher werden nicht glauben, dass sie in einem Zelt stehen, das älter als 300 Jahre ist. Mit diesem Zelt besitzt die "Türckische Cammer" als weltweit einzige Sammlung ein Objekt, das den Höhepunkt der türkischen Textilkunst des 17. Jahrhunderts darstellt. Die Ausstellungsmacher wollen den Blick aber auch auf die  frühen kulturellen Verbindungen zwischen Europa und der Türkei lenken, erklärt Direktor Dirk Syndram: "Die Türckische Cammer verleiht dem Dresdner Schloss eine neue Qualität.
Kunsthandel mit den Türken

Die Ausstellung zeigt höfische Repräsentation auf eine Weise, wie sie es nirgendwo in Europa erleben können. Sie zeigt, dass die Begegnung der Kulturen damals eben nicht nur auf Schlachtfeldern stattfand. Dass die Verbindung zwischen osmanischer und europäischer Kultur viel tiefer und enger waren, als bisher angenommen." Tatsächlich sind viele Objekte keine Beutestücke, sondern Ergebnis gezielter Ankäufe der sächsischen Kurfürsten und ihrer hohen Wertschätzung türkischen Kultur und Handwerkskunst im Europa des 16. bis 18. Jahrhunderts. So schlägt die "Türckische Cammer" mit  dem deutsch-türkischen Werbeslogan des "Weltkültürerbes" zugleich eine Brücke bis zum Bosporus.

Autor: Mirko Schwanitz

Quelle: http://www.dw-world.de/

 

 

 

Die schönsten Liebesromane aller Zeiten

Salz auf unserer Haut

'Ein Plädoyer für die Liebe ohne Schuldgefühle. Benoite Groult bringt das Kunsstück fertig, eine ganz einfache, überzeugende Liebesgeschichte zu schreiben.' (Brigitte)

Kurzbeschreibung

Die Geschichte einer im Grunde unmöglichen, einzigartigen Liebe:
George, die Pariser Intellektuelle, und Gauvin, der bretonische Fischer - Welten trennen die beiden, die Barrieren von Erziehung und Bildung, von Weltanschauung und Geschmack stehen zwischen ihnen. Ein Leben miteinander halten beide für unmöglich. Und doch zieht sie ein Verlangen zueinander, das stärker ist als Vernunft und Konvention, eine Leidenschaft, die, auch als die Liebenden älter und reifer werden, nicht erlischt. Ein Roman voll Zärtlichkeit und Sinnlichkeit, zugleich das Porträt einer freien, selbstständigen Frau, die zu ihren Gefühlen steht.

Verlag:Droemer/Knaur
ISBN-10:
3-426-62708-6
Übersetzer:
Irène Kuhn
Seiten:
320

Salz auf unserer Haut wurde 1992 als kanadisch-französisch-deutsches Filmdrama unter der Regie von Andrew Bikrin, der auch das Drehbuch schrieb, mit Greta Scacchi und Vincent D’Onofrio in den Hauptrollen verfilmt.

Kritiken

Die Zeitschrift Cinema schrieb, der Film sei „Erotik-Kitsch nach dem einstigen feministischen Bestseller“.
Auch die Autorin der Romanvorlage, Benoîte Groult, äußerte sich in einem Interview mit der Zeitschrift Die Zeit enttäuscht: "Ich habe doch gesehen, was der Regisseur Andrew Birkin aus "Salz auf unserer Haut" gemacht hat. Er erzählte mir: George, die Pariser Intellektuelle, hätte den Fischer heiraten sollen. Ich sagte zu ihm: Sie haben nichts verstanden. Nur mit Mühe habe ich durchgesetzt, daß keine Hochzeit stattfindet. Trotzdem war George in dem Film nur eine Karikatur, und der Fischer war ein Machoverschnitt. Der Charakter der Frau war dem Regisseur einfach zu stark."

Hintergründe

Der Film wurde in Glasgow und in einigen anderen Orten in Schottland gedreht. In Deutschland zählte man ca. 889 000 Kinozuschauer.

Portrait

Benoîte Groult, geboren am 31. Januar 1920, wuchs als Tochter einer in Frankreich berühmten Modedesignerin und des Innenarchitekten André Groult in der Pariser Oberschicht auf. Nach dem Studium der Literaturwissenschaften arbeitete sie bis 1953 als Fernsehjournalistin. Ehe sie 1972 ihren ersten eigenen Roman veröffentlichte, publizierte sie drei Bücher mit ihrer jüngeren Schwester Flora.
Ihre vorrangigen Themen sind, in essayistischer Form gestaltet, die Geschichte des Feminismus, die Diskriminierung von Frauen und die krankhafte Abneigung von Männern gegenüber Frauen (Misogynie), wobei sie ihre Texte sozialpsychologisch und historisch fundiert aufbereitet. In Deutschland wurde Salz auf unserer Haut mit mehr als 3 Mio. verkauften Exemplaren ein Bestseller. Die Geschichte einer ungewöhnlichen Leidenschaft zwischen einer Pariser Intellektuellen und einem bodenständigen bretonischen Fischer wurde 1992 verfilmt. Wie viele ihrer Romane trägt auch dieser gewisse autobiografische Züge, die jedoch stark verzerrt dargestellt werden. Davon berichtete sie Jahre später in ihren Memoiren Leben heißt frei sein.

Benoîte Groult heiratete 1943 Blaise Landon, der jedoch bereits im Mai 1944 verstarb. In zweiter Ehe war sie mit dem französischen Journalisten, Radio- und Fernsehmoderator Georges de Caunes verheiratet; aus der Ehe gingen die Töchter Blandine und Lison hervor. Mit dem Schriftsteller Paul Guimard (1921–2004) war sie bis zu dessen Tod verheiratet; aus dieser dritten Ehe stammt die Tochter Constance.

Quelle: wikipedia

 

 

 

News und Aktuelles

Neuwahlen ým Club Teutonýa
Deutscher Kultur – und Wohlfahrtsverein
gegr. 1847 - Istanbul

In der letzten Mitgliederversammlung wurde der gesamte Vorstand des Club Teutonia wiedergewählt. Den Vorsitz behält Erald Pauw, die weiteren Vorstandsmitglieder sind Erwin Köhle, Bernd Raymund, Thomas Mühlbauer und Beate Kretzschmann. Alle ehrenamtlichen Mitglieder haben sich seit Jahren für den Erhalt des Clubs eingesetzt und führen das über 160jährige Erbe fort. Viele Istanbuler, nicht zuletzt die Clubmitglieder, haben sie dabei über Jahre und Jahrzehnte unterstützt oder waren selbst aktiv im Vorstand tätig. Der Theatersaal ist historisch gesehen ein Kleinod und es gibt aus dieser Epoche nur noch einen vergleichbaren im Yildiz Saray.
Im Club Teutonia verkehrte zu Glanzzeiten die Oberschicht der Stadt. Zwei große Silberkaraffen wurden dem Club durch den Sultan geschenkt. Sie stehen heute als Leihgabe im deutschen Generalkonsulat in den Empfangsräumen der Generalkonsulin. Im Archiv des Clubs, das dringend Spezialisten braucht, die die Aktenunterlagen, Bücher, Musiknoten und Schelllack-Schallplatten durchforsten, finden sich Zeugnisse aus alten Zeiten, die so manchen schmunzeln lassen. So unter anderem eine Speisekarte des Clubs, der seinerzeit im Parterre ein deutsches Restaurant unterhielt, das – von Lufthansa gesponsert- keine Wünsche offen ließ.
Unvergessen sind bei vielen alteingesessenen Istanbulern die Faschingsfeste, mit einer Rutschbahn von der Empore hinunter auf die Bühne. Auch der Deutsche Weihnachtsbasar fand hier früher statt und ebenso war der Vorläufer des heutigen Goethe Institutes mit seiner Bibliothek hier beheimatet. Mehr dazu erfahren Sie im Teutonia Buch von Barbara Radt, das in der Buchhandlung Mühlbauer erhältlich ist.
Anstelle des einstigen regen Vereinslebens sind heute zahlreiche andere Veranstaltungen gerückt, die den Erhalt des Clubs stärken. Dazu zählen der Siemens Opernwettbewerb, der Musikwettbewerb Jugend musiziert, Theateraufführungen, Konzerte, Tagungen und Feierlichkeiten der deutschen Schulen, Konzerte des Galata - Vereins, Dichterlesungen, Tagungen des Orientinstitutes oder der Konrad Adenauer Stiftung, Chorproben des Europäischen Chors Istanbul und des seitens des Clubs gesponserten Chors Koral Istanbul. Hauptmieter sind die Deutsche Botschaftsschule und der Kindergarten, mit denen wir in traditioneller Weise verbunden sind.
Wir freuen uns, dass in diesem Jahr wieder neue Mitglieder aufgenommen werden konnten und dass auch Jugendliche Interesse am Club zeigen.

Sollten Sie sich mit Ihren Fähigkeiten einbringen wollen, kontaktieren Sie bitte Beate Kretzschmann über das Brücke Büro.

 


Das Abenteuer Auswandern und der Exodus der besten Köpfe

Nüchterne Zahlenkolonnen in Statistiken sind langweilig, schnell blättert man weiter. Doch die Statistik im jüngsten Migrationsbericht der Bundesregierung hat es in sich: Immer mehr Deutsche verlassen Deutschland. Erstmals seit 25 Jahren sind mehr Menschen aus- als eingewandert. Exakt 682.146 Personen zogen vergangenes Jahr zu, 737.889 fort.

Täglich verliert Deutschland ein ganzes Dorf!
Nun könnte man zur Tagesordnung übergehen nach dem Motto „Reisende soll man nicht aufhalten“. Wem es hier nicht gefällt, der kann gehen und sein Glück woanders suchen, schließlich leben wir Gott sei Dank endlich in ganz Deutschland mit offenen Grenzen. Doch die Zahlen alarmieren, denn es gehen nicht die Aussteiger mit Rucksack und Gitarre, sondern meist die Motivierten, die Qualifizierten und gut Ausgebildeten.

Forscher und Facharbeiter, Ärzte und Handwerker ziehen zu Zehntausenden weg, weil die Schweiz, die USA oder Skandinavien bessere Bedingungen bieten.
Was läuft falsch bei uns, dass laut Allensbach-Umfrage jeder Fünfte am liebsten „Good Old Germany“ den Rücken kehren möchte? Im Wirtschaftswunder der 1960er-Jahre dachte nur jeder Zehnte darüber nach. Während es bei uns 23.000 offene Stellen für Ingenieure gibt, suchen viele lieber im Ausland einen Job. Die Wirtschaft beklagt bereits den „Exodus der klügsten Köpfe“. Selbst die deutsch-türkische Elite wandert wieder ab, warnt Migrationsforscher Klaus Jürgen Bade:

„Es besteht die Gefahr, dass die Tüchtigen Deutschland verlassen, während die Chancenlosen bleiben, weil es nirgendwo ein vergleichbares Sozialsystem gibt.“
Doch wer aus Frust über Bürokratie, hohe Steuern oder schlechte Berufschancen auswandert und meint, jenseits deutscher Grenzen warten ausschließlich Schlaraffenländer, sollte bedenken: Er verdankt Kindheit und Jugend, Bildung und Ausbildung genau diesem „System“ und jenen Steuerzahlern, die anscheinend zu dumm waren, rechtzeitig abzuhauen. Jeder der 2009 in die Schweiz gewechselten 3100 Ärzte hat die deutschen Sozialkassen und den öffentlichen Haushalt rund eine Million Euro gekostet.
Besonders dreist finde ich es, wenn Rentner hochmütig über Deutschland jammern und sich im warmen Süden ein schönes Leben machen, um reumütig zurückzukommen, wenn sie unsere Hochleistungsmedizin oder unser Pflegesystem brauchen. Wir sollten aufhören, unser Land, das weltweit beneidet wird, schlechtzumachen. Unsere Politiker müssen sich vorsehen, dass Deutschland im Wettkampf um die besten Köpfe nicht länger das Nachsehen hat.

Von Peter Hahne

peter.hahne@bams.de


Pressemitteilung

09.03.2010

Staatsministerin Pieper und türkischer Kulturminister Günay vereinbaren Deutsch-Türkischen Übersetzerpreis

Cornelia Pieper, Staatsministerin im Auswärtigen Amt, und der Minister für Kultur und Tourismus der Republik Türkei, Ertugrul Günay, haben heute (09.03.) einen Deutsch-Türkischen Übersetzerpreis ins Leben gerufen. Er soll bereits in diesem Jahr zum ersten Mal verliehen werden. Der Preis wird herausragende Übersetzungen deutscher Literatur ins Türkische ebenso auszeichnen wie Übersetzungen türkischer Literatur ins Deutsche.
Der Übersetzerpreis ist Bestandteil der Ernst-Reuter-Initiative für Dialog und Verständigung zwischen den Kulturen. Die Ernst-Reuter-Initiative ( ERI ) wurde 2006 vor dem Hintergrund der Karikaturenkrise gegründet. Mittlerweile besteht die Initiative aus zahlreichen erfolgreichen Projekten in den Bereichen Kunst, Kultur und Medien, Jugend, Wissenschaft und Integration, z. B. das gemeinsame Masterprogramm der Humboldt-Universität Berlin und der Middle East University Ankara oder "Jungenc" - ein deutsch-türkisches Jugendorchester

 

 

 

Neuigkeiten aus Bodrum

DEUTSCHE SCHULE BODRUM

Aussenstelle der Deutschen Schule Izmir, Privatschule der Deutschen Botschaft Ankara

 

WIR INFORMIEREN! BITTE WEITERREICHEN!

 

Im September, also schon in wenigen Monaten, startet die

 DEUTSCHE SCHULE BODRUM

 ihren Schulbetrieb für die 1. – 8.Klasse, sowie den

 Kindergarten und die Vorschule!

 Der Ausbau der Sekundarstufe I bis zur 10.Klasse und die anschließende Sekundarstufe II bis zum Abitur sind konkret und fest eingeplant.

 

Für Quereinsteiger aus der 8.Klasse wird eine besondere Qualiklasse angeboten!!

Der Unterricht orientiert sich am thüringischen Lehrplan und hat deutsche Schulabschlüsse zur Folge. Die Unterrichtssprache in einem intensiv von der Reformpädagogik geprägten Schulkonzept ist Deutsch. (Weitere Sprachenfolge Englisch, Türkisch.) Der musische Unterricht ist besonders von Bedeutung. Im Mittelpunkt steht ausschließlich das Kind und seine bestmögliche individuelle Förderung.

DIE KINDER KÖNNEN AB SOFORT ANGEMELDET WERDEN!! (Wohngemeinschaften für Kinder ab der 7.Klasse sind möglich!)

Informationen sind direkt in den Büroräumen der Deutschen Honorarkonsulin Frau Gülay Kaman Kaplan;

Kanuni Sultan Süleyman Cad. 15, Bitez-Bodrum, Tel. 252 3828287

Die und Do jeweils von 10.30-12 Uhr zu erhalten oder unter den nachstehenden Tel.Nummern.

Bis unsere Webseite http://deutsche-schule-bodrum.jimdo.com/ fertig eingerichtet ist, können sie solang aber schon an notwendige Informationen gelangen.

Mit den besten Grüßen

 

Cengiz Camci                                                                                    Rektor Joachim Hepke

Vorstandsvorsitzender                                                                        Leiter der Einrichtung i.A.

0539 340 42 89                                                                                  0536 944 26 11

                                                                                                        Joachim.hepke@gmail.com

Informationen über das Schulkonzept können Sie im BRÜCKE-Büro anfordern.


Rückblick  - Ausflug mit Pilzen

Die Pilzsaison endet im März und so trafen sich die neuen Einheimischen von Bodrum auf der Halbinsel von Akyarlar zum Wandern und Pilze sammeln. In kleinen Gruppen wurde der Hausberg auf der Akyarlar Halbinsel erobert.
Um diese Jahreszeit bietet der Berg nicht nur einen 300° Meerblick sondern auch eine frisch erblühte Blumen und Kräuterpracht.

Und auf die hatten wir es außer auf  die vielen Pilzen abgesehen. Neben Thymian, Oregano, Salbei wurden auch wilder Spargel gesammelt. Jeder lernte etwas vom Anderen über die Wirkung und auch Verwendung der gesammelten Kräuter.
Erfolgreichste Sammlerin war an diesem Tag Annette Ertan.
Sie hatte allerdings Ihren Hund Boncuk mitgebracht und der hatte wohl die beste Nase im Team. Sie fand die ersten Pilze kannte und erkannte alle Kräuter sehr gut und hatte es geschaffte nebenbei noch einen großen Blumenstrauß zu pflücken. Sie war sehr zufrieden an diesem Tag über die Ausbeute und für Geist und Körper war es Balsam. Der wächst hier nämlich auch..

Aber nicht nur Pflanzen waren auf dem Berg zu sehen. Wir trafen auch auf eine erstattliche Anzahl von Tieren. Neben Schildkröten sahen wir einige verschiedene Salamander, Heuschrecken bis 8 cm und auch einige Schlangen flüchteten vor uns. Gott sei Dank.

Auf dem Nachbarberg etwa 2 km Luftlinie entfernt soll es sogar Schlangen bis 2 Meter Länge geben. Jedenfalls an diesem Tag hatten wir Glück. Unsere Tiere waren alle friedlich. Alle die auszogen kamen auch wieder unten an.

Tee zum Abschied im Fischerhafen Akyarlar
Vorbei an der Katzenbar am Strand war unser Ziel der idyllische Hafen von Akyarlar.
Hier habe ich 2005 Akyarlar zum schönsten Platz der Türkei erklärt. Nach über 400.000 Auto Kilometern quer durch das Land bin ich hier fündig geworden. Neben den wunderschönen Kappadokien, Dogubayazit mit Ararat und Isaak Pascha, Trabzon mit Kloster, Pamukkale, Amasya, Ayvalik, Fethiye, und last not least Istanbul bleibt die Halbinsel Bodrum mit diesem für die Urlaubsregion fast noch unbelassenen Ort Akyarlar der schönste Fleck der Türkei für mich. Letzten Donnerstag forderten Vertreter des Konsulates Izmir, die sich hier mit Konsulin Gülay Kaplan und Aktiven aus der Region trafen, die Verlegung des Konsulates von Izmir nach Bodrum und Izmir gehört eigentlich auch in die Aufzählung der schönsten Orte der Türkei.

Bei einer Tasse Salbei Tee beendeten wir diesen schönen Tag mit Blick auf Kos und Datca.

 

Rainer Fischer
BRÜCKE-Ansprechpartner Bodrum

 

 

 

Aktuelles aus Mersin

Augenblýcke meýner Vernýsage
‘’’Lýcht – Farbe – Illusýonen’’ von Lydýa Cömert

„Das fängt ja gut an“, dachte ich aufgeregt, als ich am Morgen der Eröffnung meiner Vernissage aus dem Fenster schaute. Es regnete in Strömen! Gott sei Dank ließ der Regen im Laufe des Tages nach.
Gegen 15.00 Uhr bin ich dann los, um zeitig in der Galerie zu sein und nochmals alles nachzuschauen. Hängen die Bilder auch noch gerade, sind die Listen geschrieben, ist für den Cocktail alles vorhanden, kommen die Helfer rechtzeitig usw.
Alles war in Ordnung und so konnten die Kunstfreunde kommen!
Und sie kamen… ca. 200 Leute wie die Galeristin sagte, was ich natürlich nicht so wahr nahm, da ich damit beschäftigt war die Gäste zu begrüßen, Fragen zu beantworten, Erklärungen abzugeben. Mein Mann hat immer wieder für Nachschub gesorgt, hat in den nahe gelegenen Geschäften Wein, andere Getränke und Knabbersachen gekauft und sich noch einen Schnupfen eingehandelt .
Unter den Gästen waren Mitglieder der Bezirksregierung von Mersin. Auch der Bezirksdirektor für Kunst und Kultur, dem besonders das Bild “Dornröschen - Uyuyan Güzeli“ gefallen hat, das er für die Staatsgalerie möchte. Der Vorsitzende des hiesigen Kunstvereins, Mitglieder der Industrie und Handelskammer und natürlich einige Frauen unseres Mersiner Frauentreffs waren zu meiner Vernissage erschienen.
Beim Betrachten der Bilder ist den Besuchern aufgefallen, dass ich vorwiegend Frauenfiguren in die Werke einarbeite. Da kam natürlich die Frage nach dem “Warum”!? Außerdem haben die “Seifenblasen”, die ich als Symbol für Gedankenfreiheit und Illusionen einsetze, einige Diskussionen ausgelöst. Aber auch die Geraden, die sich durch jedes Bild ziehen (es sind Verbindungen, die das Kommen und Gehen andeuten), die farbigen Flächen, die mich auf dem Boden halten, - im Gegensatz zu den flüchtigen Seifenblasen - in kräftigen Farben, um positive Energie einzufangen. Hinzu kommen verschiedene Muster für die Vielfalt der  Menschen, der Natur und Kulturen.
Jedenfalls verging die Eröffnung im Nu. Die vielen Fragen, Erläuterungen und Diskussionen im Hinblick auf meine Bilder haben mich natürlich stolz gemacht. Dieses Interesse zeigt mir, dass die Bilder bei den Betrachtern einen Denkanstoss auslösen und Eindruck hinterlassen.

Folgende Zeilen schrieb eine Freundin aus unserer Gruppe:
”Lydia Martin Cömert eröffnete am Freitag, den 26/02/2010 pünktlich um 17.30 Uhr in Mersin eine Ausstellung mit ihren neuesten Bildern. Die Vernissage lockte zahlreiche Bewunderer und Neugierige an.
Lydia Cömert's Bilder sind ein Reigen aus Farben, mal sanft, mal kräftig. Die Formen sind teils klar definiert, teils ineinander gleitend.
Die dargestellten Personen, fast ausschließlich Frauengestalten, scheinen sich in den unterschiedlichsten Lebenssituationen, teilweise an einem Scheideweg ihres Lebens, teilweise in einer Traumwelt, zu befinden.
Die meisten Bilder regen zum Nachdenken an; der Eindruck der Suche nach (Aus-)Weg und Freiheit drängt sich dem Betrachter auf.

Beim Verlassen der Ausstellung freut man sich auf mehr....

 

Eva.-Maria Koehnen

 

 

 

 

 

 

 

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