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In eigener
Sache |
Urlaub ým Brücke-Büro
Liebe
Mitglieder,
Das BRÜCKE-Büro wird in der Zeit vom
02. –
12.04.2010
nicht besetzt sein.
Während dieser Zeit können Sie uns selbstverständlich weiterhin per
Mail erreichen und Ihre Anfragen werden so schnell wie möglich
beantwortet.
Allen
unseren Mitgliedern uýnd Freunden wünschen wir ein schönes
Osterfest!
Ihr
Brücke-Team
Beileid
Alles hat seine Zeit, die Zeit der Liebe,
der Freude und des Glücks,
die Zeit des Sorgens und des Leids,
es ist vorbei - die Liebe bleibt.
Mit einem
ihrer Lieblingsgedichte gedenken wir unserem langjährigen Mitglied
Monika Müller.
Unser aufrichtiges Beileid gilt ihrer Tochter Alina und ihrer
Familie.
Stufen
Wie jede
Blüte welkt und jede Jugend
Dem Alter weicht, blüht jede Lebensstufe,
Blüht jede Weisheit auch und jede Tugend
Zu ihrer Zeit und darf nicht ewig dauern.
Es muss das Herz bei jedem Lebensrufe
Bereit zum Abschied sein und Neubeginne,
Um sich in Tapferkeit und ohne Trauern
In andre, neue Bindungen zu geben.
Und jedem Anfang wohnt ein Zauber inne,
Der uns beschützt und der uns hilft, zu leben.
Wir sollen heiter Raum um Raum durchschreiten,
An keinem wie an einer Heimat hängen,
Der Weltgeist will nicht fesseln uns und engen,
Er will uns Stuf' um Stufe heben, weiten.
Kaum sind wir heimisch einem Lebenskreise
Und traulich eingewohnt, so droht Erschlaffen,
Nur wer bereit zu Aufbruch ist und Reise,
Mag lähmender Gewöhnung sich entraffen.
Es wird
vielleicht auch noch die Todesstunde
Uns neuen Räumen jung entgegensenden,
Des Lebens Ruf an uns wird niemals enden ...
Wohlan
denn, Herz, nimm Abschied und gesunde!
Hermann
Hesse
Unser
aufrichtiges Beileid geht auch an unser Brücke-Mitglied
Anneliese Steinkellner zum Tode ihrer Mutter.
Infobrief – Titelbýld
Das
Titelbild im Monat April wurde uns von dem Fotografen Dieter Sauter
zur Verfügung gestellt.
Dieter Sauter arbeitete nach seinem Diplom-Abschluss an der
Universität Tübingen von 1981 an als Reporter des Bayerischen
Fernsehens. Von 1992 – 2005 war er Studioleiter des ARD-Studios in
Istanbul mit dem Berichtsgebiet Türkei und Iran. In dieser Zeit
drehte er rund 50 Dokumentarfilme aus dieser Region. Seit 2005 lebt
er als freier Autor, Journalist und Fotograf in Istanbul und
unterrichtet an der Bilgi Universität im Fachbereich Fernsehen/Film.
Bisher sind 3 Bücher mit Texten und Fotos von ihm erschienen,
zuletzt das Fotobuch Istanbul.
Die
Ankündigung zu seiner “Istanbul-Lesung“ finden sie auf Seite 7
und zu seiner Ausstellung “Gesichter der Türkei“ auf Seite 19.
Weitere Informationen zu Dieter Sauter finden sie
unter www.dieter-sauter.com
Danke
An dieser
Stelle möchten wir uns einmal ganz herzlich bei allen unseren
Brücke-Mitgliedern in Deutschland und der übrigen Welt bedanken, die
uns auch nach ihrem Weggang aus Istanbul seit langer Zeit die Treue
halten.
Das Brücke-Team
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Rückblicke |
Zu Gast
beý der türkýschen Folklore-Tanzgruppe Harman
Für den
Abend des 27. Februar 2010 hatte das Kulturforum der Brücke
einen Besuch bei der Folklore-Tanzgruppe Harman ermöglicht. An
diesem Abend feierte der Verein sein jährliches Fest in einem
Lokal am Sahil Yolu in Maltepe. Als einzige ausländische Gäste
wurden wir herzlich begrüßt. Bei leisen Klängen europäischer
Unterhaltungsmusik warteten wir mit vielen anderen Gästen an
schön gedeckten Tischen auf die Darbietungen. Aber anders als
von uns erwartet, sollten wir an diesem Abend nicht die
Tanzdarbietungen einiger weniger betrachten. Kaum erklangen die
ersten Töne türkischer Tanzmusik, füllte sich die Tanzfläche mit
nimmermüden Gästen und Vereinsmitgliedern einschließlich Kindern
und Jugendlichen. Bei den mitreißenden Rhythmen und der
sichtbaren Freude der Tänzer konnte selbst ich als "kühle
Deutsche" nicht still sitzen bleiben. Als sich die Tänzer zu
Musik aus verschiedenen Gegenden der Türkei zu Kreisen oder
Reihen formierten, angefeuert von Zurna und Davul, einer Flöte
und einer dickbauchigen Trommel, wurde ich aber wieder zur
staunenden Zuschauerin. Auch Freiflächen zwischen den Tischen
wurden genutzt, wenn die Tanzfläche nicht genügend Raum bot. Vor
allem die sprühende Lebensfreude der Tänzer wird diesen Abend zu
einem unvergesslichen Erlebnis für mich machen.
Monika Hümmer
Internatýonaler
Frauentag 2010
Es ist schon
fast zur Tradition geworden, dass die BRÜCKE, zum
INTERNATIONALEN FRAUENTAG am 8. März, einen Abend in der
Weinstube Pano in Beyoglu organisiert. So war es auch dieses
Jahr; eine fröhliche Runde kam zusammen und feierte mit “Gutem
aus Griechenland” den Frauentag. Nicht nur der Tag wird
international gefeiert auch unsere Runde war gut gemischt; wir
waren Frauen aus Deutschland, Österreich und der Schweiz und
hatten unseren Spaß mit den verschiedenen nationalen Varietäten
und sprachlichen Kuriositäten.
Corina Bilhan
DIE IKONE – Fenster zur Ewýgkeýt
Vortrag des Kunsthistorikers Dr. Aloys Butzkamm über
Mariendarstellungen auf Ikonen
Auf
Einladung des Kulturforums hielt der Kunsthistoriker und
Pfarrer der katholisch-deutschsprachigen Gemeinde Istanbuls Dr.
Aloys Butzkamm einen Vortrag mit Diapräsentation über die
Symbolik, Spiritualität und Theologie der Ikone. Anfang März
versammelte sich ein Kreis von Interessierten in der Nachbarschaft
der Geschäftsstelle des Brücke-Büros, in einem Vortragssaal
des Barcelo Saray Hotels.
Zunächst leistete Herr Dr. Butzkamm Übersetzungshilfe, denn wer sich
mit Ikonen befasst, muss wissen, was der Begriff bedeutet, nämlich
schlicht und einfach das Bild. Der Referent wies ausdrücklich
darauf hin, dass eine Ikone nicht ausschließlich auf Holz gemalt
sein muss, auch eine Darstellung auf einer Wand oder auf Metall,
geschnitzt oder als Mosaik, kann als eikon bezeichnet werden.
Die Kirche des Ostens stellt diese Meditationsbilder in vielen
Varianten in ihren Kirchen auf. Sie werden an der Ikonostase
angebracht, einer Wand, die den Kirchenraum vom Altarraum trennt.
Aber auch in den Häusern und Wohnungen haben Ikonen ihren Platz. Man
findet sie fast immer gegenüber dem Haus- und Wohnungseingang, so
dass der Blick des Eintretenden direkt darauf fällt.
Die Anordnung der Bilder auf der Ikonostase ist nicht zufällig,
sondern hat eine festgelegte Gestaltung und „Dramaturgie“: Rechts
und links neben der in die Ikonenwand eingelassenen Pforte sind fast
lebensgroße Ikonen angebracht. Die rechte stellt immer Christus als
Lehrenden dar (Pantokrator). Daneben sind Ikonen des hl. Johannes
des Täufers, der Gottesmutter und des Kirchenpatrons platziert.
Darüber hinaus können weitere Engel- und Heiligendarstellungen
angebracht sein.
Auch die vier Evangelisten (Matthäus, Markus, Lukas, Johannes)
finden sich auf der Ikonostase wieder sowie Darstellungen, die im
Bezug zu den Festen des Kirchenjahres stehen. Natürlich wäre zur
Gestaltung und Bildfolge einer Ikonostase noch vieles anzumerken,
dies würde aber den Rahmen dieses Berichts sprengen.
Die besondere Stellung der Gottesmutter innerhalb der Orthodoxie ist
an unzähligen Marienikonen ablesbar. Die Darstellungen variieren und
weisen in ihrer Symbolik Unterschiede auf. So gibt es die
Hodegetria, die der Überlieferung nach vom Evangelisten Lukas
gemalt wurde. Die Gottesmutter trägt das Kind meist auf dem linken
Arm, die rechte Hand weist auf den Christusknaben hin. Christus hält
in der Hand eine Buchrolle; ein Hinweis auf den Verkünder des
Evangeliums. Manchmal segnet die rechte Hand des Kindes. Ferner sind
auch drei Sterne zu erkennen, diese sind ein Hinweis auf die
Jungfräulichkeit. Darüber hinaus kennt man in der Ostkirche noch
andere Darstellungen der Muttergottes: Die Eleousa, die
Glykophilousa, die Galaktotrophousa u.v.a., die sich durch
unterschiedliche Darstellungsweisen, durch Symbolik und Farbgebung
unterscheiden. Eine Beschreibung der verschiedenen Typen mit ihren
Eigen- und Besonderheiten würde ein Buch füllen –
Beliebt sind bei den Gläubigen auch Bildfolgen, die biblische
Sequenzen aus dem Marienleben aufgreifen: Die Verkündigung durch den
Erzengel Gabriel, Maria und ihre Base Elisabeth, Maria im Kreis der
Jünger am Pfingsttag u.v.m. Aber auch Geschehnisse im Leben der
Gottesmutter, die in den Apokryphen (Schrifttum außerhalb des
Bibelkanons) zu finden sind, werden ins Bild gebracht.
Für den Laien ist es manchmal schwierig herauszufinden, welcher
Heilige auf der Ikone dargestellt ist. Wie gut, dass die Ikonenmaler
sorgfältige Menschen sind, denn jede Ikone ist beschriftet,
allerdings in griechischer Sprache. Der Künstler schreibt den Namen
nicht aus, sondern kürzt ihn ab.
Die vielen Ikonen, die an diesem Morgen in Form von Dias betrachtet
werden konnten, hat Dr. Aloys Butzkamm u.a. auf Reisen fotografiert.
Bilddarstellungen aus der Griechisch-Orthodoxen Kathedrale Agia
Trias in Bonn, aus weiteren Kirchen und Museen sowie aus dem
Privatbesitz des Referenten illustrierten ganz ausgezeichnet seinen
Vortrag.
Wer keine Gelegenheit hatte dem informativen Referat beizuwohnen,
hat die Möglichkeit alles nachzulesen – aber ausführlicher als es
diese Zusammenfassung zu leisten vermag. Deswegen sei auf das Buch
Faszination Ikone von Pfarrer Dr. Butzkamm ausdrücklich
hingewiesen (Bonifatius Verlag). Es ist erhältlich im Buchhandel
oder im Pfarrbüro von St. Paul zum Preis von 22,90 €.
Thomas
Minten, Ulm
1. Wohltätigkeits - Frühstück 2010
„Toleranz“
Das erste
Wohltätigkeits-Frühstück 2010, organisiert vom Brücke-Kulturforum,
fand am 11. März bei Lana Volland statt. Wie von Lana gewünscht
stand dieses Treffen untern dem Motto „Toleranz“ und jede von uns
war eingeladen, etwas zu diesem Thema beizutragen.
Vor dem Einstieg in das Thema informierte Doris Zirh uns über die
Unterstützung der „Brücke“ für die Kartal Schule. Doris, die sich
verantwortlich um dieses Projekt kümmert, erzählte mit viel
Engagement über die alltäglichen Lebensbedingungen der Menschen
dort, über ihren sozialen und regionalen Hintergrund, über den
Beginn der Zusammenarbeit mit der „Brücke“ und über die Projekte,
die dort initiiert wurden, so zum Beispiel:
über den Umbau eines Lagerraums für Kohle zu einer
Sporthalle
über Sportprojekte in den Schulferien.
über Unterricht und Vorträge für die Mütter der
Schüler/innen.
über Patenschaften, die vermittelt wurden.
Das
Projekt wird von namhaften Firmen unterstützt, was umso wichtiger
ist, weil der türkische Staat lediglich für die Kosten wie Gebäude,
Heizung, Lehrmittel und Lehrer/innen aufkommt, nicht aber für
alltägliche Materialien wie z. B. Reinigungsmittel. Für diese Dinge
müssen Sponsoren gefunden.
Doris ermunterte uns dann zum einen, unsere Böden und Abstellkammern
nach nicht mehr gebrauchter Kinderkleidung zu durchsuchen und diese
der Kartal-Schule zu spenden.
Zum anderen spendeten alle Teilnehmerinnen, da auf einen
kulinarischen Beitrag zu diesem Frühstück verzichtet wurde und Lana
die Verköstigung für uns übernommen hat, einen kleinen Betrag
zugunsten der Schule.
Wir hoffen, dass wir damit den Kindern und den Eltern dort ein
bisschen helfen können.
Den
Einstieg in das Thema „Toleranz“ und den weiterhin sehr
interessanten Vormittag gelang Lana Volland sehr anschaulich durch
eine kleine Geschichte, die uns Wichtigkeit des Miteinanderlebens,
der gegenseitigen Akzeptanz deutlich machte.
Himmel
oder Hölle
Ein nach
dem Sinn suchender Mann begegnete Gott und fragte Ihn: „Lieber Gott,
ich möchte wissen, was Himmel und Hölle bedeuten.“ „Dort drüben
steht eine weise Frau, sie wird es dir erklären“, antwortete Gott.
Die weise Frau nahm den Sinnsuchenden an die Hand und führte ihn in
einen großen Raum. Dort sah er viele Menschen im Kreis sitzen, die
alle sehr lange Löffel in der Hand hielten. In der Mitte befand sich
ein großer Grill, auf welchem viele Töpfe mit köstlichen Gerichten
standen. Alle schöpften mit ihren langen Löffeln aus diesen Töpfen.
Aber die Menschen sahen mager, blass, bedrückt und unglücklich aus.
Da sah der Sinnsuchende den Grund dafür: Ihre Löffel waren viel zu
lang. Sie konnten diese nicht zum Munde führen und das herrliche
Essen nicht genießen.
Die beiden gingen hinaus. „Welch seltsamer Raum war das?“, fragte
der Sinnsuchende. Die weise Frau antwortete: „Das ist die Hölle!“
Sie betraten einen anderen Raum. Alles war genau so wie im
vorhergehenden Raum. Ringsum saßen viele Menschen mit sehr langen
Löffeln. In der Mitte, über dem Grillfeuer standen dieselben großen
Töpfe mit köstlichen Gerichten. Aber es gab einen ganz wesentlichen
Unterschied zum ersten Raum. Alle Menschen sahen gesund, zufrieden
und glücklich aus. „Wie ist das möglich?“, fragte sich der
Sinnsuchende und schaute genau hin. Da sah er den wahren Grund
dafür: Diese Menschen respektierten sich, interessierten sich
füreinander, hörten einander zu, waren füreinander da und schoben
sich gegenseitig die Löffel in den Mund. Jetzt wusste der
Sinnsuchende, was „Himmel“ und „Hölle“ bedeuten.
(Frei nach einer russischen Geschichte)
Ist dies die Beschreibung für Toleranz unseren Mitmenschen
gegenüber?
Eine weitere Einstimmung auf das Thema gab uns
folgendes Gedicht von einem unbekannten Autor:
In einer
angenehmen Runde von Brücke-Frauen entstand sehr schnell eine
Diskussion über das Motto des Morgens, auch angeregt durch eine
kurzweilige und amüsante Moderation von Seiten Lanas.
Laß
dem anderen die Freiheit,
seinen eigenen Weg zu gehen.
Laß ihm Ruhe, laß ihm Zeit,
die Welt aus seiner Sicht zu sehen.
Weißt
du denn, ob dein Weg richtig
für den anderen wohl sei?
Was für dich vielleicht noch wichtig,
ist bei ihm schon längst vorbei.
Drum dräng‘ ihn nicht, nach deiner Norm
seine Welt sich zu gestalten;
auch er hat eine rechte Form,
um sein Leben zu erhalten.
Zwing ihm nicht dein Wissen auf,
das du selbst nicht recht verstehst;
laß ihm seinen freien Lauf,
wenn du auch anderswohin gehst.sei stets bereit,
auch zu vergessen.
Hör dir des anderen Meinung an,
erdrück‘ sie nicht mit deinem Sprechen;
und ist selbst bitt‘rer Wermut dran,
sei stets bereit, auch zu vergessen.
Fragen wie:
·
Wo hört Toleranz auf und beginnt Gleichgültigkeit?
Ändert sich unser Toleranzverhalten, wenn wir älter
werden?
Wer stellt die Normen für Toleranz auf?
Wie verhalten sich Toleranz und Grenzen für den
einzelnen?
Welche Werte sollen wir unseren Kindern mitgeben?
Und wie machen wir unsere Kinder so stark, dass sie
Toleranz leben......................
wurden
persönlich und kontrovers diskutiert. Viele von den Brücke-Frauen
hatten etwas zu diesen Themen beizutragen und so entwickelten sich
in kleinen Runden angeregte Gespräche. Nebenbei genossen wir
natürlich die köstlichen Häppchen von Lana. Das war der „Himmel“.
Der
Abschluss der Gespräche bildete ein Zitat zur „Toleranz“, das uns
von Mona Marweld-Engin, der Initiatorin des Wohltätigkeitsevents,
mit auf dem Weg gegeben wurde.
Im Namen
der Toleranz sollten wir das Recht beanspruchen,
die Intoleranz nicht zu tolerieren.
Karl Raimund Popper (1902-1994), Philosoph
Wir möchten zum Abschluss allen, die sich an der Organisation und
mit Beiträgen zum Thema zur Gestaltung dieses kurzweiligen
Vormittags beigetragen haben recht herzlich danken. Insbesondere
Lana Volland für die nette Gastfreundschaft in ihrem Haus.
Vielen Dank, Lana!
Und wir
würden uns freuen, wenn es bald ein 2. Wohltätigkeits-Frühstück
unter einem anderen Motto geben könnte. Die Kinder der Kartal-Schule
brauchen unsere Unterstützung.
Inka
Claussen
Zierliche Person - gewaltiges Thema
Die Ausstellungseröffnung vom Sema Bicik "Gelibolu
1915" in der IMSG
Am
Barbaros Bulvari 113 aus dem Auto geklettert, sieht man das große
Transparent mit ihrem Namen "Sema Bicik" und ein roter Teppich führt
durch einen tunnelartigen Eingang.
Dort wird man gleich vom Thema der Ausstellung empfangen. Es spielt
eine Vox-Video-Installation von über 10 Metern Dokumentarfilme zum
Kriegsgeschehen in Gelibolu (auf Deutsch: Gallipoli) neben Bildern
der Ausstellung an die Wand. Das Ganze auf farbreichem Hintergrund
und in Bewegung ist allein schon eine besondere Kunst.
Die Räumlichkeiten der Galerie werden von einem monumentalen
Bilderzyklus dominiert. In der Breite eines damaligen Schützengraben
( 10,5 mt ) hat die Künstlerin dort ihre Kenntnis, ihr Wissen aber
auch ihr Mitgefühl über das historisch so bedeutsame Kriegsgeschehen
in Canakkale gemalt.
Dort gab es um 19.30 Uhr neben der Begrüßung und den Ansprachen von
Vertretern der drei prominenten Istanbuler Fussballclubs, die ja
damals auch viele junge Sportler verloren hatten, einen besonderen
Höhepunkt. Einen Film über Gelibolu, der im Zusammenschnitt von
einzelnen Kriegsszenen Ausschnitte und Details der Bilder Sema
Biciks zeigt, unterlegt mit Elementen der "Antakya-Musik" des
deutschen Quartetts Quadro Nuevo. Die Leute standen immer noch dicht
gedrängt und beeindruckt, als der Sänger Cem Adrian mit seiner
Stimme anhob, seine eigene Komposition zu Gelibolu uraufzuführen. Er
hat die Menschen mit seinem gewaltigen Stimmvolumen - über acht
Oktaven - wirklich mitreißen können.
Es gab eine faszinierende Mischung von Besuchern, wie sie nur durch
ein Thema dieser Art zustande kommt.
Die Militärs der Türkischen Kriegsakademie in ihren grauen Uniformen
waren anwesend, genauso wie berühmte Leute der Istanbuler
Gesellschaft, sowie Gäste aus Australien und Deutschland.
Was sie vereinte, wurde durch einen betagten, weißhaarigen Herrn
verdeutlicht. Er zeigte auf eines der historischen Fotos einer
Fußballmannschaft. Dieser Mann mit dem Fez war sein Vater, der
damals den Fussballclub von Galatasaray gegründet hat, und Gott sei
Dank nicht in Gelibolu gefallen ist, erläuterte er im Kreise seiner
Frau, Tochter und Enkelin, die es ja sonst nicht gäbe....
Die Bilder sind alle betitelt und so bleibt man auch beeindruckt vor
"Letzte Patrouille" stehen, einem Boot, das in den Himmel zu
schweben scheint, in der Hoffnung, dass es wirklich die Letzte sein
könnte!
Die Ausstellung ist noch bis zum 15. April geöffnet
Brigitte
Meurer
Die Besichtigung des Chora Klosters -
Zwei ganz besondere Führungen
Die vom
Kulturforum angekündigte Führung am 18. März 2010 durch das Chora
Kloster war schon frühzeitig im Infobrief und per Mail bekannt
gemacht worden. Der Andrang der Kunstbeflissenen besonders groß, so
daβ noch eine zweite Führung geplant werden musste. Glücklicherweise
brauchten wir niemanden enttäuschen. Herr Pfarrer Dr. Butzkamm
änderte seinen Terminkalender und machte am nächsten Tag eine zweite
Führung möglich.
Ich persönlich nahm an der zweiten Führung teil. Es wurde eine
Veranstaltung der besonderen Art.
Herr Dr. Butzkamm nahm sich Zeit für die Vorbereitung der
Besichtigung. Man saß im Saal des Verwaltungsgebäudes im Kreis bei
einem Glas Tee und folgte sowohl den Ausführungen über die
Gründungsgeschichte des Klosters und der Kirche als auch den
biblichen Geschichten und Tatsachen, die zum Entstehen der
wunderschönen Mosaike und Fresken führten.
Alle lauschten andächtig, würden doch seine Hinweise später, beim
Betrachten der Kunstwerke, zum besseren Verstehen derselben
beitragen. Und genau so geschah es dann auch.
An Ort und Stelle, in der Hauptkirche mit den weltweit bedeutendsten
Mosaiken und der südlichen Seitenkapelle mit ihren eindrucksvollen
Fresken, waren wir, schauend und staunend, dankbar für die
fachmännischen Informationen vorab.
Herr Dr.
Butzkamm führte uns, manchmal auf charakteristische oder minimale
Einzelheiten hinweisend, mit ruhiger Hand und Stimme durch die
einzelnen, abgeschlossenen Sakralzyklen.
Jeder hatte seinen ganz persönlichen Kunstgenuss.
Wir möchten Herrn Pfarrer Dr. Butzkamm ganz herzlich danken, dass er
sein Spezialwissen bei den Führungen durch das Chora Kloster dem
Kulturforum so bereitwillig zur Verfügung stellte.
Brigitte Midil |
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Das Brücke-Kulturforum
stellt vor |
„Yollarda -
European Literature Goes to Turkey/
Turkish Literature Goes to Europe“
Es war am
3. Mai 2009 als in einem feierlichen Festakt in Tarabya, im Park der
Sommerresidenz des deutschen Botschafters, eine der weltweit größten
Literaturprojekte des Goethe-Instituts ins Leben gerufen und ein
Literatur-Bus auf eine lange Fahrt geschickt wurde. Bis Juni 2010
sollten in 24 Städten der Türkei und in acht Städten Europas
Veranstaltungen stattfinden.
European Literature Goes to Turkey
Die erste Station
der Literaturtournee war Diyarbakir im Mai 2009. Es folgten Malatya,
Gaziantepe, Urfa und Van bis zur Sommerpause 2009. In jeder Stadt
fanden eine Woche lang Lesungen, Diskussionen, Konzerte und
Ausstellungen statt. Videocamps, Lesungen an Universitäten und
Schulen, aber auch ein interaktiver Internet-Blog richteten sich vor
allem an Jugendliche. Dieser Blog wird auch weiterhin im Internet
zur Verfügung stehen.
Im Herbst ging es dann weiter über Kars, Erzurum, Trabzon und Samsun
nach Ankara. Weitere Städte folgten. Der Höhepunkt der Türkei-Tournee
wird nun in der Woche vom 09. - April 2010 in Istanbul erwartet. Im
Rahmen der Feierlichkeiten zur Europäischen Kulturhauptstadt 2010
ist unter anderem
ein Galakonzert in der Aya Irini geplant.
Bisher
wurden 48 namhafte Schriftsteller sowie zahlreiche Musiker,
Filmemacher, Fotografen und Künstler aus acht teilnehmenden Ländern
Europas (Belgien, Deutschland, Schweiz, Italien, Österreich, Ungarn,
Rumänien und Bulgarien) in der Türkei präsentiert. Begleitet wurde
die Tournee, die momentan auf ihren Weg über Bursa, Tekirdag und
Edirne zu ihrer besonderen Veranstaltung nach Istanbul kommt, von
einem Bücherbus, der neben den Werken der Autoren auch
Länderinformationen und Internetstationen bereitstellt.
Turkish
Literature Goes to Europe
Ein
zweiter Teil der Reise führt 16 türkische Autoren und zahlreiche
Musiker nach Sofia, Bukarest, Wien, Venedig, Zürich und in die
beiden weiteren europäischen Kulturhauptstädte 2010, Pécs und Essen.
Zum Abschluss treten in Brüssel alle teilnehmenden Autoren in einer
feierlichen Gala auf.
Eine besondere Projekt-Förderung
„Yollarda
– European Literature Goes to Turkey/ Turkish Literature Goes to
Europe“ wird im Rahmen des Cultural Bridges Programms der EU
gefördert.
Partner des Projektes sind die Konsulate, Botschaften und
Kulturinstitute Österreichs, Belgiens, Italiens, Ungarns, Rumäniens,
Bulgariens und der Schweiz in der Türkei.
Die türkischen Partner sind Anadolu Kültür, Istanbul
Foundation for Culture and Arts (IKSV),
Istanbul 2010 - European Capital of Culture Agency, die Bilgi
Universität Istanbul und die Absolventenstiftung des
Österreichischen St. Georgs-Kollegs (ALV).
Unterstützt wird das Projekt auch von der S. Fischer Stiftung, der
Kulturstiftung der deutsch-türkischen Wirtschaft, sowie von
Contretype - Zentrum für Zeitgenössische Fotografie Brüssel und dem
Ungarischen Haus der Fotografie Budapest. Ermöglicht wurde das
Projekt durch die großzügige Unterstützung von Mercedes-Benz Türk
A.Þ.
Weitere
Informationen:
www.goethe.de/yollarda
In
Istanbul findet die „Yollarda“-Woche vom 9. bis 16. April 2010
statt.
Besonders wichtige Veranstaltungen sind unter anderem:
Am Freitag, 09. April 2010 um 16:00 Uhr die
Eröffnung
der Werkbund-Ausstellung
mit Führung und Umtrunk
Im Oktober
1907 schlossen sich zwölf Künstler und Architekten, darunter Peter
Behrens, Josef Hoffmann und Richard Riemerschmid sowie zwölf Firmen
in München zum Deutschen Werkbund zusammen. Als Zweck des Bundes
formulierten die Gründungsmitglieder "die Veredelung der
gewerblichen Arbeit im Zusammenwirken von Kunst, Industrie und
Handwerk, durch Erziehung, Propaganda und geschlossene Stellungnahme
zu allen einschlägigen Fragen". Die Zielsetzung, die gesamte
industrialisierte Lebenswelt "Vom Sofakissen bis zum Städtebau" (Hermann
Muthesius) nach künstlerischen Gesichtspunkten zu "veredeln" und mit
"gut" geformten Objekten die Bevölkerung kulturell zu "erziehen",
bestimmte die Arbeit des Deutschen Werkbunds bis ins letzte Drittel
des 20. Jahrhunderts.
Ort:
Mimar
Sinan Güzel Sanatlar Üniversitesi
Tophane-i Amire Kültür ve Sanat Merkezi
Boðazkesen Cad. Defterdar Yokuþu No: 2
Tophane - Karaköy
Die
Fotoausstellung von
Dieter Sauter - "Gesichter der Türkei" – Fotografie
Ausstellungseröffnung
am Dienstag,
13.April 2010 um 18.00 Uhr
mýt Cocktail
Portraits - nicht von Showstars oder Politikern,
sondern von Arbeitern einer Großbaustelle in Istanbul und von
Frauen, die in Istanbul Deutsch lernen, um auszuwandern. Sie kommen
aus allen Teilen der Türkei, aus Diyarbakir, Kars und Konya, aus
Ankara, Antalya und Edirne. Sie posieren nicht vor der Kamera, ihre
Gesichter erzählen von ihrem Leben, ihrem Stolz, ihren Hoffnungen
und Fragen an die Zukunft
Ort:
Beyoðlu Belediye Sanat Galerisi
Istiklal Caddesi 217 - Beyoðlu
Am Donnerstag, 15. April 2010 von 15:00-17:00
Literatur-Symposium
Gespräch zwischen
Günter Grass und Yaþar Kemal
(Moderation: Osman Okkan),
Podiumsdiskussion
Das
Goethe-Institut Istanbul hat die Ehre, zum Abschluss der
Türkei-Tournee des Projekts „Yollarda – European Literature Goes to
Turkey/ Turkish Literature Goes to Europe” zwei Schriftsteller von
Weltruhm begrüßen zu dürfen. Günter Grass und Yaþar Kemal widmen
sich in einem Gespräch der Frage, auf welche Weise Literatur
gesellschaftliche Veränderungen widerspiegelt und an diese erinnert.
In der anschließenden Podiumsdiskussion greifen ausgewählte Autoren
der „Yollarda”-Tournee, wie Monika Maron, Alek Popov, Attila Bartis,
Perikles Monioudis sowie Stefan Brijs, dieses Thema auf und
reflektieren zudem über ihre persönlichen Erfahrungen in der Türkei.
Moderatoren:
Osman Okkan, Memet Ali Alabora
Ort:
Harbiye Muhsin Ertuðrul Sahnesi, Harbiye Mahallesi, Gümüþ Cad. No:
3, Þiþli
Am
Freitag, 16. April 2010, 20:00 Uhr
Gala-Konzert des Ensemble
Modern unter dem Titel
„Into Istanbul“
Das Musikprojekt „into Istanbul’’ des Ensemble Modern
und des Siemens Arts Program, in Zusammenarbeit mit dem
Goethe-Institut, stellt den Versuch dar, musikalisch das Wesen vier
verschiedener Großstädte (Istanbul,
Dubai, Johannesburg und Pearl River Delta)
zu ergründen.
Mehrere Wochen waren die
Komponisten Mark Andre, Beat Furrer, Samir Odeh-Tamimi und Vladimir
Tarnopolski in Istanbul auf der Suche nach einer musikalischen
Essenz dieser faszinierenden Metropole; ihre kompositorischen
Annäherungen an Istanbul wurden schließlich vom Ensemble Modern in
Frankfurt und Berlin präsentiert. Nun folgt die türkische
Erstaufführung der vier Stücke in Anwesenheit der Komponisten.
Ort:
Aya Ýrini
Topkapý Sarayý Müzesi
Sultanahmet, Ýstanbul
Mit dem
Schriftsteller Leonhard Thoma werden täglich Lesungen an
Istanbuler Gymnasien stattfinden, auch am Alman Lisesi, Istanbul
Lisesi und der Österreichischen Schule.
Freuen wir
uns auf eine interessante kulturelle Woche!
Mona
Marweld-Engin |
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Die schönsten Liebesromane
aller Zeiten |
Salz auf unserer Haut
'Ein
Plädoyer für die Liebe ohne Schuldgefühle. Benoite Groult bringt das
Kunsstück fertig, eine ganz einfache, überzeugende Liebesgeschichte
zu schreiben.' (Brigitte)
Kurzbeschreibung
Die
Geschichte einer im Grunde unmöglichen, einzigartigen Liebe:
George, die Pariser Intellektuelle, und Gauvin, der bretonische
Fischer - Welten trennen die beiden, die Barrieren von Erziehung und
Bildung, von Weltanschauung und Geschmack stehen zwischen ihnen. Ein
Leben miteinander halten beide für unmöglich. Und doch zieht sie ein
Verlangen zueinander, das stärker ist als Vernunft und Konvention,
eine Leidenschaft, die, auch als die Liebenden älter und reifer
werden, nicht erlischt. Ein Roman voll Zärtlichkeit und Sinnlichkeit,
zugleich das Porträt einer freien, selbstständigen Frau, die zu
ihren Gefühlen steht.
Verlag:Droemer/Knaur
ISBN-10:3-426-62708-6
Übersetzer:Irène
Kuhn
Seiten:320
Salz
auf unserer Haut wurde 1992 als kanadisch-französisch-deutsches
Filmdrama unter der Regie von Andrew Bikrin, der auch das Drehbuch
schrieb, mit Greta Scacchi und Vincent D’Onofrio in den Hauptrollen
verfilmt.
Kritiken
Die
Zeitschrift Cinema schrieb, der Film sei „Erotik-Kitsch
nach dem einstigen feministischen Bestseller“.
Auch die Autorin der Romanvorlage, Benoîte Groult, äußerte sich in
einem Interview mit der Zeitschrift Die Zeit enttäuscht: "Ich
habe doch gesehen, was der Regisseur Andrew Birkin aus "Salz auf
unserer Haut" gemacht hat. Er erzählte mir: George, die Pariser
Intellektuelle, hätte den Fischer heiraten sollen. Ich sagte zu ihm:
Sie haben nichts verstanden. Nur mit Mühe habe ich durchgesetzt, daß
keine Hochzeit stattfindet. Trotzdem war George in dem Film nur eine
Karikatur, und der Fischer war ein Machoverschnitt. Der Charakter
der Frau war dem Regisseur einfach zu stark."
Hintergründe
Der Film
wurde in Glasgow und in einigen anderen Orten in Schottland gedreht.
In Deutschland zählte man ca. 889 000 Kinozuschauer.
Portrait
Benoîte
Groult, geboren am 31. Januar 1920, wuchs als Tochter einer in
Frankreich berühmten Modedesignerin und des Innenarchitekten André
Groult in der Pariser Oberschicht auf. Nach dem Studium der
Literaturwissenschaften arbeitete sie bis 1953 als
Fernsehjournalistin. Ehe sie 1972 ihren ersten eigenen Roman
veröffentlichte, publizierte sie drei Bücher mit ihrer jüngeren
Schwester Flora.
Ihre vorrangigen Themen sind, in essayistischer Form gestaltet, die
Geschichte des Feminismus, die Diskriminierung von Frauen und die
krankhafte Abneigung von Männern gegenüber Frauen (Misogynie), wobei
sie ihre Texte sozialpsychologisch und historisch fundiert
aufbereitet. In Deutschland wurde Salz auf unserer Haut mit
mehr als 3 Mio. verkauften Exemplaren ein Bestseller. Die Geschichte
einer ungewöhnlichen Leidenschaft zwischen einer Pariser
Intellektuellen und einem bodenständigen bretonischen Fischer wurde
1992 verfilmt. Wie viele ihrer Romane trägt auch dieser gewisse
autobiografische Züge, die jedoch stark verzerrt dargestellt werden.
Davon berichtete sie Jahre später in ihren Memoiren Leben heißt
frei sein.
Benoîte Groult heiratete 1943 Blaise Landon, der jedoch bereits im
Mai 1944 verstarb. In zweiter Ehe war sie mit dem französischen
Journalisten, Radio- und Fernsehmoderator Georges de Caunes
verheiratet; aus der Ehe gingen die Töchter Blandine und Lison
hervor. Mit dem Schriftsteller Paul Guimard (1921–2004) war sie bis
zu dessen Tod verheiratet; aus dieser dritten Ehe stammt die Tochter
Constance.
Quelle:
wikipedia
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News und Aktuelles |
Neuwahlen ým Club Teutonýa
Deutscher Kultur – und Wohlfahrtsverein
gegr. 1847 - Istanbul
In der letzten
Mitgliederversammlung wurde der gesamte Vorstand des Club Teutonia
wiedergewählt. Den Vorsitz behält Erald Pauw, die weiteren
Vorstandsmitglieder sind Erwin Köhle, Bernd Raymund, Thomas Mühlbauer
und Beate Kretzschmann. Alle ehrenamtlichen Mitglieder haben sich seit
Jahren für den Erhalt des Clubs eingesetzt und führen das über
160jährige Erbe fort. Viele Istanbuler, nicht zuletzt die
Clubmitglieder, haben sie dabei über Jahre und Jahrzehnte unterstützt
oder waren selbst aktiv im Vorstand tätig. Der Theatersaal ist
historisch gesehen ein Kleinod und es gibt aus dieser Epoche nur noch
einen vergleichbaren im Yildiz Saray.
Im Club Teutonia verkehrte zu Glanzzeiten die Oberschicht der Stadt.
Zwei große Silberkaraffen wurden dem Club durch den Sultan geschenkt.
Sie stehen heute als Leihgabe im deutschen Generalkonsulat in den
Empfangsräumen der Generalkonsulin. Im Archiv des Clubs, das dringend
Spezialisten braucht, die die Aktenunterlagen, Bücher, Musiknoten und
Schelllack-Schallplatten durchforsten, finden sich Zeugnisse aus alten
Zeiten, die so manchen schmunzeln lassen. So unter anderem eine
Speisekarte des Clubs, der seinerzeit im Parterre ein deutsches
Restaurant unterhielt, das – von Lufthansa gesponsert- keine Wünsche
offen ließ.
Unvergessen sind bei vielen alteingesessenen Istanbulern die
Faschingsfeste, mit einer Rutschbahn von der Empore hinunter auf die
Bühne. Auch der Deutsche Weihnachtsbasar fand hier früher statt und
ebenso war der Vorläufer des heutigen Goethe Institutes mit seiner
Bibliothek hier beheimatet. Mehr dazu erfahren Sie im Teutonia Buch von
Barbara Radt, das in der Buchhandlung Mühlbauer erhältlich ist.
Anstelle des einstigen regen Vereinslebens sind heute zahlreiche andere
Veranstaltungen gerückt, die den Erhalt des Clubs stärken. Dazu zählen
der Siemens Opernwettbewerb, der Musikwettbewerb Jugend musiziert,
Theateraufführungen, Konzerte, Tagungen und Feierlichkeiten der
deutschen Schulen, Konzerte des Galata - Vereins, Dichterlesungen,
Tagungen des Orientinstitutes oder der Konrad Adenauer Stiftung,
Chorproben des Europäischen Chors Istanbul und des seitens des Clubs
gesponserten Chors Koral Istanbul. Hauptmieter sind die Deutsche
Botschaftsschule und der Kindergarten, mit denen wir in traditioneller
Weise verbunden sind.
Wir freuen uns, dass in diesem Jahr wieder neue Mitglieder aufgenommen
werden konnten und dass auch Jugendliche Interesse am Club zeigen.
Sollten Sie
sich mit Ihren Fähigkeiten einbringen wollen, kontaktieren Sie bitte
Beate Kretzschmann über das Brücke Büro.
Das Abenteuer Auswandern und der Exodus der besten Köpfe
Nüchterne
Zahlenkolonnen in Statistiken sind langweilig, schnell blättert man
weiter. Doch die Statistik im jüngsten Migrationsbericht der
Bundesregierung hat es in sich: Immer mehr Deutsche verlassen
Deutschland. Erstmals seit 25 Jahren sind mehr Menschen aus- als
eingewandert. Exakt 682.146 Personen zogen vergangenes Jahr zu, 737.889
fort.
Täglich
verliert Deutschland ein ganzes Dorf!
Nun könnte man zur Tagesordnung übergehen nach dem Motto „Reisende soll
man nicht aufhalten“. Wem es hier nicht gefällt, der kann gehen und sein
Glück woanders suchen, schließlich leben wir Gott sei Dank endlich in
ganz Deutschland mit offenen Grenzen. Doch die Zahlen alarmieren, denn
es gehen nicht die Aussteiger mit Rucksack und Gitarre, sondern meist
die Motivierten, die Qualifizierten und gut Ausgebildeten.
Forscher und
Facharbeiter, Ärzte und Handwerker ziehen zu Zehntausenden weg, weil die
Schweiz, die USA oder Skandinavien bessere Bedingungen bieten.
Was läuft falsch bei uns, dass laut Allensbach-Umfrage jeder Fünfte am
liebsten „Good Old Germany“ den Rücken kehren möchte? Im
Wirtschaftswunder der 1960er-Jahre dachte nur jeder Zehnte darüber nach.
Während es bei uns 23.000 offene Stellen für Ingenieure gibt, suchen
viele lieber im Ausland einen Job. Die Wirtschaft beklagt bereits den
„Exodus der klügsten Köpfe“. Selbst die deutsch-türkische Elite wandert
wieder ab, warnt Migrationsforscher Klaus Jürgen Bade:
„Es besteht
die Gefahr, dass die Tüchtigen Deutschland verlassen, während die
Chancenlosen bleiben, weil es nirgendwo ein vergleichbares Sozialsystem
gibt.“
Doch wer aus Frust über Bürokratie, hohe Steuern oder schlechte
Berufschancen auswandert und meint, jenseits deutscher Grenzen warten
ausschließlich Schlaraffenländer, sollte bedenken: Er verdankt Kindheit
und Jugend, Bildung und Ausbildung genau diesem „System“ und jenen
Steuerzahlern, die anscheinend zu dumm waren, rechtzeitig abzuhauen.
Jeder der 2009 in die Schweiz gewechselten 3100 Ärzte hat die deutschen
Sozialkassen und den öffentlichen Haushalt rund eine Million Euro
gekostet.
Besonders dreist finde ich es, wenn Rentner hochmütig über Deutschland
jammern und sich im warmen Süden ein schönes Leben machen, um reumütig
zurückzukommen, wenn sie unsere Hochleistungsmedizin oder unser
Pflegesystem brauchen. Wir sollten aufhören, unser Land, das weltweit
beneidet wird, schlechtzumachen. Unsere Politiker müssen sich
vorsehen, dass Deutschland im Wettkampf um die besten Köpfe nicht länger
das Nachsehen hat.
Von Peter
Hahne
peter.hahne@bams.de
Pressemitteilung
09.03.2010
Staatsministerin Pieper
und türkischer Kulturminister Günay vereinbaren Deutsch-Türkischen
Übersetzerpreis
Cornelia
Pieper, Staatsministerin im Auswärtigen Amt, und der Minister für Kultur
und Tourismus der Republik Türkei, Ertugrul Günay, haben heute (09.03.)
einen Deutsch-Türkischen Übersetzerpreis ins Leben gerufen. Er soll
bereits in diesem Jahr zum ersten Mal verliehen werden. Der Preis wird
herausragende Übersetzungen deutscher Literatur ins Türkische ebenso
auszeichnen wie Übersetzungen türkischer Literatur ins Deutsche.
Der Übersetzerpreis ist Bestandteil der Ernst-Reuter-Initiative für
Dialog und Verständigung zwischen den Kulturen. Die
Ernst-Reuter-Initiative ( ERI ) wurde 2006 vor dem Hintergrund der
Karikaturenkrise gegründet. Mittlerweile besteht die Initiative aus
zahlreichen erfolgreichen Projekten in den Bereichen Kunst, Kultur und
Medien, Jugend, Wissenschaft und Integration, z. B. das gemeinsame
Masterprogramm der Humboldt-Universität Berlin und der Middle East
University Ankara oder "Jungenc" - ein deutsch-türkisches
Jugendorchester
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Aktuelles aus Mersin |
Augenblýcke meýner
Vernýsage
‘’’Lýcht – Farbe – Illusýonen’’ von Lydýa Cömert
„Das fängt ja gut
an“, dachte ich aufgeregt, als ich am Morgen der Eröffnung meiner Vernissage
aus dem Fenster schaute. Es regnete in Strömen! Gott sei Dank ließ der Regen
im Laufe des Tages nach.
Gegen 15.00 Uhr bin ich dann los, um zeitig in der Galerie zu sein und
nochmals alles nachzuschauen. Hängen die Bilder auch noch gerade, sind die
Listen geschrieben, ist für den Cocktail alles vorhanden, kommen die Helfer
rechtzeitig usw.
Alles war in Ordnung und so konnten die Kunstfreunde kommen!
Und sie kamen… ca. 200 Leute wie die Galeristin sagte, was ich natürlich
nicht so wahr nahm, da ich damit beschäftigt war die Gäste zu begrüßen,
Fragen zu beantworten, Erklärungen abzugeben. Mein Mann hat immer wieder für
Nachschub gesorgt, hat in den nahe gelegenen Geschäften Wein, andere
Getränke und Knabbersachen gekauft und sich noch einen Schnupfen
eingehandelt .
Unter den Gästen waren Mitglieder der Bezirksregierung von Mersin. Auch der
Bezirksdirektor für Kunst und Kultur, dem besonders das Bild “Dornröschen -
Uyuyan Güzeli“ gefallen hat, das er für die Staatsgalerie möchte. Der
Vorsitzende des hiesigen Kunstvereins, Mitglieder der Industrie und
Handelskammer und natürlich einige Frauen unseres Mersiner Frauentreffs
waren zu meiner Vernissage erschienen.
Beim Betrachten der Bilder ist den Besuchern aufgefallen, dass ich
vorwiegend Frauenfiguren in die Werke einarbeite. Da kam natürlich die Frage
nach dem “Warum”!? Außerdem haben die “Seifenblasen”, die ich als Symbol für
Gedankenfreiheit und Illusionen einsetze, einige Diskussionen ausgelöst.
Aber auch die Geraden, die sich durch jedes Bild ziehen (es sind
Verbindungen, die das Kommen und Gehen andeuten), die farbigen Flächen, die
mich auf dem Boden halten, - im Gegensatz zu den flüchtigen Seifenblasen -
in kräftigen Farben, um positive Energie einzufangen. Hinzu kommen
verschiedene Muster für die Vielfalt der Menschen, der Natur und Kulturen.
Jedenfalls verging die Eröffnung im Nu. Die vielen Fragen, Erläuterungen und
Diskussionen im Hinblick auf meine Bilder haben mich natürlich stolz
gemacht. Dieses Interesse zeigt mir, dass die Bilder bei den Betrachtern
einen Denkanstoss auslösen und Eindruck hinterlassen.
Folgende Zeilen
schrieb eine Freundin aus unserer Gruppe:
”Lydia Martin Cömert eröffnete am Freitag, den 26/02/2010 pünktlich um 17.30
Uhr in Mersin eine Ausstellung mit ihren neuesten Bildern. Die Vernissage
lockte zahlreiche Bewunderer und Neugierige an.
Lydia Cömert's Bilder sind ein Reigen aus Farben, mal sanft, mal kräftig.
Die Formen sind teils klar definiert, teils ineinander gleitend.
Die dargestellten Personen, fast ausschließlich Frauengestalten, scheinen
sich in den unterschiedlichsten Lebenssituationen, teilweise an einem
Scheideweg ihres Lebens, teilweise in einer Traumwelt, zu befinden.
Die meisten Bilder regen zum Nachdenken an; der Eindruck der Suche nach
(Aus-)Weg und Freiheit drängt sich dem Betrachter auf.
Beim Verlassen der
Ausstellung freut man sich auf mehr....
Eva.-Maria
Koehnen
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