Infobrief - online                             Mai 2008

 

Editorial

Manche bezeichnen es als verrückt, wir nennen es Idealismus

Liebe Leserinnen und Leser,

Wer sich schon mal in einem Verein eingebracht hat, hier und da etwas gemeinnütziges organisiert und / oder durchgeführt hat, der weiß, wie viel Eigeninitiative und guter Wille für die ehrenamtliche Tätigkeit notwendig ist.

Sie geben Ihre Kreativität, Ihre Zeit und Kraft ein und Sie erhalten Selbstbestätigung und Anerkennung und hier und da spüren Sie auch die Dankbarkeit derjenigen, die Ihre Hilfe in Anspruch nehmen können.

Konkret bedeutet “ehrenamtliche Arbeit” eine Tätigkeit, die unterstützt vom eigenen Idealismus, freiwillig ausgeübt wird und nicht auf Entgelt ausgerichtet ist. Im Verein bedarf sie auch noch einem gewissen Grad an Organisiertheit verbunden mit dem Engagement.

Auch unser Brücke-Team besteht aus vielen langjährigen Freiwilligen, die den Verein aufrecht erhalten, keine Mühe scheuen, Ihnen mit dem monatlichen Infobrief Interessantes und Wichtiges über das Leben in der Türkei mitzuteilen, Menschen in Not zu helfen, kulturelle Veranstaltungen zu organisieren u.v.m. Wir alle arbeiten fast ausnahmslos ehrenamtlich. Wir können davon ausgehen, dass jeder von der Arbeit der Freiwilligen Helfer, der ehrenamtlichen Mitglieder des Brücke Teams weiss. Und doch wird es in bestimmten Situationen fast zu einem Muss, nochmals darüber zu schreiben.

Für uns war und ist unsere ehrenamtliche Tätigkeit im Verein seit der Gründung immer uneigennützig. Unser Wunsch war es, das Leben fern von der alten Heimat auch Anderen zu erleichtern, unsere Erfahrungen zu teilen, Unstimmigkeiten aus dem Weg zu räumen, zu helfen, wo zu helfen ist. Nicht verleugnen möchten wir, dass die öffentliche Anerkennung unseres Engagements einen hohen ideellen Wert hat. Wir haben gelernt, uns in andere hineinzuversetzen und Probleme zu lösen und auch, etwas auf die Beine zu stellen, auch wenn dabei viele Hürden zu überwinden sind.

18 Jahre Arbeit liegen hinter uns ... Manchmal geht alles scheinbar wie von selbst seinen Weg, manchmal geht es turbulenter zu, tauchen Schwierigkeiten auf, Pannen die nicht passieren sollten, manchmal fällt jemand aus, doch immer war und ist die Brücke da, jederzeit kann man uns erreichen.

Wenn auch Sie bereit sind, Ihre Zeit, Ihre Lebenserfahrung und Ihre Fähigkeiten für den Verein einzusetzen, können Sie dies in verschiedenen Arbeitsbereichen tun. Das langjährige Team freut sich auch über neue Gedankenanstösse, über neue Ideen, über Helfer bei Organisationen, die das Vereinswesen aktiv unterstützen und die soziale Kraft “Verein” mit weiter ausbauen und festigen.

Seit 6 Jahren hat Corina einen großen Teil der Büro- und Vereinsarbeiten bewältigt, doch ab dem nächsten Vereinsjahr wird sie das BRÜCKE-Büro nicht mehr verwalten können, da sie einen neuen Arbeitsbereich übernehmen wird. Wir suchen nun dringend nach einer Person, die ihren Idealismus und ihre Fähigkeiten in eine abwechslungsreiche Tätigkeit einbringen möchte.

Es bedarf einer Menge Idealismus, doch was wären wir, wenn jeder nur für sich leben würde ...

Nehmen Sie sich den Mut und melden sich!

Ihr BRÜCKE-Team
 

 

 

In eigener Sache

Stellenausschreibung

DIE BRÜCKE e.V. sucht eine Idealistin, die das
Sekretariat (BRÜCKE-Büro) in Beyazýt per Mai 2008
auf ehrenamtlicher Basis (Unkostenvergütung) übernehmen möchte.

Zum Aufgabenbereich gehören u.a.:
 Allgemein anfallende Büroarbeiten  Zusammenstellung des Infobriefes  Verwaltung der Adresskartei  Anlaufstelle für Mitglieder  Beantworten von telefonischen und schriftlichen Anfragen
 Kassenführung

Als Anforderungen wünschen wir uns:
 Selbständiges Arbeiten  Organisationstalent  rasche Auffassungsgabe  kontaktfeudig und kompetent  sicherer Umgang mit MS-Programmen  Gute Deutschkenntnisse in Wort und Schrift erforderlich, gute Türkischkenntnisse von Vorteil.

Sie arbeiten selbständig von montags bis freitags oder nach Absprache, der tägliche Aufwand beläuft sich auf ca. 6 Stunden pro Tag.

Wenn Sie "Istanbul-Erfahrung" mitbringen, sich für Kultur, Land, und Leute sowie an einer abwechslungsreichen Tätigkeit interessieren, einen kühlen Kopf auch in hektischen Zeit bewahren, dann freuen wir uns auf Ihre Bewerbung unter info@bruecke-istanbul.org


BRÜCKE-Kalender 2008

weitere Exemplare des BRÜCKE-Kalenders können Sie gegen einen Unkostenbeitrag von 25 YTL im Büro beziehen. Tel. 0212 / 458 98 50, info@bruecke-istanbul.org

 


Kurznachricht per Mail oder SMS

Wir bitten nochmals unsere Mitglieder uns ihre Handy-Nummern mitzuteilen, damit wir bei wichtigen Situationen wie z.B. Tod, Unfall, o.ä. Informationen weitergeben oder Hilfe anbieten können.
So konnte durch sofortige Hilfe der Brücke kurzentschlossen einer in Not geratenen Deutschen die Rückkehr in ihre Heimat ermöglicht werden.

 

 

 

Mein persönlicher Brückenschlag

Zum Geburtstag

Ingrid nun steht auch bei dir,
die 5 dort, wo vorher die 4 .
Ja sieh es einfach positiv,
das Alter ist nur relativ.
Jedoch ist es höchste Zeit das Blatt zu wenden,
die Zeit auch mal für Sinnloses zu verschwenden.
Das Äuß’re mag zwar stiften gehn,
das ist der Lauf der Welt,
doch was im Innern ist, das bleibt,
das ist es doch, was zählt.
.....dass du noch lange hast die Kraft,
zu schaffen was du willst,
und dass du dich auch weiterhin,
wohl in unsrer Mitte fühlst......

wünschen die Istanbuler Mädel


Ganz herzlich gratulieren wir unserem langjährigen Mitglied Doris Buluman zu ihrem runden Geburtstag am 6.5.! Vordergründig war sie im Brücke-Team weniger zu sehen, doch im Hintergrund hat sie immer unsere Interessen vertreten, hat still Menschen in Not geholfen, war immer da, wenn Sie sich einsetzen konnte. Wir wünschen Ihr alles Gute, Gesundheit und möge sie ihren Frohsinn und ihre Einsatzbereitschaft beibehalten können. Herzlichen Glückwunsch!!!
 


Frederike Yýlmaz wurde 100 Jahre alt

Ganz herzlich gratulieren wir unserer wohl ältesten BRÜCKE Leserin, Frederike Yýlmaz, zu ihrem 100. Geburtstag. Ganz im Sinne des Sprichwortes – alle guten Dinge sind drei – wurde auch der Geburtstag im April ausgiebig und gebührend gefeiert.


Gutes, spannendes Jahr in China

...wünschen wir unseren Mitgliedern, Elke und Ulrich Mattern, zu ihrem sicher interessanten Bildungs- und Arbeitsjahr in China.


Geçmiþ olsun!

Unserer lieben Nelly die besten Genesungswünsche ins St. Georgsspital. Wir hoffen, dass sie bald wieder auf den Beinen ist und wie eh und je aktiv an den Veranstaltungen teilnehmen kann.

 

 

 

Rückblicke

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Neuigkeiten und Aktuelles

Infoheft / Agenda 2008

Neu in der Aerzeliste:

Dr. Gazanfer Gür
Kieferorthopäde
Levent Caddesi
Alt Zeren Sokak No. 33
1. Levent / Istanbul
0212 / 270 90 96
0212 / 268 72 93
gazanfergur@hotmail.com
 

Adressänderung

elinga Dil Hizmetleri Turizm ve Ticaret Ltd. Sti.
Katip Mustafa Celebi Mah.
Siraselviler Caddesi
Hocazade Sokak No. 24, Beyoðlu- Istanbul
34420 Istanbul
0212 292 26 60
0212 292 32 25 (Fax)
info@elinga.com.tr
www.elinga.com.tr


Kimlik Numarasý für Ausländer

Einige mussten schon seit längerem die Erfahrung machen, dass z.B. Bankgeschäfte nur noch über eine Kimlik Nummer abgewickelt werden können, bei dem Einen klappte die Banküberweisung nicht, ein Anderer konnte seine Rente nicht von der Bank abheben. Frau S. aus Ankara nahm sich der Sache an und hatte Erfolg!

Auch Ausländer brauchen eine Kimlik Nummer und auch Ausländer bekommen diese ganz leicht übers Internet. Zugegebenermaßen habe ich noch nicht recherchiert, wie jemand, der keinen Zugang zum Internet hat, an diese Nummer kommt, doch könnte ich mir vorstellen, dass dies beim Muhtar geschehen kann, wenn man selbst schon mal weiss, wie es geht!

Im Internet gibt man folgende web adresse ein:

www.nvi.gov.tr  („nvi“ ist die Abkürzung für „nüfus vatandaslik isleri“)

Auf der ersten Seite klickt man im linken Feld „Sorgulamalar“. Auf der nächsten Seite Hizmet Uygulamalarimiz und darunter die einzelnen Möglichkeiten. Man klickt „Yabanci Kimlik No Sorgulamalar“ an, dann erscheint ein Formular, wo man seinen Namen, die Nummer der Aufenthaltsgenehmigung usw. einträgt. Bitte beachten Sie, dass die Nummer der Aufenthaltsgenehmigung nicht die Seriennummer ist, sondern die Nummer, die auf der ersten Seite in der Mitte unter IKAMETGAH TEZKERESI steht! Über dem Formular ist ein Feld, in das man die Nummer die daneben in einem Bild erscheint, eintippt. Und dann klicken Sie nur noch auf Yabanci Kimlik No Sorgula und schon erscheint das Ergebnis!

So sind auch wir wie jeder Türke über eine Nummer erfasst. Die Regelung, dass auch Ausländer eine Kimlik Nummer bekommen, gibt es schon seit 2006! Warum wird so etwas wohl nicht mal öffentlich bekannt gegeben? Weder die Ausländerbehörde, noch ein Sachbearbeiter der konsularischen Vertretungen und schon gar nicht der Muhtar an der nächsten Ecke weiss darüber Bescheid, dabei trifft es doch so Viele.

Unser besonderer Dank geht an Frau S. die sich so viel Mühe gemacht und diesen, am Ende doch leichten Weg, herausgefunden und uns die Einzelheiten mitgeteilt hat!


Unsere Internet-Tipps im Mai!

www.ninos-de-la-tierra.de

Der Verein Niños de la Tierra wurde 2001 von zwei deutschen Frauen gegründet, die sich für die Kinder im Elendsviertel der kolumbianischen Stadt Cali einsetzen. Sie geben den Kindern einen guten Start ins Leben, damit kein Kind auf der Strasse für den Unterhalt der Familie arbeiten muss.

Buch kaufen – automatisch spenden! - Wenn Sie sich bei Ihrer nächsten Buchbestellung über ninos-de-la-tierra.de bei Amazon einklicken, unterstützen Sie automatisch mit 5 % des Kaufpreises den Verein und damit die Kinder von Cali. Für eine medizinische Basisversorgung, sauberes Wasser und nahrhafte Mahlzeiten. Die kleinen Kinder werden in Kinderkrippen und Kindergärten betreut, damit die Mütter zur Arbeit und die älteren Kinder zur Schule gehen und eine Ausbildung machen können.


Wussten Sie schon..........

... dass die Hotelpreise in Istanbul aufgrund der ausgelasteteten Kapazitäten angesichts des Formel 1-Rennens im Mai um 50 % angestiegen sind? Vatan, 15.4.08

… dass IKEA im Gourmentshop eine Backmischung für Roggenbrot anbietet? Das Produkt hat uns wiklich überzeugt. Es schmeckt wie das Schwarzbrot, das wir aus Deutschland kennen. P.S. Bei zu wenig Verkäufen wird das Produkt wieder aus dem Handel gezogen und das wäre wirklich schade ..!

... dass die EAN für International Article Number (früher European Article Number) steht und eine Produktkennzeichnung für Handelartikel ist? Die EAN ist eine Zahl, bestehend aus 13 oder 8 Ziffern, die zentral verwaltet und an Hersteller auf Antrag vergeben wird. Vorteile der EAN: schnellere Registrierung der Waren an der Kasse (weniger Wartezeit an der Kasse), höhere Sicherheit (weniger Tippfehler oder Irrtümer) ,Erleichterung des Warenverkehrs, automatisierbare Lagerhaltung, keine Etikettierung nötig, Preis muss nur am Regal stehen (was für den Kunden mangels Überprüfbarkeit an der Kasse eher ein Nachteil ist), transparente, weltweite Standardisierung (z. Zt. 90 % aller Waren). In der Türkei weist der Barcode mit 8 69 am Anfang auf einheimische (türkische) Lebensmittel hin.

… dass die Gewinnerin des diesjährigen Miss Turkey – Wettbewerbes, Leyla Tuðutlu eine deutsche Mutter hat? Nun wird Leyla die Türkei an der Miss World Wahl vertreten. Wir gratulieren zum Erfolg und wünschen viel Glück!

... dass Istanbul seit dem 22. März 2008 in neue Amtsbezirke eingeteilt wurde? Demnach gehört unter den nunmehr insgesamt 39 Amtsbezirken (darunter 8 neue Bezirke) nicht mehr wie bisher Gaziosmanpaþa sondern Baðcýlar (719 000 Einwohner) zu dem bevölkerungsdichtesten Amtsbezirk. Der Amtsbezirk Eminönü ging in den Bezirk Fatih über. Vatan, 4.4.2008, Bildmaterial unter:  www.radikal.com.tr/haber.php?haberno=252082

... dass es einen ökologischen Markt nun auch in Antalya gibt? Der 1. organische Markt in Antalya hat am Sonntag 16.3.2008 im Kültürpark stattgefunden, ist gut ausgeschildert, und findet jeden Sonntag statt. Ich besuchte nun schon das zweite Mal den Markt und war erstaunt über die Vielfalt an Produkten. Darunter auch Firmennamen und Produkte, die sogar ich noch nicht kannte. Es gibt auch eine grosse Ecke mit aus „Vollkorn-hergestellten-Gözleme“ mit leckeren Füllungen. C. Klar


Grunderwerb durch Ausländer in der Türkei im Lichte der Verfassungsgerichtsurteile vom 11. April 2007 und 11. März 2008

Welche Vorschriften gelten für den Grundstückserwerb durch Ausländer in der Türkei?
Der Grunderwerb durch Ausländer in der Türkei ist in Artikel 35 des türkischen Grundbuchgesetzes Nr. 2644 geregelt.
Demnach können ausländische natürliche Personen in der Türkei im Rahmen der allgemeinen Bestimmungen und im Rahmen eines Bebauungsplans bis zu insgesamt 2,5 Hektar Grundeigentum zur Begründung eines Wohn- oder Geschäftssitzes erwerben. Der Ministerrat kann jedoch die Möglichkeit des Grunderwerbs durch Ausländer von bis zu 10 Hektar beschließen.
Voraussetzung für einen Grunderwerb durch einen Ausländer ist, dass zwischen der Türkei und dem Heimatland des Ausländers Gegenseitigkeit besteht. Das bedeutet, dass einem Türken im Heimatland des Ausländers dieselben Rechte bezüglich des Grunderwerbs zustehen wie dem Ausländer in der Türkei.
Grundstücke, für die noch kein Bebauungsplan besteht sowie Grundstücke, die in militärische Sperrzonen fallen oder aus land-, energie- und wasserwirtschaftlichen, bergbaulichen, kulturellen, religiösen oder landesstrategischen Gründen sowie aus Gründen des Naturschutzes besonderem Schutze unterliegen, können ebenfalls nicht von ausländischen natürlichen oder juristischen Personen erworben werden. Die diesbezügliche Klassifizierung solcher Grundstücke unterliegt der Entscheidungskompetenz des Ministerrats.
Darüber hinaus besteht noch eine weitere Beschränkungsmöglichkeit des Grunderwerbs durch Ausländer: Der Ministerrat kann für jede Provinz eine Quote festlegen, die eine Beschränkung der durch Ausländer zu erwerbende Fläche, gemessen an der Gesamtfläche der Provinz darstellt.
Im Falle des Erwerbs eines für Ausländer nicht erwerbbaren Grundstücks durch einen Ausländer aufgrund von gesetzlicher Erbschaft, wird dem Erwerber eine Frist gestellt, in der das Grundstück an einen türkischen Staatsbürger zu verkaufen ist. Nach Ablauf dieser Frist wird das Grundstück zum Verkauf ausgeschrieben und nach den Vorschriften des Zwangsvollstreckungsrechts veräußert.

Welche Änderung bringt die Entscheidung des Verfassungsgerichts vom 11. März 2008?
Das Gesetz über ausländische Direktinvestitionen Nr. 4875 räumte türkischen Gesellschaften mit ausländischem Kapital das Privileg ein, Grundstücke erwerben zu können, wie türkische Staatsbürger. In diesem Zusammenhang ist jedoch zwischen ausländischen Gesellschaften und türkischen Gesellschaften mit ausländischem Kapital klar zu unterscheiden. Ausländische Gesellschaften sind solche, die nicht in der Türkei gegründet wurden, unabhängig von der Nationalität der Gesellschafter.
Schließen sich aber mehrere Ausländer zusammen und gründen in der Türkei nach türkischem Recht eine Gesellschaft, so ist diese Gesellschaft, also die gegründete juristische Person türkische Staatsbürgerin. Und als türkische Staatsbürgerin, so erkannte das Gesetz Nr. 4875 in Art. 3 Abs. (d) an, sei diese juristische Person berechtigt, Grundstücke in der Türkei zu erwerben, ohne den oben genannten Beschränkungen für Ausländischer ausgesetzt zu sein. Dabei spielte es keine Rolle, dass die eigentlichen Begünstigten, die ausländischen Gesellschafter, keine türkischen Staatsangehörigen sind.In seiner Entscheidung vom 11. März hob das Verfassungsgericht diese Vorschrift Art 3 (d) mit Wirkung ab sechs Monaten nach Veröffentlichung der Entscheidung im Gesetzblatt auf.
Das türkische Parlament hat demnach sechs Monate Zeit, den Grundstückserwerb durch türkische Gesellschaften mit ausländischem Kapital neu und verfassungskonform zu regeln.

Welche Änderung bringt nun die Entscheidung des Verfassungsgerichts vom 11. April 2007?
Wie oben bereits dargestellt, erkennt Artikel 35 des Grundbuchgesetzes dem Ministerrat die Befugnis ein, an zwei Stellen die Bestimmungen des Artikel 35 abzuändern oder zu ergänzen.
Diesbezüglich gelangte das Verfassungsgericht in seinem Urteil vom 11. April 2007 jedoch zu der Auffassung, dass der Ministerrat für die Änderung der Grunderwerbsbestimmungen nicht zuständig sei. Die Zuständigkeit hierfür liege beim Parlament und eine Übertragung der Zuständigkeit an den Ministerrat verstoße gegen Art. 7 des Grundgesetzes. Um eine durch die entstehende Gesetzeslücke entstehende Störung der öffentlichen Ordnung zu verhindern, wurden die entsprechenden Sätze, auch in diesem Falle erst mit Wirkung ab drei Monaten nach Veröffentlichung der Entscheidung im Amtsblatt aufgehoben. Innerhalb dieser Frist sollten die aufgehobenen Vorschriften neu formuliert und die Gesetzeslücke geschlossen werden.
Trotz Verstreichen dieser Frist am 16. April 2008, wurden die aufgehobenen Passagen des Artikels 35 bisher noch nicht verfassungskonform neu formuliert.
Als Reaktion auf das Inkrafttreten, erließ nun die Stelle für Ausländerfragen der Grundbuch- und Katastergeneraldirektion auf die Gesetzeslücke völlig unerwartet seinen Rundbrief 2008/7, in dem alle Grundbuchämter angewiesen werden, Grundbucheintragungen zu Gunsten von ausländischen natürlichen und juristischen Personen bis auf Weiteres auszusetzen.
Aus diesem Grund ist vorübergehend ein Grunderwerb durch Ausländer in der Türkei nicht möglich, obwohl sich die Aufhebungsentscheidung durch das Verfassungsgericht nicht auf die grundsätzliche Möglichkeit Grunderwerbs durch Ausländer bezog. Vielmehr wurde zwar der gesamte Artikel 35 auf seine Verfassungskonformität geprüft und mit Ausnahme der oben dargestellten Zuständigkeitsproblematik hielt Artikel 35 dieser Prüfung stand.

Fazit: Wie sich zeigt, ist der Grunderwerb für in der Türkei lebende Ausländer und ausländische Gesellschaften durch den Rundbrief 2008/7 der Grundbuch- und Katastergeneraldirektion derzeit faktisch unmöglich. Es bedarf dringend einer Neuregelung der Zuständigkeitsvorschriften in Artikel 35 um diesen Zustand zu beseitigen. Presseberichten zufolge sei der Änderungsentwurf den Ministern bereits zur Unterschrift vorgelegt worden, er werde in Kürze an das Parlament weitergeleitet.
Der Grunderwerb für türkische Gesellschaften mit ausländischem Kapital hingegen ist derzeit von den Änderungen noch nicht betroffen. Wie dieser in Zukunft geregelt sein wird, hängt von der durch das Parlament zu erlassenden neuen Gesetzesvorschrift ab.

RA Kristina Laubscher-Ülünçer
Anwaltskanzlei Kayagil & Laubscher, April 2008
 


Protokoll zur Aufnahme eines Verkehrsunfalles mit materiellem Schaden

Gemäß dem Verkehrsgesetz Nr. 2918 müssen bei Verkehrunfällen mit materiellen Schäden ab dem 1.4.2008 die Unfallbeteiligten nicht mehr die Polizei hinzuziehen, sondern nur noch ein Protokoll ausfüllen, siehe Anlage mit deutscher Übersetzung, das von allen Betroffenen unterzeichnet und der Versicherung weitergeleitet werden muss. (Es ist empfehlenswert, auch Fotos vom Unfall anzufertigen.)

Ausgenommen sind hiervon folgende Unfälle, bei denen wie bisher die Polizei über Telefon 155 oder Gendarmerie über Telefon 156 hinzuziehen ist:

- Wenn ein Fahrer keinen Führerschein oder keine ausreichende Fahrerlaubnis hat
- Wenn ein Fahrer minderjährig ist
- Wenn der Verdacht besteht, dass ein Fahrer alkoholisiert oder geistig verwirrt ist
- Wenn ein Unfallfahrzeug der öffentlichen Hand gehört
- Wenn durch den Unfall öffentliche Güter beschädigt werden
- Wenn durch den Unfall nur Güter von dritten Personen beschädigt werden
- Wenn ein Unfallfahrzeug Keine kraftfahrzeughaftpflichtversicherung hat
- Wenn durch den Unfall Personen verletzt oder getötet worden sind

Anwaltskanzlei Türkoglu & Partner, März 2008

Downloads:

-Unfallprotokoll deutsch

-Unfallprotokoll türkisch


Deutsche Schule in Izmir

Am 02.04.2008 fand die erste öffentliche Informationsveranstaltung über das Projekt einer Deutschen Schule in Izmir bei der Firma Hugo Boss statt.

Herr Dr. Kolb, Deutscher Generalkonsul in Izmir, eröffnete die Veranstaltung, in dem er darauf hinwies, dass das Fehlen einer Deutschen Schule in Izmir ein Hindernis für viele Investitionen sei und viele deutsche Fachkräfte nicht nach Izmir kommen (können), weil es an einer Deutschen Schule fehle.
Herr Andreas Offinger, 1. Vorsitzender des Vereins, stellte zunächst den Vorstand vor. Als nächstes wurden uns die verschiedenen Arbeitsgruppen vorgestellt, die das Projekt voranbringen.

Eine Deutsche Schule in Izmir ist erforderlich, da ein wirtschaftlicher und kultureller Bedarf besteht und um Eltern die Reintegration ihrer Kinder in das deutsche Schulsystem zu ermöglichen. Die Deutsche Schule will ihren Schülern eine ideale Lebens- und Lernumgebung bieten, einen Beitrag zu den Deutsch-Türkischen Kulturbeziehungen leisten und die Bildungslandschaft bereichern. ....

Für weitere Informationen stehen die website: www.ds-izmir.com  zur Verfügung oder wenden Sie sich bitte an Herrn Dönnebrink (thomasdoennebrink@ds-izmir.com ) oder an Frau Marion Þendil, Schatzmeisterin (marionsendil@ds-izmir.com )

Eine weitere Informationsveranstaltung findet voraussichtlich am 29.5.2008 statt.

Katja Riedel-Arslan, Ansprechpartnerin in Izmir


Kennen Sie schon Mesudiye?

Von der lauten, übervölkerten, stressigen aber dennoch wunderbaren Metropole Istanbul sind wir im Herbst nach Mesudiye gezogen. Mesudiye liegt auf der Halbinsel von Datça, Nähe Marmaris und hat ca. 300 Einwohner. Also ein sehr krasser Unterschied in jeder Hinsicht: hier gibt es kaum Verkehr, wenn mal ein Auto an einem vorbeifahrt, riecht man buchstäblich die Abgase (hätte ich früher auch nicht gedacht), das einzige Verkehrshindernis sind die Kühe oder Schafe, die nicht hinter dem Besitzer herlaufen, sondern mitten auf der Strasse "parken". Auf dem Weg von Datça nach Marmaris kann es sein, dass einem nur 2 - 3 Autos entgegenkommen (je nach Jahreszeit).
Einkaufen ist hier auch ein Thema für sich: frisches, lokales Obst und Gemüse kann man auf dem Wochenmarkt oder gleich beim Nachbarn kaufen oder vom eigenen Garten ernten. Unser Gemüsebeet wird auch jede Woche grösser. Interessant wird es immer, wenn etwas Grünes spriesst, wir Stadtmenschen aber nicht wissen, ob es Karotten sind oder nur Unkraut. Da man in Datca zwar nicht so weit vom nächsten Migros oder Bim entfernt wohnt (sind nur ca. 17 km, aber kurviger Weg) versuche ich jedoch, dort meinen ganzen Wochenbedarf einzukaufen. ...

Gabi Saier, Ansprechpartnerin Datça

 

 

 

Gastronomie

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Erfahrungsbericht

Erfahrungsbericht beim Antragsversuch auf Türkische Staatsbürgerschaft

Wie manche sich vielleicht noch erinnern, hatte ich vor einigen Jahren versucht, die türkische Staatsbürgerschaft zu beantragen, aber durch viele (Gesetzes-) Hindernisse hat es nicht geklappt. Nun werde ich es nochmal und auch zum letzten Mal versuchen, diesmal aber nicht in Istanbul sondern in Muðla, wo wir vor einem Jahr hingezogen sind.

Einen kleinen Einblick in das Verfahren bekam ich nun, als ich meine Bekannten – Neuanwärter - zur Behörde begleitet habe. Mein eigenes Ikament ist zwecks Verlängerung noch in Bearbeitung. Bemerkung: Der Antrag dazu wurde Anfang April in Datça bei der Jandarma gestellt, - Neuankömmlinge werden wohl speziell inspiziert – erst vor wenigen Tagen kamen sie bei mir vorbei. Wir wurden in ein kleines Zimmer gebeten, in dem drei Beamte sassen. Nachdem wir unser Vorliegen vorgetragen hatten, stellte eine Beamtin in einem solch superschnellen Türkisch die üblichen Fragen, wie: ob wir schon seit fünf Jahren mit Unterbrechungen von maximal nur sechs Monaten im Ausland in der Türkei sind ..., wie lange sind sie schon hier, etc. Da meine Bekannten leider nicht so gut Türkisch sprechen, konnten sie nur die gängigen Fragen beantworten. Auch das Ehepaar konnte die Frage, wie lange sie sich schon kennen, mangels Türkischkenntnissen nicht beantworten. Schlussfolgerung: keine Antwort = keine Möglichkeit überhaupt nur das Antragsformular abgeben zu dürfen. Da waren wir alle mehr als baff!
Sobald ich meine Aufenthaltsgenehmigung verlängert habe, werde ich mich selber in das Abenteuer stürzen. Ich bin ja mal gespannt und hoffe, Ihnen nach der Sommerpause vom Verlauf berichten zu können.

Gabriele Sailer, Ansprechpartnerin aus Datça

 

 

 

Kultur

Greeny on the Tour: Bosporus – Projekt in Istanbul

Ein wachsendes, interkulturelles Kunst-Projekt von Yutta Saftien

Liebe Freunde, mein Name ist Yutta Saftien und ich bin eine Künstlerin aus Deutschland. Im Rahmen meiner aktuellen Arbeit entwickle ich künstliche Pflanzen, so genannte Greenys. Diese werden hauptsächlich in Handarbeit aus grünem Garn gehäkelt und anschließend im öffentlichen Raum installiert, wo Passanten die Möglichkeit haben, die Greenys mittels ausgelegter Wolle und Häkelhaken weiter wachsen zu lassen.

Gemeinsam mit meinem Team in Istanbul und anderen internationalen Helfern arbeite ich bereits an diesem Greeny, aber wir benötigen auch eure Hilfe!

Wir brauchen dringend im voraus gehäkelte oder gestrickte Stücke für das Bosporus-Greeny, damit dieses wachsen kann..

Vielen Dank für euer Interesse und für die Unterstützung eines Projektes, das zum positiven Symbol für eine friedliche internationale Zusammenarbeit und Verständigung werden wird.

Informationen auch unter: www.bosphorus-greeny.com  oder www.yutta-saftien.com 

Yutta Saftien
 

   

An verschiedenen Orten Istanbuls werden Strick- und Häckelecken eingerichtet, damit jeder die Gelegenheit findet, am Gelingen dieses Projekts beizutragen.

Weitere Informationen über Standorte für unsere BRÜCKE-Leserinnen und Leser erhalten Sie im Brücke Büro und/oder auf unserer Homepage: www.bruecke-istanbul.org

   

 


Frank Schablewski

Geboren 1965 in Hannover und dort aufgewachsen. Ab 1985 Studium der bildenden Kunst sowie Studium der Literatur an der staatlichen Akademie der bildenden Künste in Düsseldorf. Seitdem Kooperation mit verschiedenen Künstlern: Neben Gedichten und Poeme entstehen in der interdisziplinären Arbeit mit Künstlern Katalogtexte und literarische Kunstreden.

Seit 1987 Tanzstudien in Deutschland, der Schweiz und Frankreich. Hieraus entwickelte sich eine intensive Auseinandersetzung als Dichter und Performer mit Tänzern und Choreographen über Tanz und Sprache Auf Festivals für modernen Tanz wurden die choreographierten Gedichte in Deutschland, Frankreich und Spanien gezeigt. Seit 2001 längere Auslandsaufenthalte.

Im Jahr 2005 Teilnahme an zwei Übersetzungsworkshops Versschmuggel der literaturWERKstatt berlin im April und im Juni beim Poesiefestival Berlin. Ausgewählte Gedichte wurden ins Spanische und Hebräische übersetzt und sind ab jetzt auf der lyrikline.org zu finden. Aus dem Hebräischen Gedichte von Ronny Someck und aus dem Spanischen Gedichte von Carmen Ollé ins Deutsche vom Autor übertragen.

Drei Gedichtsbände

Wasserfelle (Gedichte 1984-2000)
176 S., geb., 2001
ISBN 978-3-89086-720-5
ISBN 3890867200

Mauersegler (Gedichte)
(Lyrik-Taschenbuch Nr. 29)
60 S., TB brosch., 2. Aufl. 2005
ISBN 978-3-89086-745-8
ISBN 3890867456

Nebengeräusche (Gedichte)
64 S., brosch., 2005
ISBN 978-3-89086-626-0
ISBN 3890866263

Quelle/Erschienen im Rimbaud Verlag


Miro Ausstellung

Die Stiftung Suna und Ýnan Kýraç Pera Museum eröffnet zwischen 03. Mai - 31. August die Ausstellung "Joan Miró" (1893- 1983).
Die Austellung besteht aus 120 Werken des berühmten katalanischen Malers, die in Zusammenarbeit mit der Stiftung Maeght aus der Maeght-Sammlung ausgewählt wurden.
Die Gemälde "Istanbul'da Defile (Modenschau in Istanbul) - Défilé de mannequins à Istanbul" befindet sich auch unter den ausgestellten Werken. Seine Bilder, Plastiken und Graphiken zählen zu den originellsten Werken in der Kunst des 20. Jahrhunderts.
Miró ist ein Maler, Grafiker und Bildhauer und Vertreter des Surrealismus. Seine Bilder mit leuchtenden Farben sind von heiterer Naivität gekennzeichnet. Miró entwickelte im Laufe der Jahre seine ganz persönliche Bildsprache aus Zeichen und Symbolen, die die Imagination des Betrachters in Gang setzen.
 

Öffnungszeiten:
Dienstag - Samstag 10:00-19:00 Uhr
Sonntag 12:00 - 18:00
Das Museum ist montags geschlossen.

Pera Museum
Meþrutiyet Caddesi, 65 Tepebaþý
Tel: (0212) 334 99 00
 

 

 

Buchtipps

Peter Prange: Der letzte Harem

Sinnliche Entführung in den Serail: Konstantinopel, Yýldýz-Palast, 1909. Das ist der Schauplatz von Peter Pranges Roman Der letzte Harem. In der verborgenen Welt des Harems träumen Fatima und Eliza von der Zukunft. Beide sind als junge Mädchen in den Harem des Sultans verschleppt worden. Dort lebten damals rund 500 Frauen - die Ehefrauen und Favoritinnen, die Dienerinnen und Sklavinnen des Sultans. Während die eine alles daransetzt, zur Favoritin des Sultans Abdülhamid II. aufzusteigen, sehnt sich die andere nach einem freien Leben jenseits der Palastmauern. Als die Jungtürken rebellieren, verliert der Sultan seine Macht und der Harem wird aufgelöst. Im Palast bleiben Hunderte Frauen schutzlos zurück. Außerhalb des Serails werden die Freundinnen in eine Welt geworfen, in der ihre Träume zu Alpträumen werden.

ISBN: 978-3-426-19657-1, 576 Seiten, Preis: 22,90 EUR, Droemer Hardcover

Quelle: http://lifestyle.t-online.de 

 

 

 

Filmtipp (für Kids)

Die Welle

Ein ganz gewöhnliches deutsches Gymnasium, ein Lehrer und seine Schulklasse, eine Projektwoche zum Thema "Staatsformen" – klingt nach einer harmlosen Angelegenheit. Tatsächlich langweilen sich die Schüler zuerst, doch dann beschließt Lehrer Rainer Wenger (Jürgen Vogel), aus der Projektwoche ein Experiment zu machen: Ist in der Klasse eine Diktatur möglich? Der Test beginnt mit Disziplin und Gemeinschaft, eskaliert dann aber innerhalb weniger Tage. Einige Schüler schließen Andersdenkende aus, schikanieren und unterdrücken sie. Als die Situation sich bei einem Wasserballturnier zuspitzt, will der Lehrer das Experiment abbrechen, doch "Die Welle" ist bereits außer Kontrolle geraten…

Quelle: www.geo.de/GEOlino/kreativ/kino-tipps 

 

 

 

Aus den Medien

Eine Deutsche in Istanbul – Leben zwischen zwei Welten

Solange Franca Landau denken kann, fühlt sie sich als Ausländerin. Die ersten sieben Jahre ihres Lebens verbrachte die Türkdeutsche im Iran. In der Grundschule lernte sie Deutsch und vom Kindermädchen ein wenig Persisch. Später zog ihre Familie in die Türkei, die Kinder gingen auf ein englisches Elitegymnasium – heraus kam ein wirres sprachliches Kauderwelsch. Heute sieht Franca Landau ihr Leben zwischen den Welten als Privileg an. Und hat es damit oft leichter als ihr türkischer Freund Cem, der in Deutschland aufgewachsen ist.

Die 19-jährige Türkdeutsche Franca Landau - die hübsche blonde Frau lacht viel, wenn sie über ihr deutsches Leben in Istanbul spricht. Sie hängt sehr an der türkischen Metropole am Bosporus. Istanbul sei ihre Traumstadt, sagt Franca Landau ernsthaft. Doch das Sprachproblem bleibt. Beim Tod ihrer Mutter war Franca erst elf Jahre alt. Nach der Grundschule besuchte sie das englischsprachige Elitegymnasium, denn der Vater konnte nicht absehen, wohin sein Beruf ihn verschlagen würde. Und Englisch ist zumindest international die gebräuchliche Sprache der Wirtschaftswelt. ... Quelle: www.eurasischesmagazin.de , 31.3.2008


Im Alltag bin ich eher Deutscher

Özgür Karadeniz, 30, Frankfurt, Schauspieler, in der Türkei geboren - Natürlich bin ich Türke. Ich bin zwar mit 14 Monaten nach Kiel gekommen, aber meine Eltern sind türkisch, meine Wurzeln sind türkisch. Wir sind jedes Jahr im Sommer sechs Wochen in die Türkei gefahren, nach Istanbul zu meinen Großeltern und in unser Dorf am Schwarzen Meer. Aber von meiner Lebensweise her, meiner Prägung durch den Alltag, Populärkultur, Geschichte und Politik bin ich viel mehr Deutscher. Nur wenn ich türkische Musik höre, klassische Musik oder Volksmusik, dann geht das tiefer als alles andere, ich nenne es "intravenös". ... Quelle: www.fr-online.de , 1.3.2008


Bonanza: Teschekkür!

Die Hammam-Frau in Istanbul sprach kein Deutsch. Und ich kein Türkisch - außer "danke", was man im Türkischen "teschekkür" ausspricht. Es ist ja immer unangenehm, sich nicht verständigen zu können, aber je weniger man dabei an hat, desto unangenehmer wird es. An der Tür hatte die Hammam-Frau noch recht viel an und war nett. Später war sie fast nackt, und wenn sie was sagte, folgte Unerfreuliches: grobes Schwammschrubbeln, beim Kämmen an den Haaren reißen, heißes Wasser kübeln. Die einleitenden Worte hießen wohl: So, Schätzchen, ich kübel jetzt heißes Wasser über dich, reiß dir am Haar und schrubbel Dir mit einem ollen Schwamm über die Haut. ....

Diese und andere Artikel zum Thema Türken in Deutschland: Neue Heimat, finden Sie unter folgendem Link der Frankfurter Rundschau: www.fr-aktuell.de


Jugendkriminalität in der Türkei: „Ich habe Yusuf nicht gemocht"

31. März 2008 „Warum nimmt mich denn keiner ernst?“, fragt die Elfjährige ungeduldig die Polizisten, die sie umringen. „Ich habe ihn getötet, ich.“ Noch immer wollen die Beamten ihr nicht glauben, bis ihnen die DNA-Analyse die Sprache verschlägt. Tatsächlich hat die Elfjährige den neunjährigen Schüler Yusuf aus der Nachbarschaft getötet. Nicht einfach nur getötet. Mit 109 Messerstichen in einen qualvollen Tod geschickt.

Die türkischen Polizisten sind in Sachen Jugendkriminalität viel gewöhnt. Das aber hatten auch sie noch nicht erlebt. Yusuf war schmächtig, die Messerstiche hatten darauf hingedeutet, dass der Täter kein Erwachsener gewesen sein konnte. „Ich habe Yusuf nicht gemocht“, sagt das Mädchen, das allmählich begreift, was es getan hat. Yusuf war das jüngste von sieben Geschwistern. Der Vater war an Krebs gestorben, die älteste Schwester wurde von einem Lastwagen überrollt, und Yusuf war bereits zweimal operiert worden. Am 22. Januar drückte sein Großvater ihm 20 türkische Lira in die Hand und schickte ihn zum Zigarettenholen. Er durfte sich noch ein Päckchen Chips kaufen, in die Tasche steckte er 10 Lira Wechselgeld und schlenderte zurück nach Hause. Plötzlich stand das Mädchen im Weg, schubste ihn in ein leerstehendes Haus, packte ihn, warf ihn an die Wand, drosch auf ihn ein, stach mit einem Messer 109 Mal zu, nahm die zweimal 5 Lira, ging nach Hause und legte sich auf ihr Bett. ... Von Rainer Hermann, Istanbul, Quelle: Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung, 30.03.2008, Nr. 13 / Seite 11

 

 

 

Kinder, Kinder

Frage des Monats: Kann der Mensch im Schlaf lernen?

Forscher gehen inzwischen davon aus, dass der Schlaf zumindest wesentlich beim Lernen hilft. Schon vor 100 Jahren haben erste Experimente gezeigt, dass bereits Gelerntes im Schlaf quasi in das Langzeitgedächtnis "eingebrannt" wird. Eine Reihe neuer Studien unterstreicht diese These.
Schlafforscher in den USA fanden heraus, dass Versuchspersonen zuvor antrainierte Fähigkeiten besser und länger beherrschten, wenn sie direkt nach der Lernphase zu Bett gingen und mindestens acht Stunden schliefen. Belgische Wissenschaftler stellten mit Hilfe der PET-Technik (Positronen-Emissions-Tomographie) fest, dass in den kurzen, aber traumreichen REM-Phasen (Rapid Eye Movement) unseres Schlafes die gleichen Hirnareale aktiv sind, die auch am stärksten aufleuchten, wenn wir neue Aufgaben bewältigen. Sie vermuten, dass Erlerntes während der Träume im Gedächtnis abgespeichert wird. Deshalb Achtung, Schüler: Unser Gehirn ist nach einer durchschlafenen Nacht wesentlich leistungsfähiger als etwa nach einer nächtlichen Sitzung, bei der man sich den Stoff einer Woche in den Kopf gehämmert hat. Allerdings hilft ausgedehntes Schlafen lediglich, Gelerntes besser zu behalten. Neue Inhalte müssen nach wie vor im Wachzustand gepaukt werden.


Was bedeuten eigentlich die Redewendung “Beleidigte Leberwurst”?

Im Mittelalter gingen die Gelehrten davon aus, dass alle Gefühle des Menschen in der Leber produziert werden. Egal ob Trauer, Liebe oder Wut - alles sollte von dieser einen Stelle im Körper kommen. Und wenn sich nun jemand ärgerte, dann hatte er halt eine beleidigte Leber.
Damit ist die "Leber" erklärt, aber wieso heißt es "Leberwurst"? Die Redewendung "beleidigte Leberwurst" beruht auf einer alten Erzählung. In der geht es nämlich um eine Leberwurst, die im kochenden Wasser eines Kessels vor Wut platzt. Denn der Metzger nimmt alle anderen Würste, wie zum Beispiel die Blutwurst, vor der Leberwurst heraus - weil sie nicht so lange kochen müssen. Und weil die Leberwurst allein im Kochtopf bleiben soll, ist sie beleidigt.
So haben sich die Annahme, Gefühle entstünden in der Leber und die Erzählung von der Leberwurst zu einer Redewendung vereint.
Diese und weitere Redewendungen findet ihr unter: www.geo.de/GEOlino/mensch/redewendungen

 

 

 

Besser Leben

Die Dinge sind nicht immer so wie sie scheinen ...

Um ein schöneres, lebenswerteres, freudevolleres Leben zu bekommen, kann man Einiges tun. Da gibt es materielle Möglichkeiten. Und immaterielle. Sicher haben Sie auch schon oft vom positiven Denken gehört. Dazu gehört alles was kommt neutral aufzufassen. Sowohl positiv als auch negativ. Die Dinge, die uns im Leben geschehen, mögen nicht immer nach unserem Geschmack sein. Manchmal geschehen Dinge, auf die wir nicht vorbereitet sind, mit denen wir nicht gerechnet haben. Es kommt anders als wir es uns vorgestellt haben. Es geschehen Dinge, die uns ärgern, traurig machen, uns zu schaffen machen. Wie kann man auch solche Geschehnisse positiv bewerten? Indem man nicht wertet. Indem man abwartet und schaut wie sich alles entwickelt.

Hier eine nette kleine Geschichte.Vielleicht werden Sie etwas nachdenklich?

Die Dinge sind nicht immer so, wie sie scheinen

Zwei Engel unterbrachen ihre Reise, um die Nacht bei einer reichen Familie zu verbringen. Ihre Gastgeber dort waren unfreundlich und ließen die Engel nicht im Gästezimmer schlafen, sondern wiesen ihnen eine ungemütliche Ecke im Keller an.

Als sie dort auf dem harten Boden ihr Lager errichteten, sah der ältere Engel ein Loch in der Wand und reparierte es. Als der junge Engel das sah, fragte er: »Warum machst du das?«  »Die Dinge sind nicht immer das, als was sie erscheinen«, antwortete der Ältere.

Einen Tag später übernachteten die beiden bei armen Bauern, die jedoch sehr freundlich zu ihnen waren. Nachdem sie ihr Essen mit den Engeln geteilt hatten, ließen sie sie sogar in ihren eigenen Betten schlafen, wo die beiden Engel sich gut ausruhen konnten.

Bei Sonnenaufgang am nächsten Morgen fanden die Engel den Bauern und seine Frau in Tränen: Die einzige Kuh, die sie hatten und deren Milch ihr einziges Einkommen gewesen war, lag tot auf dem Feld.

Da war der junge Engel wütend und fragte den älteren: Wie konntest du das nur geschehen lassen? »Die Leute, die alles hatten, denen hast du geholfen, und dort, wo sie nichts haben und trotzdem so freundlich sind, dort lässt du die Kuh sterben!«

»Die Dinge sind nicht immer das, als was sie erscheinen«, sagte der ältere Engel. »Als wir dort im Keller der reichen Leute waren, sah ich, dass in dem Loch in der Wand Gold versteckt war. Weil der Besitzer aber so besessen war von seiner Gier und nicht bereit, sein Glück und Besitz zu teilen, habe ich die Wand versiegelt, so dass er es nicht finden würde.

Als wir dann in der vergangenen Nacht bei dem Bauern schliefen, kam der Todesengel, um seine Frau zu holen. Ich gab ihm stattdessen die Kuh. Die Dinge sind eben nicht immer so, wie sie scheinen.«

Manchmal entwickeln sich die Dinge nicht so, wie sie sollten, aber auch dann kannst du vertrauen, dass sie sich zu deinem Vorteil entwickeln, du erkennst es nur noch nicht.

Yasemin J. Demir, Reiki Meister/Lehrerin
johannademir@gmail.com , 0212/299 68 78