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Editorial |
Liebe Leserinnen, liebe
Leser,
in Deutschland macht sich bereits das herbstliche Wetter
bemerkbar. In Istanbul und in weiteren Teilen der Türkei
haben die massiven Regenfälle Tote, Zerstörung, Chaos und
Angst hinterlassen und das Ende des Sommers angekündigt.
Spätestens nach solchen Ereignissen wird uns Menschen wieder
die enorme Kraft der Natur bewusst und wir schütteln
fassungslos die Köpfe, wenn wir die Bilder der Zerstörung
sehen. Natürlich gab es schon immer Stürme, Überflutungen
und Erdbeben, aber in dieser Häufigkeit und in diesen
Ausmaßen? Unsere Köpfe sind voll von Bildern der
Zerstörungen, zum Beispiel vom Tsunami in Indonesien und
Thailand oder von den Hurrikans, die über Teile der USA und
Kuba hinwegfegten und Bedrohungen für ganze Landstriche,
Inseln und Städte wie New Orleans wurden oder die großen
Überflutungen in Indien sowie die Trockenheit in weiten
Teilen von Afrika und die dadurch verursachten Hungersnöte;
und natürlich das Erdbeben in Istanbul am 17.August 1999,
das viele von uns hier miterlebt und noch in schrecklicher
Erinnerung haben........... und wir denken an die vielen
Menschen, die deshalb sterben mussten.
Eigentlich wollen wir das alles nicht mehr hören und nicht
mehr sehen, aber die Umweltforscher geben keine positiven
Prognosen. Forschung, Politik und Wirtschaft und auch wir
sind aufgefordert umzudenken.
Zumindest die Forschung hatte schon seit vielen Jahren Pläne
für wiederverwertbare Energiegewinnung entwickelt und manche
Wissenschaftler behaupten, dass man keine Atomkraftwerke
benötigt hätte, hätte man diese Energien weiterentwickelt
und unterstützt. Seit einigen Jahren werden nun in Europa
staatliche Fördermittel für wiederverwertbare Energien zur
Verfügung gestellt. Viele neue Bauprojekte werden mit
Erdwärme und Solarenergie ausgestattet und auch viele
private Hausbesitzer wechseln zu alternativen
Energieanbietern.
Natürlich ist dies nur ein Teil von Verbesserungen, aber der
Prozess des Umdenkens hat begonnen und wird hoffentlich
fortgesetzt. So hatte der Berliner Bürgermeister Klaus
Wowereit zum 20. Städtepartnerschaftsjubiläum neben einem
vielseitigen Kulturprogramm auch Wissenschaftler und
Wirtschaftsexperten mit nach Istanbul gebracht, die auf
einer Konferenz über “Erneuerbare Energien“ neue Projekte
und Erkenntnisse vorstellten. Aber auch Vereine wie der Bund
für Umweltschutz stellten ihr Programm in Istanbul vor und
machten den Menschen Mut sich für die Umwelt zu engagieren.
Das Kyoto-Protokoll von 1997 zur Ausgestaltung der
Klimarahmenkonvention der Vereinigten Nationen mit dem Ziel
des Klimaschutzes legte 2005 erstmals völkerrechtlich
verbindliche Werte für den Ausstoß von Treibhausgasen in den
Industrieländern fest. Im Dezember 2009 sollen auf dem
Klimagipfel in Kopenhagen weitere Verhandlungen über die
Reduktionsverpflichtungen beschlossen werden. Leider sind
die USA heute das einzige Industrieland, das nicht
völkerrechtlich verbindliches Mitglied des Kyoto-Protokolls
ist.
Mögen die Erkenntnisse zum Schutz der Erde fruchten und in
der Politik aller Länder verwirklicht werden und geben wir
unsere kleinen Beiträge tagtäglich für das Leben auf diesem
schönen Planeten.
Mona Marweld-Engin & das
Brücke-Team
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In eigener
Sache |
NEUES
VEREINSJAHR BEI DER BRÜCKE
Nicht nur
den Neuankömmlingen ein herzliches Willkommen, auch allen
Alteingesessenen einen guten Start in das Alltagsleben.
Der Jahresbeitrag für die Saison 2009/10 beträgt 85 TL.
Wir bitten Sie, diesen Beitrag bis spätestens zum
Weihnachtsbasar zu entrichten. Falls Sie den Termin nicht
einhalten können, wenden Sie sich bitte an das BRÜCKE-Büro.
Den Jahresbeitrag können Sie wie immer an den auf Seite 2
angegeben Stellen begleichen, auch haben Sie die Möglichkeit,
diesen am Eröffnungsbrunch (Einladung s. Seite 6) und am
Weihnachtsbasar in der Deutschen Schule am BRÜCKE-Stand
abzugeben.
Sie erhalten Ihre persönliche Mitgliederkarte, mit der Sie in
vielen Geschäften einen Sonderrabatt erhalten. Eine Liste dieser
Läden finden Sie in unserem Infoheft.
MITARBEIT IM BRÜCKE-TEAM
Wir
möchten uns neu organisieren und suchen
Ansprechpartner für die Bezirke:
- Levent, Etiler-Ulus
- Beykoz
- Beþiktaþ
- Bahçelievler-Bakýrköy,
- Taksim-Cihangir – Beyoðlu
- Kadýköy - Bostancý, Göztepe, Fenerbahçe
- Üsküdar – Çengelköy
- Tuzla und Umgebung
Ebenso suchen wir jemanden, der Freude daran hat,
Neuankömmlingen mit Rat und Tat behilflich zu sein.
Mithilfe für den Weihnachtsbasar in der Deutschen Schule und
beim IWI gesucht.
Die BRÜCKE übernimmt den Glühweinstand beim diesjährigen
Weihnachtsbasar in der Deutschen Schule und freut sich über
jede/n, die/der bei Vorbereitung, Aufbau und Verkauf mithelfen
kann.
Mithilfe bei der Zusammenstellung der AGENDA 2010.
Ausserdem suchen wir für den Bereich Werbung und Sponsoring
jemanden, der uns tatkräftig unterstützt.
TERMINKALENDER 2010 UND INFOHEFT
In den
nächsten Tagen werden unsere Vorbereitungen für das Infoheft und
den Terminkalender 2009 beginnen. Wir bitten Sie, Ihren Eintrag
zu überprüfen und uns etwaige Korrekturen zu melden.
Natürlich veröffentlichen wir gerne Firmenanzeigen.
Bitte melden Sie sich im BRÜCKE-Büro. Wir senden Ihnen gerne
ausführliche Informationen zu.
BESUCHSDIENST ENTFÄLLT
Unsere
Idee, einen Besuchsdienst in Istanbul und der näheren Umgebung
zu initiieren, ist leider auf wenig Interesse gestossen.
Obwohl sich etliche hilfsbereite freundliche Frauen meldeten,
die ihre Hilfe und Unterstützung anboten, scheint der Bedarf
nicht gegeben zu sein. All diesen freiwilligen Helferinnen gilt
unser herzlicher Dank.
Aufgrund der geringen Nachfrage stellen wir den "Besuchsdienst"
ein, sind jedoch gerne bereit, bei Bedarf im Rahmen unserer
Möglichkeiten von Fall zu Fall zu helfen. Wenden Sie sich dann
bitte an das BRÜCKE-Büro.
Brigitte Özcan
INFOBRIEF – TITELBLATT
Das Foto
auf der Titelseite wurde uns freundlicher Weise von unserem
BRÜCKE-Mitglied Hannelore Aydýn zur Verfügung gestellt.
Näheres über die Künstlerin und ihre Arbeit können Sie im Brief
auf Seite 19 lesen.
GEBURT
Ein ganz
herzlicher Glückwunsch geht an
Marina Baumeister - Karaca zur Geburt ihres Enkelkindes!
HERZLÝCHE GLÜCKWÜNSCHE ZUR HOCHZEÝT
HAYAT BOYU BIRLIKTE ILERLEMEYE
KARAR VERDIÐINIZ YOLDA,
GÜNEÞ HEP ÖNÜNÜZDE OLSUN KI
GÖLGELER ARDINIZDA KALSIN.
BIR ÖMÜR BOYU MUTLULUKLAR DILERIZ
Das BRÜCKE-Team gratuliert Veysel
Midil und seiner Frau Ayþe ganz herzlich zur
Eheschliessung!
Ebenfalls viel Glück und alles Gute für die Zukunft wünschen wir
unserem neuen BRÜCKE-Mitglied Meryle Griechenbaum und
Ihrem Mann Haluk Baþaran!
RUNDER GEBURTSTAG
Alles Gute zum runden Geburtstag und
noch viele glückliche, gesunde Jahre wünschen wir unserem
langjährigen Vorstandsmitglied Brigitte M.
GEÇMIÞ OLSUN
Etta Þiþmanyazýcý ein
’’Geçmiþ olsun’’ und gute Besserung für den gebrochenen Fuss.
BEILEID
Wir sind vom gleichen Stoff,
aus dem die Träume sind
und unser kurzes Leben ist eingebettet
in einen langen Schlaf.
William Shakespeare
Unser aufrichtiges Beileid geht an
Doris Zýrh und Ihre Familie zum Tode Ihrer Mutter.
Ebenfalls geht unser Mitgefühl an Teoman Yelkencioðlu zum
Tode seiner Frau Hidayet.
Unsere Teilnahme gilt auch unserem langjährigen BRÜCKE-Mitglied
Anneliese Ilksoy zum Tod ihres Mannes.
Kurz vor Redaktionsschluss erreichte uns die traurige Nachricht
vom plötzlichen Tode des Vaters unseres Vorstandsmitglieds
Derya San.
Wir wünschen Allen viel Kraft und Trost in dieser schweren Zeit.
ABSCHIED
KURZ, ABER NICHT SCHMERZLOS!
Liebe Brücke-Freundinnen,
leider müssen mein Mann und ich nach einem Jahr in Istanbul die
Koffer wieder packen.
Die schöne Zeit in Istanbul ist vorbei.
Aus beruflichen Gründen werden wir zurück nach Deutschland
gehen.
Ich möchte Euch für die schönen Stunden, die wir zusammen
genießen durften, danken.
Durch das nette, unkomplizierte Aufnehmen in Euren Kreis und
Eure Hilfsbereitschaft ist mir das Einleben in Istanbul sehr
leicht gefallen.
Tschüss!
Anke Knolle
Ich wünsche Euch alles, alles Gute.
FEEDBACK
Einen schönen guten Morgen,
Herzlichen Dank für alle im Team, dass Euer Engement es macht,
dass es kein langweiliger Frauenclub ist.
Kulturforum super, Infobrief perfekt!
Einen schönen, wohlverdienten Sommer wünsche ich Euch ,
herzlichst
Inge Þengezer
BÜCHERSPENDE
Herzlichen Dank für die großzügige
Bücherspende von Rosalie Taký.
Das wird die Vielfalt beim nächsten Büchertauschbasar
(Ankündigung Brief S. 5) noch erweitern.
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Rückblicke |
UNSERE BADEFAHRTEN 2009 IM RÜCKBLÝCK
Auch dieses Jahr sind wir wieder jede Woche mit den komfortablen
Schiffen von Mustafa Reis unterwegs gewesen.
Ein sehr windiger Hochsommer liegt hinter uns – aber der Kapitän
unseres Bootes fand doch immer ein stilles Plätzchen in einer
schönen Badebucht in der Nähe des Schwarzen Meeres zum Ankern.
Dass im Durchschnitt 25 Grad warme, salzarme Bosporuswasser lud alle
Gäste mehrmals am Tag zum erfrischenden Baden und Schwimmen ein.
Auch kam es allen so vor, als wären das Büfett und die Kaffeetafel
in diesem Jahr außerordentlich köstlich bestückt und
abwechslungsreich gewesen. Zu unserem immer schon sehr reichlichen
Büffet kamen noch interessantere Gerichte, Spezialitäten aus den
unterschiedlichsten Ländern.
Lag es daran, dass besonders viele der Gäste aus den verschiedenen
Teilen der Welt kamen und so mit ihren Beiträgen aus ihrer
nationalen Küche zu unserem ''internationalen Schmaus' beitrugen?
Die diesjährigen Speisefavoriten kamen aus Japan, Indonesien und
China. Für leckere Kuchen sorgten Kanada, England und Deutschland.
Es gab keinerlei Sprachprobleme.
Die Gesprächsthemen waren interessant und weit gefächert und wir
haben auch persönlich gute wertvolle Kontakte knüpfen können.
Einige Male hatten wir Life-Musik an Board. Ein Teilnehmer kam mit
seiner Gitarre. Auf allgemeinen Wunsch spielte er die schönsten
Lieder und Kompositionen aus den Mittelmeerländern und dies in der
jeweiligen Originalsprache. Alle waren begeistert.
Der Tag auf dem Boot mit unserem sympathischen Kapitän und der
aufmerksame und freundliche Service der Besatzung hat allen alten
und neuen Teilnehmern sehr gefallen.
Auf allgemeinen Wunsch wollen wir die Saison verlängern und die
Fahrten bei schönem Wetter auch im September und Oktober fortführen.
Aber schon jetzt allen, die die Organisation unentgeltlich
durchgeführt haben, einen herzlichen Dank für Mühe und Einsatz vom
gesamten BRÜCKE - Team.
Brigitte Midil und Christine Klar
LEBENDE BRÜCKEN
Mit einer Länge von über einem Kilometer
verbindet die Bosporus-Brücke den europäischen Teil Istanbuls mit
dem asiatischen. Eine Brücke ist immer eine Verbindung, eine
„Überbrückung“ von Hindernissen. Und so scheint es fast
selbstverständlich, dass sich der Verein „DIE BRÜCKE e.V.“ eben
diesen Namen gegeben hat, mit dem Ziel, eine Verbindung zwischen
Deutschland und der Türkei, den Menschen, aber auch den Kulturen und
Sprachen entstehen zu lassen.
Als ich im Mai dieses Jahres für meine Diplomarbeit nach Istanbul
kam, erlebte ich das Brückenbauen auf ganz andere Weise: Auf der
Suche nach deutschen Heiratsmigrantinnen und –migranten als
Gesprächspartner für meine Diplomarbeit, half mir der Verein Zugang
zu eben jener Gruppe zu finden: Telefonnummern wurden ausgetauscht
und E-Mail-Adressen weitergeleitet. So konnte ich neben anderen
Kontaktpersonen eine Vielzahl von BRÜCKE-Mitgliedern für meine
Arbeit befragen.
Zusätzlich wurde ich mit zahlreichen Materialien und Informationen
über die Gründung und Tätigkeiten des Vereins versorgt.
Auch die Ergebnisse meiner Studie zeigten, dass die
deutsch-türkischen Paare in Istanbul selbst Brücken zwischen der
Türkei und Deutschland bilden. Vor allem in der Kindererziehung
wurde dies deutlich: Die Schulbildung ist zumeist deutsch oder
europäisch ausgerichtet, die Kinder werden zwei- oder sogar
dreisprachig erzogen und auch im religiösen Bereich beweisen die
Paare größtenteils Offenheit in der Erziehung ihrer Kinder.
In der Arbeit finden sich gerade in der jüngeren Generation –
ausgelöst durch die schwierigen Arbeitsbedingungen – oftmals
Deutschlandbezüge. Dieser Bezug kann ganz unterschiedlich ausgeprägt
sein: Arbeiten für eine deutsche Firma oder Institution, aber auch
das Unterrichten von Deutsch als Fremdsprache. Im Fachjargon spricht
man daher von einer transnationalen Inkorporation in der Herkunfts-
wie in der Aufnahmeregion. Kurz gesagt: Die meisten der deutschen
Heiratsmigranten sind lebende Brücken zwischen Deutschland und der
Türkei.
Und auch ich habe mich an einem Brücken-Projekt beteiligt – jedoch
ganz anderer Art. Angeregt durch einen BRÜCKE-Infobrief habe ich
zusammen mit meiner Mutter eine Blumengirlande für das
„Bosphorus-Greeny-Project“ gehäkelt, genäht und gestickt. Im Herbst
2010, wird sie dann zusammen mit Euren Blumenranken die
Bosporus-Brücke zum Blühen bringen.
Ich möchte mich ganz herzlich bei allen Gesprächspartnerinnen und
–partnern bedanken, die mich bei meiner Diplomarbeit unterstützt
haben. Vielen Dank für die Einblicke, die Ihr mir gewährt habt, die
Ermutigungen und Ratschläge, Eure Offenheit, mit der Ihr mir
begegnet seid und die vielen spannenden Lebensgeschichten, die ich
erfahren durfte.
Herzliche Grüße
Eure Karin Kutter
DEUTSCH - TÜRKISCHE FREUNDSCHAFTSTAGE
IZMIR
Am 5. und 6. Juni fanden die 1.
Deutsch-Türkischen Freundschaftstage in Ýzmir statt.
Veranstalter dieses Festivals waren die Ýzmir Kalkýnma Ajansý
(ÝZKA), die Ägäische Freihandelszone (ESBAÞ), die Türk-Alman
Dostluðu Derneði (TADD) und die Deutsche Schule Ýzmir (DSI) unter
der Schirmherrschaft des Deutschen Generalkonsuls in Ýzmir, Herrn
Stefan Schneider.
Der erste Tag stand im Zeichen der binationalen
Wirtschaftsbeziehungen. In der ESBAÞ trafen sich diverse deutsche
und türkische Firmen, um sich über eventuelle Handelsbeziehungen zu
informieren.
Der zweite Tag fand im Açýk Hava Tiyatro in Güzelbahçe, Ýzmir statt
und es war ein buntes Festivalprogramm entstanden mit deutscher und
türkischer Musik, mit deutschen und türkischen Leckereien, mit bunt
gemischten Ausstellungs
ständen von Kleidung, Lebensmitteln über Immobilien, Sport und
Spiel, Tombola, Flohmarkt und vielen anderen Themen. Die Einnahmen
werden gemeinnützigen Vereinen zukommen.
Um 11 Uhr eröffneten der Stellvertretende Oberbürgermeister von
Izmir, der Bürgermeister von Güzelbahçe und der Deutsche Konsul in
Izmir die Veranstaltung. Mit bayrischen Melodien wurden die
BesucherInnen in Festivalslaune gebracht. Trotz der extremen
Mittagshitze stürmten viele Besucher die Grillstände, an denen
unsere fleißigen HelferInnen mächtig ins Schwitzen kamen. Den ganzen
Tag über fanden verschiedene Aufführungen statt: Modenschau,
Kinderttanzaufführungen, buntes Musikprogramm und
Folkloredarbietungen.
Wir möchten uns ganz herzlich bei allen Ausstellern, Besuchern und
vor allem bei allen Helfern ganz herzlich bedanken und hoffen, dass
wir uns alle im kommenden Jahr bei den 2. Deutsch-Türkischen
Freundschaftstagen wiedersehen werden.
Katja Riedel-Arslan
Ansprechpartnerin Izmir
AZ BUZLU RAKIYLA LEVREÐI ÇOK
ÖZLEYECEÐIM
Mit diesen Worten hat sich unser
früherer Generalkonsul Herr von Kummer in einer Reportage, die wir
leider aus Platzgründen nicht in voller Länge abdrucken können, in
der Tageszeitung Hürriyet vom 08.August von uns „Istanbulanern“
verabschiedet. Wie Sie auch in dem Artikel lesen können, hat Herr
von Kummer während seiner dreijährigen Dienstzeit in Istanbul ein
Buch über die deutsch-türkische Geschichte „Bogazici’ndeki Almanya“
geschrieben.
Hier ein Auszug der Reportage, die Sie
im Internet unter www.hurriyetim.com unter dem Stichwort „Matthias
von Kummer“ nachlesen können:
Görev süresi geçen hafta dolan,
Almanya’nýn Ýstanbul Baþkonsolosu Matthias von Kummer (61), tam bir
Ýstanbul âþýðý. Ýlk kez 1982’de geldi, üç yýl önce baþkonsolos
olarak geri döndü. Aklýnda Türk-Alman tarihi üzerinde durmak
istediði bir kitap vardý ve geldiði gün çalýþmalarýna
baþladý.“Boðaziçi’ndeki Almanya” adlý kitabý üç yýlda bitirdi. 130
yýllýk Almanya Ýmparatorluðu Sefaret Köþkü ile 120 yýllýk Almanya
Sefareti Tarabya Yazlýk Rezidansý’nýn hikâyesini anlattýlar.
Baþkonsolos, kitabý, eþi Meggy ile kendisine muhteþem bir deneyim
yaþattýðý için Ýstanbul’daki herkese bir teþekkür olarak görüyor.
Von Kummer ile Ýstanbul aþkýný ve kitabý konuþtuk
Ýstanbul’da görevinizin son haftasýndasýnýz. Nasýl bir ruh hali
içindesiniz?
- Ýstanbul’da baþkonsolos olmak büyük bir ayrýcalýk. Hem
Gümüþsuyu’ndaki 130 yýllýk Sefaret Köþkü’nün, hem de 120 yýllýk
Tarabya Yazlýk Rezidansýn geçici sahibi oluyorsunuz. Tabi ki en
önemlisi Ýstanbul gibi muhteþem bir þehirde yaþýyorsunuz. Buradan
Slovenya’ya gideceðim. Küçük bir ülke ama daðlarýnýn sonunda deniz
var. Bu beni biraz olsun mutlu ediyor. Çünkü bana Ýstanbul’u
hatýrlatacak.
Ýstanbul’da neler yapardýnýz?
- Boðaziçi’ndeki tüm balýk restoranlarýna bayýlýyorum. Bir de
Kumkapý balýk pazarýnýn yanýndaki Küçük Liman’a. Burada görünüþleri
çok basit ama içinde leziz yemekler olan restoranlar var. …
En sevdiðiniz yemek hangisi?
Tüm mezeleri çok seviyorum ama tabi ki yanýnda az su ve az buzlu
raký da olmalý. Bir de beyaz peynir ve levrek.
ÜÇ YILDA...
Unutamadýklarým 2006’da Angela Merkel gelmiþti, ilk davetlerimden
biriydi. Çok heyecanlanmýþtým ama Türk politikasýnda tanýnmam için
iyi bir deneyimdi. Bir diðeri de tabii ki Papa Benedict 16’nýn
ziyaretiydi.
En zor aným 2008’de Almanya Ludwigshafen’da Türkler öldürüldüðünde
çok zor günler geçirdik. Çünkü Türklere, Alman toplumunda neler
olduðunu anlatmam gerekiyordu. Organize bir iþ olup olmadýðýný merak
ediyorlardý. Diðeri de Alman Avrupa Birliði Baþkaný geldiðinde,
Türklere neden AB üyesi olamadýklarýný anlatmaktý. Haklý olarak pek
çok sorunun cevabýný bekliyorlardý. Ama ben inanýyorum ki Türkiye
uyum sürecinde çok doðru ve iyi ilerliyor. Alman Hükümeti olarak
biz, Türkiye’nin ticari, kültürel, stratejik ve askeri anlamda
önemli bir partner olacaðýný düþünüyoruz. Türkiye, AB’nin ihtiyacý
olan her þeye sahip.
En mutlu aným Eþimle burada kýsa süre kalmamýza raðmen kolayca
Türklerin içine kabul edilmek çok güzeldi.
En komik aným Ýlk geldiðimizde bazý þeyleri anlamakta zorluk
çekiyorduk. Örneðin resmi ziyaretlerde bile insanlarýn gelirken bir
þiþe kolonya getirmesi garip geliyordu. Ama artýk biz de yapýyoruz.
Yapamadýðým, keþke dediðim Ýstanbul’da pek çok yer gördüm ama hâlâ
yeterince yerine gidip daha fazla vakit geçiremediðimi düþünüyorum.
Bu yüzden ekimde tatil için tekrar geleceðiz. Tabii bir de bu kadar
zamanda Türkçe öðrenememiþ olmam. Çevremde hep yabancý dil bilenler
olmasý bunu zorlaþtýrdý. Bir restorana rezervasyon yaptýrýp, kaç
kiþi olduðumuzu ve hangi gün saat kaçta gideceðimizi
söyleyebiliyorum. Ama karþýdaki devamýnda bir þey sorarsa durum kötü
oluyor.
Abschied des Österreichischen Konsuls
Sehr
geehrte Damen und Herren,
Da ich eine neue Funktion mit Wirkung vom 25.Mai 2009
im Bundesministerium für europäische und internationale
Angelegenheiten in Wien übernommen habe, endet nach fast vier Jahren
meine Tätigkeit als Amtsleiter am Österreichischen Generalkonsulat
in Istanbul.
Rückblickend gesehen war die Zeit in dieser wunderbaren Stadt am
Bosporus von vielen positiven Erlebnissen geprägt. Besonders
erfreulich ist auch, dass sich in den letzten Jahren die
Wirtschaftsbeziehungen zwischen Österreich und der Türkei äußerst
positiv entwickelt haben. Neben einer Steigerung des Handelsvolumens
sind auch die hervorragenden Entwicklungen auf dem
Investitionssektor zu erwähnen. Österreich wurde in den vergangenen
Jahren zu einem der wichtigsten ausländischen Investoren in der
Türkei. Hier haben auch die Repräsentanten der österreichischen
Unternehmen vor Ort hervorragendes geleistet.
Die traditionell freundschaftlichen und substanzreichen Beziehungen
unserer beiden Länder zeigten sich in jüngster Zeit auch durch einen
regen Besuchsaustausch auf hoher und höchster politischer Ebene.
Aber auch die Kooperation mit der Stadt Istanbul war von sehr guten
Beziehungen in äußerst konstruktiver Form getragen.
Ein besonderes Anliegen war mir die Schaffung eines
Österreicher-Referates am hiesigen Generalkonsulat, welches seit
2007 bemüht ist, eine Verbesserung der Serviceleistungen in allen
für Auslandsösterreicher relevanten Bereichen anzubieten. Vieles ist
gelungen, manches noch zu verbessern und an die tatsächlichen
Erfordernisse einer modernen Verwaltung anzupassen. Die
Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Generalkonsulates werden auch
weiterhin bemüht sein, Ihnen ein kompetenter Ansprechpartner bei der
Erledigung Ihrer Anliegen zu sein. Ab 25. Mai 2009 wird mein
Stellvertreter – Konsul Gerhard GÖTZ – bis zum Eintreffen meines
Nachfolgers die Dienststellenleitung am Österreichischen
Generalkonsulat übernehmen.
Zu meinem Abschied ist es mir ein großes Bedürfnis, Ihnen allen, die
Sie hier in der Türkei leben und arbeiten, für Ihre Verbundenheit
mit unserer Heimat Österreich herzlich zu danken.
Ich möchte aber auch all jenen danke sagen, die - wie auch immer
Ihre Verbindung zu Österreich ist - als Geschäftspartner, Freund
oder Herzensösterreicher einen Beitrag zur Mitgestaltung der Marke
„Österreich“ in der Türkei leisten.
Mit den besten Wünschen für die Zukunft verbleibt
mit einem herzlichen „Auf Wiedersehen“
Ihr
Josef Saiger
VERBESSERUNG DER BEDÝNGUNGEN FÜR
DEUTSCHE EHEPARTNER VON TÜRKEN ÝN DER TÜRKEÝ
Treffen mit der SPD
Bundestagsabgeordneten Waltraud Lehn
Am 9. Juni besuchte die SPD Bundestagsabgeordnete Waltraud Lehn
Istanbul und ließ es sich nicht nehmen, gemeinsam mit Frau Anke
Siebold von der Abteilung für Arbeit und Soziales bei der Deutschen
Botschaft, Christine Þenol, Mona Engin und Kristina Laubscher über
die Situation der deutschen Ehepartner von Türken hier in der Türkei
zu beraten.
Eingangs ging es um das leidige Thema der Aufenthaltsgenehmigungen.
Unabhängig davon, wie lange ein Ausländer schon zusammen mit seinem
türkischen Ehepartner in der Türkei lebt - spätestens alle fünf
Jahre steht die Verlängerung der Aufenthaltsgenehmigung an. Allen
früheren diesbezüglichen Bemühungen zum Trotz, ist eine unbefristete
Aufenthaltsgenehmigung im türkischen Recht noch nicht vorgesehen.
Auch die chaotischen Zustände beim Ausländeramt der Istanbuler
Polizei - Generaldirektion bietet den in Istanbul nieder -gelassenen
Deutschen nach wie vor Anlass zu Beschwerden. Von der seit langem
diskutierten Verteilung der Zuständigkeit auf die einzelnen
Polizeidirektionen der Stadtteile gibt es noch keine Spur.
Besonders ein konkreter Fall aus der Mitte der BRÜCKE-Gemeinschaft,
einer seit 20 Jahren in der Türkei lebenden Deutschen: Nachdem ihr
Mann verstorben war, war ihre Aufenthaltsgenehmigung mit dem
Hinweis, dass man mit der Witwenrente „doch nicht leben könne“,
beinahe verweigert worden, hätte die Witwe nicht eine Immobilie
geerbt.
Der zweite Punkt der Tagesordnung war ebenfalls ein Thema, das den
in der Türkei lebenden Ausländern das Leben erheblich erschwert –
die Arbeitsgenehmigung. Auch wenn das Gesetz erleichternde
Voraussetzungen für mit Türken verheiratete Ausländer vorsieht, so
kommt dies in der Praxis leider häufig nicht zur Anwendung. Da
Ausländer jedoch zumeist vor gerichtlichen Schritten gegen Behörden
in der Türkei zurückschrecken, kann sich keine höchstrichterliche
Rechtsprechung zu diesem Thema etablieren, die den Missständen in
der Praxis auf Dauer entgegenwirken könnte. Gleiches gilt auch für
die Ablehnung von Einbürgerungsanträgen.
Frau Lehn sagte zu, diese Problematik bei Gesprächen mit den
Zuständigen in Ankara und auch in Deutschland zu thematisieren und
zu versuchen, den Stein für eine bessere Umsetzung,der ohnehin
vorhandenen Rechtsvorschriften zu diesem Thema, ins Rollen zu
bringen.
An dieser Stelle gab es auch eine positive Nachricht zu vermerken:
Anke Siebold von der Deutschen Botschaft in Ankara teilte mit, dass
eine Überweisung von Rentenbezügen der türkischen
Sozialversicherungsträger SGK auch nach Deutschlandmöglich ist. Denn
auch hier waren durch das deutsch-türkische
Sozialversicherungsabkommen zwar die Weichen gestellt, aufgrund
mangelnder Kenntnisse der zuständigen Beamten wurden solche Anträge
jedoch zumeist abgelehnt.
Es steht also zu hoffen, dass mit Unterstützung von Frau Waltraud
Lehn aus Berlin und ihren Kollegen bei der Botschaft in Ankara bald
auch die Themen Aufenthalts- und Arbeitsgenehmigung keine Schatten
mehr auf unsere Wahlheimat Türkei werfen werden.
Kristina Laubscher-Ülünçer
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Neuigkeiten
und Aktuelles |
WICHTIGE
HINWEISE FÜR DEUTSCHE MIT GLEICHZEITIGER STAATSANGEHÖRIGKEIT DES
GASTLANDES
Nach § 12 des
Bundeswahlgesetzes sind Deutsche, die ausserhalb der Bundesrepublik
Deutschland leben, bei Vorliegen der gesetzlich festgelegten
Voraussetzungen wahlberechtigt und können auch von ausserhalb des
Bundesgebietes durch Briefwahl an der Wahl teilnehmen.
Werden Sie gleichzeitig von der Regierung des Staates, in dem Sie
leben, als eigener Staatsangehöriger in Anspruch genommen, sollten
Sie sich rechtzeitig bei den Behörden des Staates, dessen
Staatsangehörigkeit Sie neben der deutschen besitzen, darüber
informieren, ob Ihnen aus der Wahlteilnahme persönliche Nachteile
erwachsen können.
WUSSTEN
SIE SCHON, ...
Das Schuljahr
2009/10 beginnt am 24.09.09.
Das Bildungsministerium hat den Terminplan für das kommende
Schuljahr bekannt gegeben.
Die Halbjahresferien liegen zwischem dem 25. Januar und dem 5.
Februar 2010.
Das Schuljahr endet am 18. Juni 2010.
(NTV, 27.04.09)
DIE
MUSEUMSKARTE IM INTERNET
Die
Museumskarte ist eine äussert günstige Möglichkeit für nur 20 TL
fast alle staatlichen Museen in der Türkei ein Jahr lang kostenlos
zu besuchen.
Als Ausländer erhält man an den Schaltern der Museen keine
Museumskarte. Auch auf den Plakaten beim Museum wird darauf
hingewiesen, dass sie nur für Türken gültig ist. Über
www.muzekart.com.tr jedoch hat man die Möglichkeit eine Karte zu
bestellen, solange man eine TC Kimlýk No. besitzt.
NEUIGKEITEN AUS DER DEUTSCHEN SCHULE
Die drei
besten Abituriennten der Deutschen Schule Istanbul waren in diesem
Jahr alle aus der deutschen Klasse.
1. Celine Engin
2. Jane Heinsohn
3. Adrian Doevelaar
Celine erhielt den Scheffelpreis für die besten deutschen Leistungen
und andere Auszeichnungen.
Wir gratulieren allen drei Schülern ganz herzlich und wünschen viel
Erfolg auf dem weiteren Lebensweg!
UNSER
INTERNET-TIPP
Die
Online-Zeitung für junge Leser
http://www.sowieso.de/zeitung/
sowieso.de ist seit 1998 die online-Zeitung für junge Leser - also
für Mädchen, und Jungen, und andere Menschen. Sowieso.de wird in
über 80 Ländern der Welt gelesen, oft auch von Menschen, die Deutsch
lernen wollen.
sowieso.de berichtet aktuell und lebendig über Politik und
Gesellschaft, über Kultur und Sport. Und zwar so, dass Kinder und
Jugendliche es verstehen - und mögen!
Bei sowieso.de kannst du aktiv mitmachen: Du kannst chatten, Fragen
stellen, deine Meinung zu Artikeln schreiben, E-Mail-Freunde in
aller Welt finden und - ganz neu! - eigene Artikel schreiben!
Dann bist du ein sowieso-Kinderreporter mit eigenem Reporternamen,
Reporterausweis und persönlicher Steckbriefseite. Mehr dazu findest
du in der Rubrik "Kinderreporter":
Quelle:
http://www.sowieso.de/zeitung/
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Brücke-Kulturforum
stellt vor |
„DENN WOVON LEBT DER MENSCH?“
Die Internationale Biennale Istanbul, die seit 1987
alle zwei Jahre von der Istanbul Kültür ve Sanat Vakfi organisiert
wird, hat sich in den letzten Jahren immer mehr zu einer wichtigen
Plattform zeitgenössischer Kunst entwickelt und internationales
Ansehen erreicht. Neben den großen Biennalen in Venedig, San Paolo
und Sydney hat sie bei internationalen Kunstliebhabern ihren Platz
eingenommen, besonders weil die Verantwortlichen der Biennale in
Istanbul großen Wert auf den jeweiligen Themenschwerpunkt legen, der
sich meist von anderen Biennalen unterscheidet.
Für die diesjährige Biennale wurde für das Kuratorium eine Gruppe
ausgewählt, die sich schon in ihrem Namen WHW / What, How & for Whom
(Was, Wie und für Wen) von ihren bisherigen Biennale-Kuratoren in
Istanbul abheben. Den hinterfragenden und kritischen Kunstansatz
will die Gruppe, die ausschließlich aus Frauen besteht, bereits in
ihrem Namen zum Ausdruck bringen.
Was, Wie und für Wen ?
Nicht nur für Istanbul stellt sich diese Frage für viele
Kunstschaffende und Kunstvermittler, sondern dieser Satz spiegelt
die Problematik der momentanen internationalen Kunstszene wider, die
sowohl aus kritischen Künstler als auch aus mehr oder weniger dem
Kunstmarkt angepassten Künstlern besteht.
Mit ihrem Motto für die diesjährige 11. Biennale “ Denn wovon lebt
der Mensch? - (What Keeps Mankind Alive?)" wollen die Kuratoren
viele Fragen neu reflektieren und mit einem gesellschaftskritischen
Ansatz versehen.
“Denn wovon lebt der Mensch“ ist das Abschlusslied im zweiten Akt
der Dreigroschenoper, einem Theaterstück von Bertolt Brecht, das in
Zusammenarbeit mit Elisabeth Hauptmann und Kurt Weill entstand. Vor
80 Jahren, am 31.August 1928, wurde die Satire auf den Kapitalismus
der Weimarer Zeit im Theater am Schiffbauerdamm in Berlin
uraufgeführt.
Warum haben die Kuratorinnen gerade dieses Thema ausgewählt?
Warum haben sie den zur Zeit so wenig populären Brecht ausgekramt?
Sind die Thesen und Parolen von Bertolt Brecht gerade heute wieder
aktuell und sollten neu hinterfragt werden?
Haben die Balladen der Dreigroschenoper nach achtzig Jahren an Kraft
und Aussage nichts eingebüßt?
Was können wir heute von Brecht lernen?
Nicht nur für die großen Fragestellungen einer internationalen
Biennale, die bei den Urbedürfnissen und Urfragen der Menschheit
ansetzt und die Werte der Gesellschaft, der Religion, Politik,
Wirtschaft und Kunst abklopfen möchte, um ihre Auswirkungen auf den
Menschen und den Künstler zu zeigen, machen Brechts satirische
Aussagen Sinn.
Bis zum 8.November zeigen 70 Künstler und Künstlerinnen aus 40
Nationen in 120 Projekten ihre künstlerischen Positionen zu diesem
komplexen Thema.
Ballade über die Frage "Wovon lebt der Mensch"
Ihr Herren, die ihr uns lehrt, wie man brav leben / und Sünd und
Misstat vermeiden kann. / Zuerst müsst ihr uns was zu fressen geben.
/ Dann könnt ihr reden; damit fängt es an. / Ihr, die ihr euren
Wanst und unsre Bravheit liebt / Das eine wisset ein für allemal: /
Wie ihr es immer dreht und wie ihr's immer schiebt / Erst kommt das
Fressen, dann kommt die Moral [...] / Denn wovon lebt der Mensch?
Indem er stündlich / Den Menschen peinigt, auszieht, anfällt,
abwürgt und frisst. / Nur dadurch lebt der Mensch, dass er so
gründlich / Vergessen kann, dass er ein Mensch doch ist.
Bertolt Brecht
Für die Biennale wurden die künstlerischen Arbeiten
von folgenden Künstlern aus Deutschland ausgewählt und vom
Goethe-Institut unterstützt:
Nevin Aladað
1972 in Van geboren, lebt und arbeitet in Berlin.
Die in Deutschland aufgewachsene Künstlerin studierte in München an
der Akademie der Bilden
den Künste. Bei ihren Arbeiten verwendet sie Fotos, Installationen
und Videos.
Aladaðs Thema ist die Entstehung von neuen Identitäten in den sich
verändernden Gesellschaften und Kulturen. Ihre Foto- und
Videoarbeiten zeigen das Leben der Einwander der zweiten Generation
in München und Berlin.
Nevin Aladað wird an der 11. Internationalen Istanbul Biennale mit
der Videoreihe “Þehir Sesi” teilnehmen. Diese Arbeit besteht aus
drei Videoaufnahmen in Istanbul.
KP Brehmer
KP Brehmer, (Klaus Peter Brehmer), geboren 1938 in Berlin, verstarb
1997 in Hamburg.
Zwischen den Jahren 1959-1961 studierte er an der Werkkunstschule
Krefeld und fertigte sein Leben lang viele Werke verschiedener
Kunstrichtungen. Bei seinen Arbeiten verwendete er verschiedene
Materialien und Techniken und beschäftigte sich mit Begriffen wie
Anti-Art und Kunst im Alltag.
1971 wurde er als Professor an die Hochschule für bildende Künste
Hamburg berufen und in den Jahren 1987 und 1988 war er als
Gastdozent an der Kunstakademie Hangzhou (VR China) tätig.
KP Brehmer war einer der wichtigsten Vertreter der Pop Art und
Fluxus und nahm an vielen nationalen und internationalen
Ausstellungen teil.
Bei der 11. Internationalen Istanbul Biennale wird eine Auswahl
seiner Werke ausgestellt.
Danica Dakić
Danica Dakić wurde 1962 in Sarajevo geboren. Sie lebt in Düsseldorf
und Sarajevo.
Die Arbeiten von Danica Dakić wurden weltweit an internationalen
Ausstellungsorten und Institutionen ausgestellt. Dazu gehören die
11. Internationale Architekturbiennale Venedig, documenta12(Kassel),
Chicago Kulturzentrum, K21 Kunstsammlung NRW (Düsseldorf), Museu
d’Art Contemporani Barcelona, Moderna Museet (Stockholm), Museum
Moderner Kunst Stiftung Ludwig (Österreich). Ihre Projekte in
Großstädten wie Bratislava, Sarajewo, Berlin, Valencia und New York
an öffentlichen Plätzen fand großen Anklang.
An der 11. Internationalen Istanbul Bienale wird von Danica Dakić
die Videoinstallation “Isola Bella” präsentiert.
Hans-Peter Feldmann
Hans-Peter Feldmann wurde 1941 in Düsseldorf geboren und arbeitet in
Düsseldorf.
Feldmann wurde Ende der 60’er und Anfang der 70’er Jahre berühmt in
Europa. Er verwendet bei seinen Arbeiten alltägliche Objekte. Es
gibt keine Originale seiner Arbeiten. Seine Objekte, Bücher,
Zeitschriften, Fotos und Plakate können unbegrenzt vervielfältigt
werden, sind Werke ohne Signatur.
Hans-Peter Feldmann ist einer der wichtigsten Namen der aktuellen
Kunstströmung. Für ihn besteht die Entstehung eines Werkes aus
Sammeln, Gestalten und Präsentieren.
Die Arbeiten von Feldmann wurden in vielen Einzelausstellungen in
Europa und Amerika sowie bei der Venedig Biennale und documenta 6
gezeigt. Seine ausdrucksvolle Arbeit “Schattenspiel“ wurde für die
53.Biennale in Venedig ausgewählt und ist noch bis zum 22.November
2009 im Pallazzo delle Esposizioni, Giardini di Venezia zu sehen.
An der 11. Internationalen Istanbul Biennale nimmt Feldmann mit
seinen Arbeiten unter dem Titel “Brot
scheibe” und “Porträt. 50 Jahre einer Frau” teil.
Marwan
Marwan ist einer der berühmtesten Maler Syriens. Er wurde 1934 in
Damaskus geboren und studierte Malerei an der Hochschule für
Bildende Künste in Berlin. Marwan lebt und arbeitet seit 1957 in
Berlin.
Seine inspirierenden und hinreißenden Arbeiten wurden in
verschiedenen Galerien, Museen und an verschiedenen internationalen
Kunstveranstaltungen ausgestellt.
Meistens malt er Menschen. Diese Menschen malt er wie ein Exemplar
für andere; aber gleichzeitig sind sie einzigartig und anonym.
Bei der 11. Internationalen Istanbul Biennale wird eine Auswahl von
seinen Arbeiten ausgestellt.
Marina Naprushkina
Marina Naprushkina wurde 1981 geboren, wuchs in Minsk (Belarus) auf
und lebt zur Zeit in Frankfurt.
Ein wichtiger Teil ihrer Arbeiten besteht aus Malerei, Grafik und
Film und fokussiert sich auf die Kritik der heutigen Staatsregierung
von Belarus. Bei ihren künstlerischen Arbeiten sieht man die Details
des Alltags in Belarus. Naprushkina arbeitete mit Propagandaplakaten
von Alexander Lukashenko, dem Staatspräsidenten von Belarus. Sie
fokussierte sich auf die Symbole und das Image, die Lukashenko sich
ausgewählt hat, verglich diese mit ähnlichen politischen
Propagandamaterialen der ehemaligen Sowjetunion und wandelt ihre
künstlerische Produktion in eine Art Antipropaganda.
Simon Wachsmuth
Simon Wachsmuth wurde 1964 in Hamburg geboren, wuchs in Hamburg und
Tel Aviv auf, lebt in Berlin und in Wien. Er studierte in Wien
Malerei und visuelle Mediengestaltung. Bei seinen Arbeiten be
schäftigt er sich mit Themen wie Archäologie und die Wahrnehmung der
Vergangenheit. Für seine Installationen verwendet er Videos,
Skulpturen, Bilder und Materialen aus Archiven.
Zuletzt wurden Wachsmuths Arbeiten unter dem Titel “Where We Were
Then, Where We Are Now?” auf der documenta 12 in Kassel gezeigt.
Der Künstler wird an der 11. Internationalen Istanbul Biennale mit
seiner neuesten Arbeit “Parabasis” teilnehmen, die sich mit der
archäologischen Geschichte der Türkei befasst.
Mona Marweld-Engin
Venues
Antrepo No.3
Meclis-i Mebusan Caddesi
Liman Ýþletmeleri Sahasý
Tophane
Feriköy Greek School
Abide-i Hürriyet Caddesi No.5
Þiþli
Tütün Deposu (Tobacco Warehouse)
Lüleci Hendek Caddesi
Koltukçular Çýkmazý No.1
Tophane
Dienstag – Sonntag 10.00-19.00
Montags geschlossen
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ZUM
TITELBILD |
Hannelore
Aydin wurde in Helmstedt geboren und lebt seit 1968 mit Ihrem Mann
in der Türkei.
Fotografiert hat sie seit dem unterm Weihnachtsbaum die erste damals
noch analoge Kompaktkamera lag, das war mit 13 Jahren. Themen waren
damals Schulkameraden; Familie und Reisen. In den Schulferien
arbeitete sie dann auch mal in einem Fotolabor. Aber Ihr
eigentliches Hobby war damals das Malen.
Erst viel später, als sie einige Wildpflanzen, besonders die
Irisarten, in der Türkei aufnehmen wollte, befasste sie sich näher
mit der Fotografie. Nachdem sie 2002 eine Digitale Kamera von ihrem
Mann geschenkt bekam, weckten die Möglichkeiten und nicht zuletzt
die Bildbearbeitungsprogramme ihr Interesse. Ob Fotografie oder das
Bearbeiten der Bilder am Computer , beide sind für sie immer eine
Herausforderung mit den technischen Mitteln nach dem künstlerischem
Aspekt zu suchen.
Veröffentlichung des Bildes „Multikulti“ im Ausstellungskatalog „
Mein Bild von München“ zur gleichnamigen Fotoausstellung am Gasteig
in München vom 2. bis 3. August 2008
Mitglied der Fotocummunity :
http://www.fotocommunity.de/pc/pc/mypics/559529
Mitglied PantherMedia Bildagentur: Arbeiten:
Firmenkalender 2010 Kelebekler
Postkarten für EGEV Eskiþehir Gelisim Vakfi
Weitere bilder unter: http://de.geocities.com/irisgewaechse/
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Kultur |
WETTLAUF UM DEUTSCHE UNIVERSITÄT
von Markus Beek
Bereits seit den 1990er Jahren existieren Pläne über eine deutsche
Universität in der Türkei. Doch immer wieder scheiterte dieses
Vorhaben bisher, da die Finanzmittel fehlten. Jetzt überschlagen
sich die Ereignisse: Zwei Universitäten – in Istanbul und in Izmir –
wollen in Kürze ihre ersten Studenten begrüßen.
Die Tradition des Wissenschaftsaustauschs zwischen Deutschland und
der Türkei reicht bis zu Beginn des 20. Jahrhunderts zurück.
Zwischen den Jahren 1915 und 1918 unterrichteten einige deutsche
Wissenschaftler an der Darülfünun in Istanbul. Allerdings hatten die
deutschen Hochschullehrer nur einen geringen Einfluss auf den
Lehrbetrieb und konnten sich neben ihren türkischen Kollegen nicht
etablieren. Einen zweiten Anlauf unternahmen deutsche Gelehrte ab
1933. Die politischen Verhältnisse zwangen sie dazu, Deutschland zu
verlassen und in der Türkei politisches Asyl zu suchen, um dem
Terror der Nationalsozialisten zu entfliehen. In der Türkei
entfalteten die Emigranten diesmal einen großen Einfluss auf den
Hochschulbetrieb und das an allen Fakultäten. Der bekannteste der
deutschen Auswanderer war Ernst Reuter, der unter anderem in Ankara
lehrte und Begründer des Instituts für Stadtforschung und
Kommunalwissenschaften war. Allerdings geriet diese deutsche
Tradition im Bildungswesen der Türkei in der zweiten Hälfte des 20.
Jahrhunderts wieder in Vergessenheit, obgleich seit den 1950er
Jahren Hochschulkooperationen zwischen beiden Staaten bestanden.
Nun also soll diese Tradition fortgesetzt werden. Faruk Sen –
Gründer und Ex-Leiter des Instituts für Türkeistudien in Essen –
beabsichtigt die Eröffnung einer Stiftungsuniversität in Izmir.
Maximal 4000 Studenten sollen ab 2010 an der neuen Universität
unterrichtet werden. Finanzieren soll sich die Universität durch
Studiengebühren, aber auch nach Sponsoren aus der Wirtschaft wird
noch gesucht. Die Universitäten in Duisburg-Essen, Bochum, Münster,
die Fachhochschule in Gelsenkirchen und die Sporthochschule Köln
beabsichtigen der Universität in Izmir fachlich unter die Arme zu
greifen.
Das zweite Projekt – die Deutsch-Türkische Universität (DTU) in
Istanbul – unterstützen sogar 22 deutsche Universitäten. Ein
Hochschul-Konsortium nimmt die Gründung der DTU in Angriff.
Campus-Gelände, weitere Materialien und für die Unterbringung der
Studenten sorgt der türkische Staat. Deutschland leistet weiterhin
seinen Beitrag dadurch, dass es Curricula erstellt, Dozenten und
Lektoren entsendet. Insgesamt 5000 Studenten strebt die DTU
mittelfristig an zu unterrichten und dies an den Fakultäten:
Wirtschafts- und Sozialwissenschaften, Rechtswissenschaften, Natur-
und Ingenieurwissenschaften und Kulturwissenschaften. Start des
Lehrbetriebs soll bereits zum Wintersemester 2009/2010 sein. An
beiden Universitäten wird Deutsch die Unterrichtssprache sein. Die
Universitäten fühlen sich dazu verpflichtet, die
wissenschaftlich-kulturelle Zusammenarbeit zwischen der Türkei und
Deutschland zu festigen. Weiter möchten die Universitäten die
Integration der türkeistämmigen Migranten in Deutschland verbessern.
Diesen Artikel können Sie weiterlesen unter
http://istanbulpost.net/09/08/01/beek.htm
KÜNSTLERRESIDENZ «ATELIER GALATA» IN
ISTANBUL ERÖFFNET
Die junge deutsche Kunst hat jetzt auch
ein «Standbein» in Istanbul. Ab sofort steht dort das «Atelier
Galata» als Künstlerresidenz zur Verfügung. Im Schatten des
historischen Galata-Turmes werden jeweils sechs Stipendiaten
gemeinsam arbeiten und leben. Bewerben können sich Künstler aller
Sparten aus Nordrhein-Westfalen und Niedersachsen. Träger des
Programms sind die Hochschule der Bildenden Künste Braunschweig, die
Stadt Köln und die Kunststiftung NRW.
Archäologie
ENGELSGESICHT IN HAGIA SOPHIA ENTDECKT
Arbeiter haben in der Hagia Sophia in
Istanbul ein Mosaik mit einem Engelsgesicht ent
deckt.
Das Kunstwerk ist nach türkischen Medienberichten mindestens 700
Jahre alt und war unter sechs Schichten von Putz und einer
Metallmaske verborgen.
Der Engel mit sechs Flügeln beschütze den Thron Gottes. Das 1,5 mal
1 Meter große Mosaik soll nach Angaben von Experten zwischen dem 9.
und 14. Jahrhundert entstanden und 160 Jahre lang versteckt gewesen
sein. Die im 6. Jahrhundert erbaute Hagia Sophia war die Hauptkirche
des Byzantinischen Reiches, später eine Moschee und ist heute ein
Museum.
Quelle: http://www.zeit.de/newsticker/ 25.7.2009
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Buchtipps |
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UNIONSVERLAGS ZÜRICH
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EÝNE SELTSAME FRAU
Was bedeutet es, eine moderne Frau in Istanbul zu sein? Der erste
Roman der türkischen Frauen-
literatur ist brisant bis auf den heutigen Tag.
Die neunzehnjährige Studentin Nermin erfährt am eigenen Leib, was es
bedeutet, erwachsen zu werden in einer Gesellschaft, die ihr ein
traditionelles Frauenbild entgegen hält. Die Mutter keift, wenn sie
zu spät nach Hause kommt, und verlangt Keuschheit bis zur Hochzeit.
Also muss sie lügen und sich verstecken, wenn sie, wie all ihre
Freundinnen, zu den Tanzpartys geht, sich verliebt,
Liebeserklärungen entgegennimmt und abwehrt. Die Erkundung ihres
Ichs geht einher mit der Erforschung der Stadt. In den Istanbuler
Cafés und Künstlerkneipen sucht sie Inspiration und Offenheit. Doch
die etablierten Literaten verweigern ihr als Frau die intellektuelle
Anerkennung. Sie schließt sich den linken Gruppen an. Doch bald
spürt sie, die Hinwendung zum »Volk« ist abstrakt, einengend und
trügerisch. Aber Nermin gibt die Hoffnung auf eine humanere Welt
nicht auf.
Dieser Erstling brach durch seine offene Form und seine skandalöse
Respektlosigkeit alle Tabus und wurde zum Skandal – aber auch zum
Aufbruch der modernen Frauenliteratur in der Türkei.
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DÝE MÝETER DES HERRN A.
Glücksspiel, Korruption und frivole Damen
In einem Mietshaus findet sich eine bunt zusammengewürfelte
Gesellschaft wieder. Dem Vermieter selbst, dem einstigen Banditen
Ayaslý, geht es weniger um die Mieteinnahmen als um die
Geselligkeit. Da ist Iskender, ein smarter junger Mann, der vorgibt,
eine Fabrik für Betonziegel zu besitzen, tatsächlich aber
Opiumextrakt herstellt. Der Ich-Erzähler, ein junger
Bankangestellter, lässt sich umgarnen von Dienstmädchen,
arbeitssuchenden Damen und leidenschaftlichen Frauen, die dem
Glücksspiel frönen. Trotz seines Vorsatzes, sich so weit wie möglich
von dieser kuriosen Gesellschaft fernzuhalten, ist er mehr in die
Geschehnisse verwickelt, als ihm lieb ist. Schließlich geht er
gestärkt aus dieser Schule des Lebens hervor und heiratet am Ende
die Tochter eines alten Bekannten.
Ein großer Sittenroman aus der Gründerzeit Ankaras, schillernd wie
ein Kaleidoskop.
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OGUZ ATAY
DER MATHEMATÝKER
Sein Enthusiasmus für die Kunst des Denkens wirkt ansteckend
Der Ingenieur und Mathematiker Mustafa Inan ist ein
Universalgelehrter: Zwar fiel er mit vier Jahren vom Dach, und sein
Vater bezweifelt zeit seines Lebens, dass aus dem schwächlichen
Jungen noch etwas Rechtes wird. Doch bald machen ihn sein
mathematisches Genie, sein phänomenales Gedächtnis und seine eiserne
Willenskraft zur Legende.
Eine Promotion an der ETH Zürich befördert seine wissenschaftliche
Karriere an der Technischen Universität Istanbuls, wo er schließlich
Dekan und Rektor wird. Der eigenwillige Forscher und Lehrer
verzweifelt jedoch an der Denkfaulheit, die sich in den Köpfen der
Dozenten und Studenten wie eine Geisteskrankheit eingenistet hat.
Unermüdlich sucht er nach einer Möglichkeit, die Logik Einsteins und
die intuitive Weisheit der Sufi-Mystiker miteinander .
TÜRKISCHE BIBLIOTHEK304 Seiten, gebunden
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Ein Buch ist ein Freund, der deine Fähigkeiten aufdeckt;
es ist ein Licht in der Finsternis
und ein Vergnügen in der Einsamkeit;
es gibt, und es nimmt nicht.
Mosche Ibn Esra |
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Kurznachrichten |
Gedenken
an Todesopfer des Erdbebens vor zehn Jahren
Mit
Schweigeminuten und Kranzniederlegungen ist am 17.08.2009 in der
Türkei der fast 18.000 Todesopfer beim verheerenden Erdbeben vor
zehn Jahren gedacht worden.
Bei dem Beben der Stärke 7,4 im Nordwesten des Landes stürzten am
17. August 1999 tausende von Gebäuden in sich zusammen oder wurden
beschädigt. Seismologen warnen inzwischen vor einem weiteren starken
Erdbeben, das die Gegend um Istanbul innerhalb der nächsten 30 Jahre
treffen könne. Noch immer sei das Land schlecht auf Erdbeben
vorbereitet, erklärten die Experten.
http://www.focus.de/
Tankfüllung innerhalb eines Monats um 18.50 TL teurer geworden.
Nach einer
Intervention der Energiemarktaufsicht sank am 14. Juli der
Benzinpreis auf ein Niveau von 2,92 TL. Nach der Erhöhung der
besonderen Mehrwertsteuer stieg der Preis innerhalb eines Monats auf
3,29 TL an. Legt man einen Tank von 50 Litern als Maßstab an, hat
sich einmal Volltanken um 18,50 TL verteuert. (Am Tag nach dieser
Meldung wurde eine weitere Preiserhöhung vorgenommen. Der Liter
bleifreies Benzin kostet nun 3,34 TL).
Quelle: NTV, 5.08.09
Gesetz
über Familiennamen vor dem Verfassungsgericht.
Auf eine
Klage eines syrischen Christen aus der Provinz Mardin hin
beschäftigt sich das Verfassungsgericht mit einer Bestimmung in
Artikel 10 des Gesetzes über Familiennamen. In diesem Artikel wird
festgelegt, dass Familiennamen der türkischen Sprache entstammen
müssen. Das Verfassungsgericht will nun prüfen, ob diese Bestimmung
mit dem in der Verfassung niedergelegten Gleichheitsgrundsatz
vereinbar ist. Wird die Bestimmung aufgehoben, würde dies zum einen
für syrische Christen, Griechen, Armenier und andere Volksgruppen
die Möglichkeit von Familiennamen in ihren Sprachen eröffnen. Zum
anderen könnte ein solches Urteil auch für Ausländer interessant
sein, die die türkische Staatsangehörigkeit erwerben wollen.
Quelle: Vatan-Internet, 30.07.09
Ernährungskosten einer Familie im August bei 741 TL.
Der
Gewerkschaftsbund Türk Is hat für den Monat August die
Ernährungskosten einer vierköpfigen Familie mit 741 TL berechnet.
Die Armutsgrenze für eine Familie wurde mit 2.413 TL angegeben. In
der Presseerklärung wird darauf hingewiesen, dass die reinen
Ernährungskosten um 195 TL über dem Mindestlohn liegen.
NTV, 27.08.09
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Leseseite |
KENNEN SIE
SCHON DIE „JETKASSE“?
Neulich waren mein Mann und ich in einer
bekannten Ladenkette beim Lebensmitteleinkauf. Auf der Suche nach
der Kasse mit der kürzesten Warteschlange verirrten wir uns zur
Expresskasse, deren Limit von fünf Waren wir natürlich grandios
überschritten hatten. Eine Mitarbeiterin des Ladens, die dies sofort
bemerkte, belehrte uns, dass wir, sofern wir mit Kreditkarte zu
zahlen beabsichtigten, auch die so genannte „Jet-Kasse“ nutzen
könnten, die sich ganz auf der linken Seite der Kassenarmada
befinde. Beflügelt von der Hoffnung in düsengetriebenem Tempo die
Kasse zu absolvieren, begaben wir uns zu besagter Stelle, an der wir
zu unserer großen Überraschung, das Fehlen einer Supermarktkasse
feststellen mussten. Stattdessen sahen wir uns einer Konstruktion,
die – alleine optisch- an eine Siegertribüne erinnerte, gegenüber.
Auf dem zweiten Platz des Siegertreppchens befand sich eine einfache
Stahlplattform von 50x50 cm. Ebenso auf dem dritten Platz, nur mit
dem Unterschied, dass über dessen Plattform an zwei dünnen
Metallärmchen ein Stapel der Supermarkttüten baumelte. Der erste
Platz ging an einen Warenscanner, bei dessen Anblick mir eigentlich
schon hätte klar sein müssen, dass der Kunde hier keineswegs eine
Goldmedaille gewonnen hatte. Wie der aufmerksame Leser schon
vermutet – selbst ist der Kunde! Während wir nun einerseits mit dem
Scannen unserer Einkäufe beschäftigt waren, meldete sich ein ganzer
Chor von Stimmen in meinem Kopf zu Wort. Die umsichtige
Verbraucherin in mir schlug energisch vor, den Wagen einfach samt
den Einkäufen stehen zu lassen und in einem anderen Laden
einzukaufen, bei dem der Service in den horrenden Preisen noch
inbegriffen ist. Mein Mann, von der nackten Panik übermannt, den
Einkauf noch einmal von Null beginnen zu müssen, besänftigte diese
Stimme. Daneben fand er jedoch auch noch Zeit, die schnippische
Supermarktangestellte mit verlegenen Lächelversuchen und
versöhnenden Worten für meine verärgerten Kommentare zu
entschädigen, derer ich mich während des Kassierungsprozesses
großzügig entledigt hatte.
Die Tatsache, dass das Kassensystem unsere Flucht aus dem
Ladengeschäft durch andauernde Fehlermeldungen und „Bitte nehmen Sie
die Hilfe eines Mitarbeiters in Anspruch“ verzögerte, brachte mich
an den Rand der Raserei. Grund für die Fehlermeldungen übrigens -
dies nur der Vollständigkeit halber - eine unter Platz drei des
Siegertreppchens angebrachte Waage. Diese legte bei jeder gemessenen
Gewichtsdifferenz zwischen dem soeben gescannten und dem in der
Einkaufstüte platzierten Produkt das gesamte System lahm. Eine
Mitarbeiterin musste dann das Produkt aus der Tüte fischen, einen
Code eingeben und eine Zahl von Tasten drücken, um das Fortfahren
des Einkaufs zu ermöglichen.
Trotz der sanften Gewalt, mit der mich mein Mann, um
Handgreiflichkeiten zu vermeiden, aus dem Laden schob, ließ ich es
mir nicht nehmen, der Mitarbeiterin beim Herausgehen „Diese Maschine
wird dir deinen Job wegnehmen, Mädel!“ an den Kopf zu werfen.
Klar ist für mich, in diesem Laden werde ich nie wieder einkaufen.
Auch wenn es die konventionellen Kassen nach wie vor noch gibt, sehe
ich es als meine Pflicht als intelligente Konsumentin, alleine den
Versuch dieser Ladenkette zu sanktionieren, das Abkassieren auch
noch dem Verbraucher aufzubrummen.
Machen wir uns nichts vor, wir alle wissen, wie diese Dinge am Ende
ausgehen: Am Anfang hat der Verbraucher noch einen Vorteil davon,
wenn er den ein oder anderen Arbeitsschritt aus der
Dienstleistungskette selbst übernimmt. Aber sobald sich alle daran
gewöhnt haben, ihren Check-in daheim am PC selbst zu erledigen, um
am Flughafen nicht warten zu müssen, dann wird es auch schon
notwendig, das „Boarding“ daheim zu erledigen, da wenige
Bodenpersonal-Veteranen der Lage kaum mehr Herr werden können.
Vielleicht sollten wir uns so langsam für Flugstunden anmelden, denn
die Jet-Kasse müssen wir schon bedienen, bis zum Jumbojet ist es
möglicherweise nicht mehr lange hin.
Kristina Laubscher-Ülünçer |
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Besser
Leben |
LIPPENSTIFTE IM TEST: KREBSROT STATT
VERFÜHRERISCH
Makellos geschminkte Lippen sind ein
Schönheitsideal. Doch neben der leuchtenden Farbe enthalten viele
Lippenstifte Substanzen, die der Gesundheit schaden können. Das hat jetzt
die Zeitschrift "Öko Test" in einer Untersuchung aufgedeckt. Im Auftrag der
Redaktion hat ein Labor 306 Lippenstifte auf ihre Inhaltsstoffe überprüft,
darunter waren ganze Farbpaletten bestimmter Marken. Mit der Bewertung
"ungenügend" haben 121 Produkte abgeschnitten, 44 weitere mit "mangelhaft".
Sämtliche analysierten Stifte der Naturkosmetikhersteller Lavera, Logona und
Dr. Hauschka waren "sehr gut", dasselbe gilt für die konventionelle Marke
"[b] basic Lippenstift" aus der Drogeriemarkt-Kette Schlecker. Durchgefallen
sind dagegen sämtliche Farbnuancen der Marken Artdeco Perfect Color
Lipstick, Astor Soft Sensation Vitamin & Collagen, La Roche-Posay Novalip
Rouge Satin, Lancôme L'Absolu Rouge Creme-Lippenstift, Maybelline Jade
Moisture Extreme und Rimmel Moisture Renew Lipstick. Sie erhielten alle die
Bewertungen "mangelhaft" oder "ungenügend". Auffällig ist, dass ein hoher
Produktpreis nicht gleichbedeutend ist mit einer überzeugenden Bewertung der
Inhaltsstoffe. Einige besonders teure Schminkprodukte, zum Beispiel von
Chanel oder Dior, sind als "ungenügend" bewertet worden. Unter den
kritisierten Zusätzen befindet sich beispielsweise der Farbstoff CI 17200,
der das krebsverdächtige Anilin abspalten kann. Aber auch Erdölprodukte und
synthetische Stoffe wie Silikone sind in einigen Lippenstiften vorhanden.
Quelle: http://de.news.yahoo.com/
WISSENSCHAFTLER: SOLARIEN SO GEFÄHRLICH WIE
ARSEN
London (AP) Solarien sind nach Einschätzung
internationaler Experten höchst krebserregend. Die Bräunungsapparate werden
von der Internationalen Agentur für Krebsforschung in Lyon als genauso
tödlich wie Arsen oder Senfgas angesehen. Eine Untersuchung, die etwa 20
Studien berücksichtigt, kommt zu dem Schluss, dass das Krebsrisiko um 75
Prozent steigt, wenn Menschen vor dem 30. Geburtstag mit der Nutzung von
Solarien beginnen,
Bislang galten Solarien und ultraviolette Strahlung nur als «möglicherweise
karzinogen». Wissenschaftler stellten jedoch fest, dass alle Typen
ultravioletter Strahlung bei Mäusen zu besorgniserregenden Mutationen
führen, wie die Experten des Krebsinstitutes der Weltgesundheitsorganisation
(WHO) am Mittwoch in der Onlineausgabe des Fachmagazins «Lancet Oncology»
veröffentlichten. Solarien sind demnach definitiv krebserregend, genauso wie
Tabak oder der Hepatitis-B-Virus. Deren ultraviolette Strahlung kann in
erster Linie Haut- und Augenkrebs verursachen, wie die Wissenschaftler
erklären.
Lobby der Solarien-Hersteller weist Kritik zurück
«Die Leute müssen an die Gefahr von Sonnenbänken erinnert werden», sagte
einer der führenden Forscher aus Lyon, Vincent Cogliano. Die Agentur hoffe
darauf, dass es zu einem Mentalitätswechsel komme und sich Jugendliche nicht
unter die Bräunungsapparate legen würden.
Die US-Krebsgesellschaft rät Sonnenanbetern als Alternative zum Solarium zu
Selbstbräunungscremes. Cogliano betonte, dass ultraviolette Strahlung für
den Menschen nie gesund sei - egal, ob sie von der Sonne oder aus dem
Solarium stamme.
Die Einstufung der Solarien als krebserregend wurde von Branchenvertretern
zurückgewiesen. Kathy Banks, die Chefin der Sunbed Organisation, ein
Zusammenschluss europäischer Solarienhersteller und Betreiber, erklärte, es
werde immer wieder ignoriert, dass es keinen belegten Zusammenhang zwischen
einer verantwortungsvollen Solarien-Nutzung und Krebserkrankungen gebe. Die
meisten Menschen nutzen ein Solarium weniger als 20 mal im Jahr, sagte
Banks.
Die Zahl der Hautkrebserkrankungen bei unter 30-Jährigen ist zuletzt aber
deutlich gestiegen, genauso wie der Besuch von Solarien von Angehörigen
dieser Altersklasse. Melanome, die tödlichste Form von Hautkrebs, sind in
Großbritannien inzwischen die am häufigsten festgestellte Krebsart bei
Frauen zwischen 20 und 30 Jahren. Normalerweise ist der Anteil von
Hautkrebserkrankungen bei Menschen über 75 am höchsten.
Quelle: http://www.lancet.com
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finden
Sie wie immer unter:
www.info-istanbul.info |
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