Infobrief - online                     September/Oktober 2009

Alle Angaben im Infobrief sind ohne Gewähr. Namentlich gekennzeichnete Beiträge geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion wieder.
Wir behalten uns vor, eingereichte Beiträge aus Platzgründen zu kürzen.

Editorial

Liebe Leserinnen, liebe Leser,


in Deutschland macht sich bereits das herbstliche Wetter bemerkbar. In Istanbul und in weiteren Teilen der Türkei haben die massiven Regenfälle Tote, Zerstörung, Chaos und Angst hinterlassen und das Ende des Sommers angekündigt. Spätestens nach solchen Ereignissen wird uns Menschen wieder die enorme Kraft der Natur bewusst und wir schütteln fassungslos die Köpfe, wenn wir die Bilder der Zerstörung sehen. Natürlich gab es schon immer Stürme, Überflutungen und Erdbeben, aber in dieser Häufigkeit und in diesen Ausmaßen? Unsere Köpfe sind voll von Bildern der Zerstörungen, zum Beispiel vom Tsunami in Indonesien und Thailand oder von den Hurrikans, die über Teile der USA und Kuba hinwegfegten und Bedrohungen für ganze Landstriche, Inseln und Städte wie New Orleans wurden oder die großen Überflutungen in Indien sowie die Trockenheit in weiten Teilen von Afrika und die dadurch verursachten Hungersnöte; und natürlich das Erdbeben in Istanbul am 17.August 1999, das viele von uns hier miterlebt und noch in schrecklicher Erinnerung haben........... und wir denken an die vielen Menschen, die deshalb sterben mussten.

Eigentlich wollen wir das alles nicht mehr hören und nicht mehr sehen, aber die Umweltforscher geben keine positiven Prognosen. Forschung, Politik und Wirtschaft und auch wir sind aufgefordert umzudenken.

Zumindest die Forschung hatte schon seit vielen Jahren Pläne für wiederverwertbare Energiegewinnung entwickelt und manche Wissenschaftler behaupten, dass man keine Atomkraftwerke benötigt hätte, hätte man diese Energien weiterentwickelt und unterstützt. Seit einigen Jahren werden nun in Europa staatliche Fördermittel für wiederverwertbare Energien zur Verfügung gestellt. Viele neue Bauprojekte werden mit Erdwärme und Solarenergie ausgestattet und auch viele private Hausbesitzer wechseln zu alternativen Energieanbietern.
Natürlich ist dies nur ein Teil von Verbesserungen, aber der Prozess des Umdenkens hat begonnen und wird hoffentlich fortgesetzt. So hatte der Berliner Bürgermeister Klaus Wowereit zum 20. Städtepartnerschaftsjubiläum neben einem vielseitigen Kulturprogramm auch Wissenschaftler und Wirtschaftsexperten mit nach Istanbul gebracht, die auf einer Konferenz über “Erneuerbare Energien“ neue Projekte und Erkenntnisse vorstellten. Aber auch Vereine wie der Bund für Umweltschutz stellten ihr Programm in Istanbul vor und machten den Menschen Mut sich für die Umwelt zu engagieren.

Das Kyoto-Protokoll von 1997 zur Ausgestaltung der Klimarahmenkonvention der Vereinigten Nationen mit dem Ziel des Klimaschutzes legte 2005 erstmals völkerrechtlich verbindliche Werte für den Ausstoß von Treibhausgasen in den Industrieländern fest. Im Dezember 2009 sollen auf dem Klimagipfel in Kopenhagen weitere Verhandlungen über die Reduktionsverpflichtungen beschlossen werden. Leider sind die USA heute das einzige Industrieland, das nicht völkerrechtlich verbindliches Mitglied des Kyoto-Protokolls ist.

Mögen die Erkenntnisse zum Schutz der Erde fruchten und in der Politik aller Länder verwirklicht werden und geben wir unsere kleinen Beiträge tagtäglich für das Leben auf diesem schönen Planeten.
 

Mona Marweld-Engin & das Brücke-Team
  

 

 

In eigener Sache

NEUES VEREINSJAHR BEI DER BRÜCKE

Nicht nur den Neuankömmlingen ein herzliches Willkommen, auch allen Alteingesessenen einen guten Start in das Alltagsleben.
Der Jahresbeitrag für die Saison 2009/10 beträgt 85 TL.
Wir bitten Sie, diesen Beitrag bis spätestens zum Weihnachtsbasar zu entrichten. Falls Sie den Termin nicht einhalten können, wenden Sie sich bitte an das BRÜCKE-Büro.
Den Jahresbeitrag können Sie wie immer an den auf Seite 2 angegeben Stellen begleichen, auch haben Sie die Möglichkeit, diesen am Eröffnungsbrunch (Einladung s. Seite 6) und am Weihnachtsbasar in der Deutschen Schule am BRÜCKE-Stand abzugeben.
Sie erhalten Ihre persönliche Mitgliederkarte, mit der Sie in vielen Geschäften einen Sonderrabatt erhalten. Eine Liste dieser Läden finden Sie in unserem Infoheft.


MITARBEIT IM BRÜCKE-TEAM

Wir möchten uns neu organisieren und suchen
Ansprechpartner für die Bezirke:
- Levent, Etiler-Ulus
- Beykoz
- Beþiktaþ
- Bahçelievler-Bakýrköy,
- Taksim-Cihangir – Beyoðlu
- Kadýköy - Bostancý, Göztepe, Fenerbahçe
- Üsküdar – Çengelköy
- Tuzla und Umgebung
Ebenso suchen wir jemanden, der Freude daran hat, Neuankömmlingen mit Rat und Tat behilflich zu sein.
Mithilfe für den Weihnachtsbasar in der Deutschen Schule und beim IWI gesucht.
Die BRÜCKE übernimmt den Glühweinstand beim diesjährigen Weihnachtsbasar in der Deutschen Schule und freut sich über jede/n, die/der bei Vorbereitung, Aufbau und Verkauf mithelfen kann.
Mithilfe bei der Zusammenstellung der AGENDA 2010.
Ausserdem suchen wir für den Bereich Werbung und Sponsoring jemanden, der uns tatkräftig unterstützt.


TERMINKALENDER 2010 UND INFOHEFT

In den nächsten Tagen werden unsere Vorbereitungen für das Infoheft und den Terminkalender 2009 beginnen. Wir bitten Sie, Ihren Eintrag zu überprüfen und uns etwaige Korrekturen zu melden.
Natürlich veröffentlichen wir gerne Firmenanzeigen.
Bitte melden Sie sich im BRÜCKE-Büro. Wir senden Ihnen gerne ausführliche Informationen zu.


BESUCHSDIENST ENTFÄLLT

Unsere Idee, einen Besuchsdienst in Istanbul und der näheren Umgebung zu initiieren, ist leider auf wenig Interesse gestossen.
Obwohl sich etliche hilfsbereite freundliche Frauen meldeten, die ihre Hilfe und Unterstützung anboten, scheint der Bedarf nicht gegeben zu sein. All diesen freiwilligen Helferinnen gilt unser herzlicher Dank.
Aufgrund der geringen Nachfrage stellen wir den "Besuchsdienst" ein, sind jedoch gerne bereit, bei Bedarf im Rahmen unserer Möglichkeiten von Fall zu Fall zu helfen. Wenden Sie sich dann bitte an das BRÜCKE-Büro.

Brigitte Özcan


INFOBRIEF – TITELBLATT

Das Foto auf der Titelseite wurde uns freundlicher Weise von unserem BRÜCKE-Mitglied Hannelore Aydýn zur Verfügung gestellt.
Näheres über die Künstlerin und ihre Arbeit können Sie im Brief auf Seite 19 lesen.


GEBURT

Ein ganz herzlicher Glückwunsch geht an
Marina Baumeister - Karaca zur Geburt ihres Enkelkindes!


HERZLÝCHE GLÜCKWÜNSCHE ZUR HOCHZEÝT

HAYAT BOYU BIRLIKTE ILERLEMEYE KARAR VERDIÐINIZ YOLDA,
GÜNEÞ HEP ÖNÜNÜZDE OLSUN KI
GÖLGELER ARDINIZDA KALSIN.
BIR ÖMÜR BOYU MUTLULUKLAR DILERIZ

 

Das BRÜCKE-Team gratuliert Veysel Midil und seiner Frau Ayþe ganz herzlich zur Eheschliessung!

Ebenfalls viel Glück und alles Gute für die Zukunft wünschen wir unserem neuen BRÜCKE-Mitglied Meryle Griechenbaum und Ihrem Mann Haluk Baþaran!


RUNDER GEBURTSTAG

Alles Gute zum runden Geburtstag und noch viele glückliche, gesunde Jahre wünschen wir unserem langjährigen Vorstandsmitglied Brigitte M.


GEÇMIÞ OLSUN

Etta Þiþmanyazýcý ein ’’Geçmiþ olsun’’ und gute Besserung für den gebrochenen Fuss.


BEILEID

Wir sind vom gleichen Stoff,
aus dem die Träume sind
und unser kurzes Leben ist eingebettet
in einen langen Schlaf.

William Shakespeare

 

Unser aufrichtiges Beileid geht an Doris Zýrh und Ihre Familie zum Tode Ihrer Mutter.

Ebenfalls geht unser Mitgefühl an Teoman Yelkencioðlu zum Tode seiner Frau Hidayet.

Unsere Teilnahme gilt auch unserem langjährigen BRÜCKE-Mitglied Anneliese Ilksoy zum Tod ihres Mannes.

Kurz vor Redaktionsschluss erreichte uns die traurige Nachricht vom plötzlichen Tode des Vaters unseres Vorstandsmitglieds Derya San.

Wir wünschen Allen viel Kraft und Trost in dieser schweren Zeit.


ABSCHIED

KURZ, ABER NICHT SCHMERZLOS!

Liebe Brücke-Freundinnen,
leider müssen mein Mann und ich nach einem Jahr in Istanbul die Koffer wieder packen.
Die schöne Zeit in Istanbul ist vorbei.
Aus beruflichen Gründen werden wir zurück nach Deutschland gehen.
Ich möchte Euch für die schönen Stunden, die wir zusammen genießen durften, danken.
Durch das nette, unkomplizierte Aufnehmen in Euren Kreis und Eure Hilfsbereitschaft ist mir das Einleben in Istanbul sehr leicht gefallen.
Tschüss!
Anke Knolle

Ich wünsche Euch alles, alles Gute.


FEEDBACK

Einen schönen guten Morgen,
Herzlichen Dank für alle im Team, dass Euer Engement es macht, dass es kein langweiliger Frauenclub ist.
Kulturforum super, Infobrief perfekt!
Einen schönen, wohlverdienten Sommer wünsche ich Euch , herzlichst

Inge Þengezer


BÜCHERSPENDE

Herzlichen Dank für die großzügige Bücherspende von Rosalie Taký.
Das wird die Vielfalt beim nächsten Büchertauschbasar (Ankündigung Brief S. 5) noch erweitern.

 

 

 

Rückblicke

UNSERE BADEFAHRTEN 2009 IM RÜCKBLÝCK
Auch dieses Jahr sind wir wieder jede Woche mit den komfortablen Schiffen von Mustafa Reis unterwegs gewesen.
Ein sehr windiger Hochsommer liegt hinter uns – aber der Kapitän unseres Bootes fand doch immer ein stilles Plätzchen in einer schönen Badebucht in der Nähe des Schwarzen Meeres zum Ankern.
Dass im Durchschnitt 25 Grad warme, salzarme Bosporuswasser lud alle Gäste mehrmals am Tag zum erfrischenden Baden und Schwimmen ein.
Auch kam es allen so vor, als wären das Büfett und die Kaffeetafel in diesem Jahr außerordentlich köstlich bestückt und abwechslungsreich gewesen. Zu unserem immer schon sehr reichlichen Büffet kamen noch interessantere Gerichte, Spezialitäten aus den unterschiedlichsten Ländern.
Lag es daran, dass besonders viele der Gäste aus den verschiedenen Teilen der Welt kamen und so mit ihren Beiträgen aus ihrer nationalen Küche zu unserem ''internationalen Schmaus' beitrugen?
Die diesjährigen Speisefavoriten kamen aus Japan, Indonesien und China. Für leckere Kuchen sorgten Kanada, England und Deutschland. Es gab keinerlei Sprachprobleme.
Die Gesprächsthemen waren interessant und weit gefächert und wir haben auch persönlich gute wertvolle Kontakte knüpfen können.
Einige Male hatten wir Life-Musik an Board. Ein Teilnehmer kam mit seiner Gitarre. Auf allgemeinen Wunsch spielte er die schönsten Lieder und Kompositionen aus den Mittelmeerländern und dies in der jeweiligen Originalsprache. Alle waren begeistert.
Der Tag auf dem Boot mit unserem sympathischen Kapitän und der aufmerksame und freundliche Service der Besatzung hat allen alten und neuen Teilnehmern sehr gefallen.
Auf allgemeinen Wunsch wollen wir die Saison verlängern und die Fahrten bei schönem Wetter auch im September und Oktober fortführen.
Aber schon jetzt allen, die die Organisation unentgeltlich durchgeführt haben, einen herzlichen Dank für Mühe und Einsatz vom gesamten BRÜCKE - Team.

Brigitte Midil und Christine Klar


LEBENDE BRÜCKEN

Mit einer Länge von über einem Kilometer verbindet die Bosporus-Brücke den europäischen Teil Istanbuls mit dem asiatischen. Eine Brücke ist immer eine Verbindung, eine „Überbrückung“ von Hindernissen. Und so scheint es fast selbstverständlich, dass sich der Verein „DIE BRÜCKE e.V.“ eben diesen Namen gegeben hat, mit dem Ziel, eine Verbindung zwischen Deutschland und der Türkei, den Menschen, aber auch den Kulturen und Sprachen entstehen zu lassen.
Als ich im Mai dieses Jahres für meine Diplomarbeit nach Istanbul kam, erlebte ich das Brückenbauen auf ganz andere Weise: Auf der Suche nach deutschen Heiratsmigrantinnen und –migranten als Gesprächspartner für meine Diplomarbeit, half mir der Verein Zugang zu eben jener Gruppe zu finden: Telefonnummern wurden ausgetauscht und E-Mail-Adressen weitergeleitet. So konnte ich neben anderen Kontaktpersonen eine Vielzahl von BRÜCKE-Mitgliedern für meine Arbeit befragen.
Zusätzlich wurde ich mit zahlreichen Materialien und Informationen über die Gründung und Tätigkeiten des Vereins versorgt.
Auch die Ergebnisse meiner Studie zeigten, dass die deutsch-türkischen Paare in Istanbul selbst Brücken zwischen der Türkei und Deutschland bilden. Vor allem in der Kindererziehung wurde dies deutlich: Die Schulbildung ist zumeist deutsch oder europäisch ausgerichtet, die Kinder werden zwei- oder sogar dreisprachig erzogen und auch im religiösen Bereich beweisen die Paare größtenteils Offenheit in der Erziehung ihrer Kinder.
In der Arbeit finden sich gerade in der jüngeren Generation – ausgelöst durch die schwierigen Arbeitsbedingungen – oftmals Deutschlandbezüge. Dieser Bezug kann ganz unterschiedlich ausgeprägt sein: Arbeiten für eine deutsche Firma oder Institution, aber auch das Unterrichten von Deutsch als Fremdsprache. Im Fachjargon spricht man daher von einer transnationalen Inkorporation in der Herkunfts- wie in der Aufnahmeregion. Kurz gesagt: Die meisten der deutschen Heiratsmigranten sind lebende Brücken zwischen Deutschland und der Türkei.
Und auch ich habe mich an einem Brücken-Projekt beteiligt – jedoch ganz anderer Art. Angeregt durch einen BRÜCKE-Infobrief habe ich zusammen mit meiner Mutter eine Blumengirlande für das „Bosphorus-Greeny-Project“ gehäkelt, genäht und gestickt. Im Herbst 2010, wird sie dann zusammen mit Euren Blumenranken die Bosporus-Brücke zum Blühen bringen.
Ich möchte mich ganz herzlich bei allen Gesprächspartnerinnen und –partnern bedanken, die mich bei meiner Diplomarbeit unterstützt haben. Vielen Dank für die Einblicke, die Ihr mir gewährt habt, die Ermutigungen und Ratschläge, Eure Offenheit, mit der Ihr mir begegnet seid und die vielen spannenden Lebensgeschichten, die ich erfahren durfte.

Herzliche Grüße
Eure Karin Kutter


DEUTSCH - TÜRKISCHE FREUNDSCHAFTSTAGE IZMIR

Am 5. und 6. Juni fanden die 1. Deutsch-Türkischen Freundschaftstage in Ýzmir statt.
Veranstalter dieses Festivals waren die Ýzmir Kalkýnma Ajansý (ÝZKA), die Ägäische Freihandelszone (ESBAÞ), die Türk-Alman Dostluðu Derneði (TADD) und die Deutsche Schule Ýzmir (DSI) unter der Schirmherrschaft des Deutschen Generalkonsuls in Ýzmir, Herrn Stefan Schneider.
Der erste Tag stand im Zeichen der binationalen Wirtschaftsbeziehungen. In der ESBAÞ trafen sich diverse deutsche und türkische Firmen, um sich über eventuelle Handelsbeziehungen zu informieren.
Der zweite Tag fand im Açýk Hava Tiyatro in Güzelbahçe, Ýzmir statt und es war ein buntes Festivalprogramm entstanden mit deutscher und türkischer Musik, mit deutschen und türkischen Leckereien, mit bunt gemischten Ausstellungs
ständen von Kleidung, Lebensmitteln über Immobilien, Sport und Spiel, Tombola, Flohmarkt und vielen anderen Themen. Die Einnahmen werden gemeinnützigen Vereinen zukommen.
Um 11 Uhr eröffneten der Stellvertretende Oberbürgermeister von Izmir, der Bürgermeister von Güzelbahçe und der Deutsche Konsul in Izmir die Veranstaltung. Mit bayrischen Melodien wurden die BesucherInnen in Festivalslaune gebracht. Trotz der extremen Mittagshitze stürmten viele Besucher die Grillstände, an denen unsere fleißigen HelferInnen mächtig ins Schwitzen kamen. Den ganzen Tag über fanden verschiedene Aufführungen statt: Modenschau, Kinderttanzaufführungen, buntes Musikprogramm und Folkloredarbietungen.
Wir möchten uns ganz herzlich bei allen Ausstellern, Besuchern und vor allem bei allen Helfern ganz herzlich bedanken und hoffen, dass wir uns alle im kommenden Jahr bei den 2. Deutsch-Türkischen Freundschaftstagen wiedersehen werden.

Katja Riedel-Arslan
Ansprechpartnerin Izmir


AZ BUZLU RAKIYLA LEVREÐI ÇOK ÖZLEYECEÐIM

Mit diesen Worten hat sich unser früherer Generalkonsul Herr von Kummer in einer Reportage, die wir leider aus Platzgründen nicht in voller Länge abdrucken können, in der Tageszeitung Hürriyet vom 08.August von uns „Istanbulanern“ verabschiedet. Wie Sie auch in dem Artikel lesen können, hat Herr von Kummer während seiner dreijährigen Dienstzeit in Istanbul ein Buch über die deutsch-türkische Geschichte „Bogazici’ndeki Almanya“ geschrieben.

Hier ein Auszug der Reportage, die Sie im Internet unter www.hurriyetim.com unter dem Stichwort „Matthias von Kummer“ nachlesen können:

Görev süresi geçen hafta dolan, Almanya’nýn Ýstanbul Baþkonsolosu Matthias von Kummer (61), tam bir Ýstanbul âþýðý. Ýlk kez 1982’de geldi, üç yýl önce baþkonsolos olarak geri döndü. Aklýnda Türk-Alman tarihi üzerinde durmak istediði bir kitap vardý ve geldiði gün çalýþmalarýna baþladý.“Boðaziçi’ndeki Almanya” adlý kitabý üç yýlda bitirdi. 130 yýllýk Almanya Ýmparatorluðu Sefaret Köþkü ile 120 yýllýk Almanya Sefareti Tarabya Yazlýk Rezidansý’nýn hikâyesini anlattýlar. Baþkonsolos, kitabý, eþi Meggy ile kendisine muhteþem bir deneyim yaþattýðý için Ýstanbul’daki herkese bir teþekkür olarak görüyor. Von Kummer ile Ýstanbul aþkýný ve kitabý konuþtuk
Ýstanbul’da görevinizin son haftasýndasýnýz. Nasýl bir ruh hali içindesiniz?
- Ýstanbul’da baþkonsolos olmak büyük bir ayrýcalýk. Hem Gümüþsuyu’ndaki 130 yýllýk Sefaret Köþkü’nün, hem de 120 yýllýk Tarabya Yazlýk Rezidansýn geçici sahibi oluyorsunuz. Tabi ki en önemlisi Ýstanbul gibi muhteþem bir þehirde yaþýyorsunuz. Buradan Slovenya’ya gideceðim. Küçük bir ülke ama daðlarýnýn sonunda deniz var. Bu beni biraz olsun mutlu ediyor. Çünkü bana Ýstanbul’u hatýrlatacak.
Ýstanbul’da neler yapardýnýz?
- Boðaziçi’ndeki tüm balýk restoranlarýna bayýlýyorum. Bir de Kumkapý balýk pazarýnýn yanýndaki Küçük Liman’a. Burada görünüþleri çok basit ama içinde leziz yemekler olan restoranlar var. …
En sevdiðiniz yemek hangisi?
Tüm mezeleri çok seviyorum ama tabi ki yanýnda az su ve az buzlu raký da olmalý. Bir de beyaz peynir ve levrek.
ÜÇ YILDA...
Unutamadýklarým 2006’da Angela Merkel gelmiþti, ilk davetlerimden biriydi. Çok heyecanlanmýþtým ama Türk politikasýnda tanýnmam için iyi bir deneyimdi. Bir diðeri de tabii ki Papa Benedict 16’nýn ziyaretiydi.
En zor aným 2008’de Almanya Ludwigshafen’da Türkler öldürüldüðünde çok zor günler geçirdik. Çünkü Türklere, Alman toplumunda neler olduðunu anlatmam gerekiyordu. Organize bir iþ olup olmadýðýný merak ediyorlardý. Diðeri de Alman Avrupa Birliði Baþkaný geldiðinde, Türklere neden AB üyesi olamadýklarýný anlatmaktý. Haklý olarak pek çok sorunun cevabýný bekliyorlardý. Ama ben inanýyorum ki Türkiye uyum sürecinde çok doðru ve iyi ilerliyor. Alman Hükümeti olarak biz, Türkiye’nin ticari, kültürel, stratejik ve askeri anlamda önemli bir partner olacaðýný düþünüyoruz. Türkiye, AB’nin ihtiyacý olan her þeye sahip.
En mutlu aným Eþimle burada kýsa süre kalmamýza raðmen kolayca Türklerin içine kabul edilmek çok güzeldi.
En komik aným Ýlk geldiðimizde bazý þeyleri anlamakta zorluk çekiyorduk. Örneðin resmi ziyaretlerde bile insanlarýn gelirken bir þiþe kolonya getirmesi garip geliyordu. Ama artýk biz de yapýyoruz.
Yapamadýðým, keþke dediðim Ýstanbul’da pek çok yer gördüm ama hâlâ yeterince yerine gidip daha fazla vakit geçiremediðimi düþünüyorum. Bu yüzden ekimde tatil için tekrar geleceðiz. Tabii bir de bu kadar zamanda Türkçe öðrenememiþ olmam. Çevremde hep yabancý dil bilenler olmasý bunu zorlaþtýrdý. Bir restorana rezervasyon yaptýrýp, kaç kiþi olduðumuzu ve hangi gün saat kaçta gideceðimizi söyleyebiliyorum. Ama karþýdaki devamýnda bir þey sorarsa durum kötü oluyor.


Abschied des Österreichischen Konsuls

 Sehr geehrte Damen und Herren,

Da ich eine neue Funktion mit Wirkung vom 25.Mai 2009 im Bundesministerium für europäische und internationale Angelegenheiten in Wien übernommen habe, endet nach fast vier Jahren meine Tätigkeit als Amtsleiter am Österreichischen Generalkonsulat in Istanbul.
Rückblickend gesehen war die Zeit in dieser wunderbaren Stadt am Bosporus von vielen positiven Erlebnissen geprägt. Besonders erfreulich ist auch, dass sich in den letzten Jahren die Wirtschaftsbeziehungen zwischen Österreich und der Türkei äußerst positiv entwickelt haben. Neben einer Steigerung des Handelsvolumens sind auch die hervorragenden Entwicklungen auf dem Investitionssektor zu erwähnen. Österreich wurde in den vergangenen Jahren zu einem der wichtigsten ausländischen Investoren in der Türkei. Hier haben auch die Repräsentanten der österreichischen Unternehmen vor Ort hervorragendes geleistet.
Die traditionell freundschaftlichen und substanzreichen Beziehungen unserer beiden Länder zeigten sich in jüngster Zeit auch durch einen regen Besuchsaustausch auf hoher und höchster politischer Ebene. Aber auch die Kooperation mit der Stadt Istanbul war von sehr guten Beziehungen in äußerst konstruktiver Form getragen.
Ein besonderes Anliegen war mir die Schaffung eines Österreicher-Referates am hiesigen Generalkonsulat, welches seit 2007 bemüht ist, eine Verbesserung der Serviceleistungen in allen für Auslandsösterreicher relevanten Bereichen anzubieten. Vieles ist gelungen, manches noch zu verbessern und an die tatsächlichen Erfordernisse einer modernen Verwaltung anzupassen. Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Generalkonsulates werden auch weiterhin bemüht sein, Ihnen ein kompetenter Ansprechpartner bei der Erledigung Ihrer Anliegen zu sein. Ab 25. Mai 2009 wird mein Stellvertreter – Konsul Gerhard GÖTZ – bis zum Eintreffen meines Nachfolgers die Dienststellenleitung am Österreichischen Generalkonsulat übernehmen.
Zu meinem Abschied ist es mir ein großes Bedürfnis, Ihnen allen, die Sie hier in  der Türkei leben und arbeiten, für Ihre Verbundenheit mit unserer Heimat Österreich herzlich zu danken.
Ich möchte aber auch all jenen danke sagen, die - wie auch immer Ihre Verbindung zu Österreich ist - als Geschäftspartner, Freund oder Herzensösterreicher einen Beitrag zur Mitgestaltung der Marke „Österreich“ in der Türkei leisten.

Mit den besten Wünschen für die Zukunft verbleibt
mit einem herzlichen „Auf  Wiedersehen“

Ihr
Josef Saiger


VERBESSERUNG DER BEDÝNGUNGEN FÜR DEUTSCHE EHEPARTNER VON TÜRKEN ÝN DER TÜRKEÝ

Treffen mit der SPD Bundestagsabgeordneten Waltraud Lehn

Am 9. Juni besuchte die SPD Bundestagsabgeordnete Waltraud Lehn Istanbul und ließ es sich nicht nehmen, gemeinsam mit Frau Anke Siebold von der Abteilung für Arbeit und Soziales bei der Deutschen Botschaft, Christine Þenol, Mona Engin und Kristina Laubscher über die Situation der deutschen Ehepartner von Türken hier in der Türkei zu beraten.
Eingangs ging es um das leidige Thema der Aufenthaltsgenehmigungen. Unabhängig davon, wie lange ein Ausländer schon zusammen mit seinem türkischen Ehepartner in der Türkei lebt - spätestens alle fünf Jahre steht die Verlängerung der Aufenthaltsgenehmigung an. Allen früheren diesbezüglichen Bemühungen zum Trotz, ist eine unbefristete Aufenthaltsgenehmigung im türkischen Recht noch nicht vorgesehen. Auch die chaotischen Zustände beim Ausländeramt der Istanbuler Polizei - Generaldirektion bietet den in Istanbul nieder -gelassenen Deutschen nach wie vor Anlass zu Beschwerden. Von der seit langem diskutierten Verteilung der Zuständigkeit auf die einzelnen Polizeidirektionen der Stadtteile gibt es noch keine Spur.
Besonders ein konkreter Fall aus der Mitte der BRÜCKE-Gemeinschaft, einer seit 20 Jahren in der Türkei lebenden Deutschen: Nachdem ihr Mann verstorben war, war ihre Aufenthaltsgenehmigung mit dem Hinweis, dass man mit der Witwenrente „doch nicht leben könne“, beinahe verweigert worden, hätte die Witwe nicht eine Immobilie geerbt.
Der zweite Punkt der Tagesordnung war ebenfalls ein Thema, das den in der Türkei lebenden Ausländern das Leben erheblich erschwert – die Arbeitsgenehmigung. Auch wenn das Gesetz erleichternde Voraussetzungen für mit Türken verheiratete Ausländer vorsieht, so kommt dies in der Praxis leider häufig nicht zur Anwendung. Da Ausländer jedoch zumeist vor gerichtlichen Schritten gegen Behörden in der Türkei zurückschrecken, kann sich keine höchstrichterliche Rechtsprechung zu diesem Thema etablieren, die den Missständen in der Praxis auf Dauer entgegenwirken könnte. Gleiches gilt auch für die Ablehnung von Einbürgerungsanträgen.
Frau Lehn sagte zu, diese Problematik bei Gesprächen mit den Zuständigen in Ankara und auch in Deutschland zu thematisieren und zu versuchen, den Stein für eine bessere Umsetzung,der ohnehin vorhandenen Rechtsvorschriften zu diesem Thema, ins Rollen zu bringen.
An dieser Stelle gab es auch eine positive Nachricht zu vermerken: Anke Siebold von der Deutschen Botschaft in Ankara teilte mit, dass eine Überweisung von Rentenbezügen der türkischen Sozialversicherungsträger SGK auch nach Deutschlandmöglich ist. Denn auch hier waren durch das deutsch-türkische Sozialversicherungsabkommen zwar die Weichen gestellt, aufgrund mangelnder Kenntnisse der zuständigen Beamten wurden solche Anträge jedoch zumeist abgelehnt.
Es steht also zu hoffen, dass mit Unterstützung von Frau Waltraud Lehn aus Berlin und ihren Kollegen bei der Botschaft in Ankara bald auch die Themen Aufenthalts- und Arbeitsgenehmigung keine Schatten mehr auf unsere Wahlheimat Türkei werfen werden.

Kristina Laubscher-Ülünçer

 

 

 

Neuigkeiten und Aktuelles

WICHTIGE HINWEISE FÜR DEUTSCHE MIT GLEICHZEITIGER STAATSANGEHÖRIGKEIT DES GASTLANDES

Nach § 12 des Bundeswahlgesetzes sind Deutsche, die ausserhalb der Bundesrepublik Deutschland leben, bei Vorliegen der gesetzlich festgelegten Voraussetzungen wahlberechtigt und können auch von ausserhalb des Bundesgebietes durch Briefwahl an der Wahl teilnehmen.
Werden Sie gleichzeitig von der Regierung des Staates, in dem Sie leben, als eigener Staatsangehöriger in Anspruch genommen, sollten Sie sich rechtzeitig bei den Behörden des Staates, dessen Staatsangehörigkeit Sie neben der deutschen besitzen, darüber informieren, ob Ihnen aus der Wahlteilnahme persönliche Nachteile erwachsen können.


WUSSTEN SIE SCHON, ...

Das Schuljahr 2009/10 beginnt am 24.09.09.
Das Bildungsministerium hat den Terminplan für das kommende Schuljahr bekannt gegeben.
Die Halbjahresferien liegen zwischem dem 25. Januar und dem 5. Februar 2010.
Das Schuljahr endet am 18. Juni 2010.

(NTV, 27.04.09)


DIE MUSEUMSKARTE IM INTERNET

Die Museumskarte ist eine äussert günstige Möglichkeit für nur 20 TL fast alle staatlichen Museen in der Türkei ein Jahr lang kostenlos zu besuchen.
Als Ausländer erhält man an den Schaltern der Museen keine Museumskarte. Auch auf den Plakaten beim Museum wird darauf hingewiesen, dass sie nur für Türken gültig ist. Über www.muzekart.com.tr jedoch hat man die Möglichkeit eine Karte zu bestellen, solange man eine TC Kimlýk No. besitzt.


NEUIGKEITEN AUS DER DEUTSCHEN SCHULE

Die drei besten Abituriennten der Deutschen Schule Istanbul waren in diesem Jahr alle aus der deutschen Klasse.
1. Celine Engin
2. Jane Heinsohn
3. Adrian Doevelaar
Celine erhielt den Scheffelpreis für die besten deutschen Leistungen und andere Auszeichnungen.

Wir gratulieren allen drei Schülern ganz herzlich und wünschen viel Erfolg auf dem weiteren Lebensweg!


UNSER INTERNET-TIPP

Die Online-Zeitung für junge Leser
http://www.sowieso.de/zeitung/
sowieso.de ist seit 1998 die online-Zeitung für junge Leser - also für Mädchen, und Jungen, und andere Menschen. Sowieso.de wird in über 80 Ländern der Welt gelesen, oft auch von Menschen, die Deutsch lernen wollen.
sowieso.de berichtet aktuell und lebendig über Politik und Gesellschaft, über Kultur und Sport. Und zwar so, dass Kinder und Jugendliche es verstehen - und mögen!
Bei sowieso.de kannst du aktiv mitmachen: Du kannst chatten, Fragen stellen, deine Meinung zu Artikeln schreiben, E-Mail-Freunde in aller Welt finden und - ganz neu! - eigene Artikel schreiben!
Dann bist du ein sowieso-Kinderreporter mit eigenem Reporternamen, Reporterausweis und persönlicher Steckbriefseite. Mehr dazu findest du in der Rubrik "Kinderreporter":

Quelle: http://www.sowieso.de/zeitung/

 

 

 

Brücke-Kulturforum stellt vor

„DENN WOVON LEBT DER MENSCH?“

Die Internationale Biennale Istanbul, die seit 1987 alle zwei Jahre von der Istanbul Kültür ve Sanat Vakfi organisiert wird, hat sich in den letzten Jahren immer mehr zu einer wichtigen Plattform zeitgenössischer Kunst entwickelt und internationales Ansehen erreicht. Neben den großen Biennalen in Venedig, San Paolo und Sydney hat sie bei internationalen Kunstliebhabern ihren Platz eingenommen, besonders weil die Verantwortlichen der Biennale in Istanbul großen Wert auf den jeweiligen Themenschwerpunkt legen, der sich meist von anderen Biennalen unterscheidet.
Für die diesjährige Biennale wurde für das Kuratorium eine Gruppe ausgewählt, die sich schon in ihrem Namen WHW / What, How & for Whom (Was, Wie und für Wen) von ihren bisherigen Biennale-Kuratoren in Istanbul abheben. Den hinterfragenden und kritischen Kunstansatz will die Gruppe, die ausschließlich aus Frauen besteht, bereits in ihrem Namen zum Ausdruck bringen.

Was, Wie und für Wen ?
Nicht nur für Istanbul stellt sich diese Frage für viele Kunstschaffende und Kunstvermittler, sondern dieser Satz spiegelt die Problematik der momentanen internationalen Kunstszene wider, die sowohl aus kritischen Künstler als auch aus mehr oder weniger dem Kunstmarkt angepassten Künstlern besteht.
Mit ihrem Motto für die diesjährige 11. Biennale “ Denn wovon lebt der Mensch? - (What Keeps Mankind Alive?)" wollen die Kuratoren viele Fragen neu reflektieren und mit einem gesellschaftskritischen Ansatz versehen.
“Denn wovon lebt der Mensch“ ist das Abschlusslied im zweiten Akt der Dreigroschenoper, einem Theaterstück von Bertolt Brecht, das in Zusammenarbeit mit Elisabeth Hauptmann und Kurt Weill entstand. Vor 80 Jahren, am 31.August 1928, wurde die Satire auf den Kapitalismus der Weimarer Zeit im Theater am Schiffbauerdamm in Berlin uraufgeführt.

Warum haben die Kuratorinnen gerade dieses Thema ausgewählt?
Warum haben sie den zur Zeit so wenig populären Brecht ausgekramt?
Sind die Thesen und Parolen von Bertolt Brecht gerade heute wieder aktuell und sollten neu hinterfragt werden?
Haben die Balladen der Dreigroschenoper nach achtzig Jahren an Kraft und Aussage nichts eingebüßt?
Was können wir heute von Brecht lernen?
Nicht nur für die großen Fragestellungen einer internationalen Biennale, die bei den Urbedürfnissen und Urfragen der Menschheit ansetzt und die Werte der Gesellschaft, der Religion, Politik, Wirtschaft und Kunst abklopfen möchte, um ihre Auswirkungen auf den Menschen und den Künstler zu zeigen, machen Brechts satirische Aussagen Sinn.
Bis zum 8.November zeigen 70 Künstler und Künstlerinnen aus 40 Nationen in 120 Projekten ihre künstlerischen Positionen zu diesem komplexen Thema.


Ballade über die Frage "Wovon lebt der Mensch"
Ihr Herren, die ihr uns lehrt, wie man brav leben / und Sünd und Misstat vermeiden kann. / Zuerst müsst ihr uns was zu fressen geben. / Dann könnt ihr reden; damit fängt es an. / Ihr, die ihr euren Wanst und unsre Bravheit liebt / Das eine wisset ein für allemal: / Wie ihr es immer dreht und wie ihr's immer schiebt / Erst kommt das Fressen, dann kommt die Moral [...] / Denn wovon lebt der Mensch? Indem er stündlich / Den Menschen peinigt, auszieht, anfällt, abwürgt und frisst. / Nur dadurch lebt der Mensch, dass er so gründlich / Vergessen kann, dass er ein Mensch doch ist.
Bertolt Brecht

 

Für die Biennale wurden die künstlerischen Arbeiten von folgenden Künstlern aus Deutschland ausgewählt und vom Goethe-Institut unterstützt:

Nevin Aladað
1972 in Van geboren, lebt und arbeitet in Berlin.
Die in Deutschland aufgewachsene Künstlerin studierte in München an der Akademie der Bilden
den Künste. Bei ihren Arbeiten verwendet sie Fotos, Installationen und Videos.
Aladaðs Thema ist die Entstehung von neuen Identitäten in den sich verändernden Gesellschaften und Kulturen. Ihre Foto- und Videoarbeiten zeigen das Leben der Einwander der zweiten Generation in München und Berlin.
Nevin Aladað wird an der 11. Internationalen Istanbul Biennale mit der Videoreihe “Þehir Sesi” teilnehmen. Diese Arbeit besteht aus drei Videoaufnahmen in Istanbul.

KP Brehmer
KP Brehmer, (Klaus Peter Brehmer), geboren 1938 in Berlin, verstarb 1997 in Hamburg.
Zwischen den Jahren 1959-1961 studierte er an der Werkkunstschule Krefeld und fertigte sein Leben lang viele Werke verschiedener Kunstrichtungen. Bei seinen Arbeiten verwendete er verschiedene Materialien und Techniken und beschäftigte sich mit Begriffen wie Anti-Art und Kunst im Alltag.
1971 wurde er als Professor an die Hochschule für bildende Künste Hamburg berufen und in den Jahren 1987 und 1988 war er als Gastdozent an der Kunstakademie Hangzhou (VR China) tätig.
KP Brehmer war einer der wichtigsten Vertreter der Pop Art und Fluxus und nahm an vielen nationalen und internationalen Ausstellungen teil.
Bei der 11. Internationalen Istanbul Biennale wird eine Auswahl seiner Werke ausgestellt.

Danica Dakić
Danica Dakić wurde 1962 in Sarajevo geboren. Sie lebt in Düsseldorf und Sarajevo.
Die Arbeiten von Danica Dakić wurden weltweit an internationalen Ausstellungsorten und Institutionen ausgestellt. Dazu gehören die 11. Internationale Architekturbiennale Venedig, documenta12(Kassel), Chicago Kulturzentrum, K21 Kunstsammlung NRW (Düsseldorf), Museu d’Art Contemporani Barcelona, Moderna Museet (Stockholm), Museum Moderner Kunst Stiftung Ludwig (Österreich). Ihre Projekte in Großstädten wie Bratislava, Sarajewo, Berlin, Valencia und New York an öffentlichen Plätzen fand großen Anklang.
An der 11. Internationalen Istanbul Bienale wird von Danica Dakić die Videoinstallation “Isola Bella” präsentiert.

Hans-Peter Feldmann
Hans-Peter Feldmann wurde 1941 in Düsseldorf geboren und arbeitet in Düsseldorf.
Feldmann wurde Ende der 60’er und Anfang der 70’er Jahre berühmt in Europa. Er verwendet bei seinen Arbeiten alltägliche Objekte. Es gibt keine Originale seiner Arbeiten. Seine Objekte, Bücher, Zeitschriften, Fotos und Plakate können unbegrenzt vervielfältigt werden, sind Werke ohne Signatur.
Hans-Peter Feldmann ist einer der wichtigsten Namen der aktuellen Kunstströmung. Für ihn besteht die Entstehung eines Werkes aus Sammeln, Gestalten und Präsentieren.
Die Arbeiten von Feldmann wurden in vielen Einzelausstellungen in Europa und Amerika sowie bei der Venedig Biennale und documenta 6 gezeigt. Seine ausdrucksvolle Arbeit “Schattenspiel“ wurde für die 53.Biennale in Venedig ausgewählt und ist noch bis zum 22.November 2009 im Pallazzo delle Esposizioni, Giardini di Venezia zu sehen.
An der 11. Internationalen Istanbul Biennale nimmt Feldmann mit seinen Arbeiten unter dem Titel “Brot
scheibe” und “Porträt. 50 Jahre einer Frau” teil.

Marwan
Marwan ist einer der berühmtesten Maler Syriens. Er wurde 1934 in Damaskus geboren und studierte Malerei an der Hochschule für Bildende Künste in Berlin. Marwan lebt und arbeitet seit 1957 in Berlin.
Seine inspirierenden und hinreißenden Arbeiten wurden in verschiedenen Galerien, Museen und an verschiedenen internationalen Kunstveranstaltungen ausgestellt.
Meistens malt er Menschen. Diese Menschen malt er wie ein Exemplar für andere; aber gleichzeitig sind sie einzigartig und anonym.
Bei der 11. Internationalen Istanbul Biennale wird eine Auswahl von seinen Arbeiten ausgestellt.

Marina Naprushkina
Marina Naprushkina wurde 1981 geboren, wuchs in Minsk (Belarus) auf und lebt zur Zeit in Frankfurt.
Ein wichtiger Teil ihrer Arbeiten besteht aus Malerei, Grafik und Film und fokussiert sich auf die Kritik der heutigen Staatsregierung von Belarus. Bei ihren künstlerischen Arbeiten sieht man die Details des Alltags in Belarus. Naprushkina arbeitete mit Propagandaplakaten von Alexander Lukashenko, dem Staatspräsidenten von Belarus. Sie fokussierte sich auf die Symbole und das Image, die Lukashenko sich ausgewählt hat, verglich diese mit ähnlichen politischen Propagandamaterialen der ehemaligen Sowjetunion und wandelt ihre künstlerische Produktion in eine Art Antipropaganda.

Simon Wachsmuth
Simon Wachsmuth wurde 1964 in Hamburg geboren, wuchs in Hamburg und Tel Aviv auf, lebt in Berlin und in Wien. Er studierte in Wien Malerei und visuelle Mediengestaltung. Bei seinen Arbeiten be
schäftigt er sich mit Themen wie Archäologie und die Wahrnehmung der Vergangenheit. Für seine Installationen verwendet er Videos, Skulpturen, Bilder und Materialen aus Archiven.
Zuletzt wurden Wachsmuths Arbeiten unter dem Titel “Where We Were Then, Where We Are Now?” auf der documenta 12 in Kassel gezeigt.
Der Künstler wird an der 11. Internationalen Istanbul Biennale mit seiner neuesten Arbeit “Parabasis” teilnehmen, die sich mit der archäologischen Geschichte der Türkei befasst.
 

Mona Marweld-Engin

Venues

Antrepo No.3
Meclis-i Mebusan Caddesi
Liman Ýþletmeleri Sahasý
Tophane

Feriköy Greek School
Abide-i Hürriyet Caddesi No.5
Þiþli

Tütün Deposu (Tobacco Warehouse)
Lüleci Hendek Caddesi
Koltukçular Çýkmazý No.1
Tophane

Dienstag – Sonntag 10.00-19.00
Montags geschlossen

 

 

 

ZUM TITELBILD

Hannelore Aydin wurde in Helmstedt geboren und lebt seit 1968 mit Ihrem Mann in der Türkei.
Fotografiert hat sie seit dem unterm Weihnachtsbaum die erste damals noch analoge Kompaktkamera lag, das war mit 13 Jahren. Themen waren damals Schulkameraden; Familie und Reisen. In den Schulferien arbeitete sie dann auch mal in einem Fotolabor. Aber Ihr eigentliches Hobby war damals das Malen.
Erst viel später, als sie einige Wildpflanzen, besonders die Irisarten, in der Türkei aufnehmen wollte, befasste sie sich näher mit der Fotografie. Nachdem sie 2002 eine Digitale Kamera von ihrem Mann geschenkt bekam, weckten die Möglichkeiten und nicht zuletzt die Bildbearbeitungsprogramme ihr Interesse. Ob Fotografie oder das Bearbeiten der Bilder am Computer , beide sind für sie immer eine Herausforderung mit den technischen Mitteln nach dem künstlerischem Aspekt zu suchen.

Veröffentlichung des Bildes „Multikulti“ im Ausstellungskatalog „ Mein Bild von München“ zur gleichnamigen Fotoausstellung am Gasteig in München vom 2. bis 3. August 2008

Mitglied der Fotocummunity :
http://www.fotocommunity.de/pc/pc/mypics/559529
Mitglied PantherMedia Bildagentur: Arbeiten:
Firmenkalender 2010 Kelebekler
Postkarten für EGEV Eskiþehir Gelisim Vakfi

Weitere bilder unter: http://de.geocities.com/irisgewaechse/

 

 

 

Kultur

WETTLAUF UM DEUTSCHE UNIVERSITÄT

von Markus Beek
Bereits seit den 1990er Jahren existieren Pläne über eine deutsche Universität in der Türkei. Doch immer wieder scheiterte dieses Vorhaben bisher, da die Finanzmittel fehlten. Jetzt überschlagen sich die Ereignisse: Zwei Universitäten – in Istanbul und in Izmir – wollen in Kürze ihre ersten Studenten begrüßen.
Die Tradition des Wissenschaftsaustauschs zwischen Deutschland und der Türkei reicht bis zu Beginn des 20. Jahrhunderts zurück. Zwischen den Jahren 1915 und 1918 unterrichteten einige deutsche Wissenschaftler an der Darülfünun in Istanbul. Allerdings hatten die deutschen Hochschullehrer nur einen geringen Einfluss auf den Lehrbetrieb und konnten sich neben ihren türkischen Kollegen nicht etablieren. Einen zweiten Anlauf unternahmen deutsche Gelehrte ab 1933. Die politischen Verhältnisse zwangen sie dazu, Deutschland zu verlassen und in der Türkei politisches Asyl zu suchen, um dem Terror der Nationalsozialisten zu entfliehen. In der Türkei entfalteten die Emigranten diesmal einen großen Einfluss auf den Hochschulbetrieb und das an allen Fakultäten. Der bekannteste der deutschen Auswanderer war Ernst Reuter, der unter anderem in Ankara lehrte und Begründer des Instituts für Stadtforschung und Kommunalwissenschaften war. Allerdings geriet diese deutsche Tradition im Bildungswesen der Türkei in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts wieder in Vergessenheit, obgleich seit den 1950er Jahren Hochschulkooperationen zwischen beiden Staaten bestanden.
Nun also soll diese Tradition fortgesetzt werden. Faruk Sen – Gründer und Ex-Leiter des Instituts für Türkeistudien in Essen – beabsichtigt die Eröffnung einer Stiftungsuniversität in Izmir. Maximal 4000 Studenten sollen ab 2010 an der neuen Universität unterrichtet werden. Finanzieren soll sich die Universität durch Studiengebühren, aber auch nach Sponsoren aus der Wirtschaft wird noch gesucht. Die Universitäten in Duisburg-Essen, Bochum, Münster, die Fachhochschule in Gelsenkirchen und die Sporthochschule Köln beabsichtigen der Universität in Izmir fachlich unter die Arme zu greifen.
Das zweite Projekt – die Deutsch-Türkische Universität (DTU) in Istanbul – unterstützen sogar 22 deutsche Universitäten. Ein Hochschul-Konsortium nimmt die Gründung der DTU in Angriff. Campus-Gelände, weitere Materialien und für die Unterbringung der Studenten sorgt der türkische Staat. Deutschland leistet weiterhin seinen Beitrag dadurch, dass es Curricula erstellt, Dozenten und Lektoren entsendet. Insgesamt 5000 Studenten strebt die DTU mittelfristig an zu unterrichten und dies an den Fakultäten: Wirtschafts- und Sozialwissenschaften, Rechtswissenschaften, Natur- und Ingenieurwissenschaften und Kulturwissenschaften. Start des Lehrbetriebs soll bereits zum Wintersemester 2009/2010 sein. An beiden Universitäten wird Deutsch die Unterrichtssprache sein. Die Universitäten fühlen sich dazu verpflichtet, die wissenschaftlich-kulturelle Zusammenarbeit zwischen der Türkei und Deutschland zu festigen. Weiter möchten die Universitäten die Integration der türkeistämmigen Migranten in Deutschland verbessern.

Diesen Artikel können Sie weiterlesen unter
http://istanbulpost.net/09/08/01/beek.htm


KÜNSTLERRESIDENZ «ATELIER GALATA» IN ISTANBUL ERÖFFNET

Die junge deutsche Kunst hat jetzt auch ein «Standbein» in Istanbul. Ab sofort steht dort das «Atelier Galata» als Künstlerresidenz zur Verfügung. Im Schatten des historischen Galata-Turmes werden jeweils sechs Stipendiaten gemeinsam arbeiten und leben. Bewerben können sich Künstler aller Sparten aus Nordrhein-Westfalen und Niedersachsen. Träger des Programms sind die Hochschule der Bildenden Künste Braunschweig, die Stadt Köln und die Kunststiftung NRW.


Archäologie
ENGELSGESICHT IN HAGIA SOPHIA ENTDECKT

Arbeiter haben in der Hagia Sophia in Istanbul ein Mosaik mit einem Engelsgesicht ent
deckt.
Das Kunstwerk ist nach türkischen Medienberichten mindestens 700 Jahre alt und war unter sechs Schichten von Putz und einer Metallmaske verborgen.
Der Engel mit sechs Flügeln beschütze den Thron Gottes. Das 1,5 mal 1 Meter große Mosaik soll nach Angaben von Experten zwischen dem 9. und 14. Jahrhundert entstanden und 160 Jahre lang versteckt gewesen sein. Die im 6. Jahrhundert erbaute Hagia Sophia war die Hauptkirche des Byzantinischen Reiches, später eine Moschee und ist heute ein Museum.

Quelle: http://www.zeit.de/newsticker/ 25.7.2009

 

 

 

Buchtipps

BÜCHER DES UNIONSVERLAGS ZÜRICH


LEYLA ERBÝL
EÝNE SELTSAME FRAU
Was bedeutet es, eine moderne Frau in Istanbul zu sein? Der erste Roman der türkischen Frauen-
literatur ist brisant bis auf den heutigen Tag.
Die neunzehnjährige Studentin Nermin erfährt am eigenen Leib, was es bedeutet, erwachsen zu werden in einer Gesellschaft, die ihr ein traditionelles Frauenbild entgegen hält. Die Mutter keift, wenn sie zu spät nach Hause kommt, und verlangt Keuschheit bis zur Hochzeit. Also muss sie lügen und sich verstecken, wenn sie, wie all ihre Freundinnen, zu den Tanzpartys geht, sich verliebt, Liebeserklärungen entgegennimmt und abwehrt. Die Erkundung ihres Ichs geht einher mit der Erforschung der Stadt. In den Istanbuler Cafés und Künstlerkneipen sucht sie Inspiration und Offenheit. Doch die etablierten Literaten verweigern ihr als Frau die intellektuelle Anerkennung. Sie schließt sich den linken Gruppen an. Doch bald spürt sie, die Hinwendung zum »Volk« ist abstrakt, einengend und trügerisch. Aber Nermin gibt die Hoffnung auf eine humanere Welt nicht auf.
Dieser Erstling brach durch seine offene Form und seine skandalöse Respektlosigkeit alle Tabus und wurde zum Skandal – aber auch zum Aufbruch der modernen Frauenliteratur in der Türkei.
TÜRKISCHE BIBLIOTHEK208 Seiten, gebunden
ISBN 3-293-10001-5
EUR 17.90 / FR 32.00


MEMDUH SEVKET ESENDAL

DÝE MÝETER DES HERRN A.
Glücksspiel, Korruption und frivole Damen

In einem Mietshaus findet sich eine bunt zusammengewürfelte Gesellschaft wieder. Dem Vermieter selbst, dem einstigen Banditen Ayaslý, geht es weniger um die Mieteinnahmen als um die Geselligkeit. Da ist Iskender, ein smarter junger Mann, der vorgibt, eine Fabrik für Betonziegel zu besitzen, tatsächlich aber Opiumextrakt herstellt. Der Ich-Erzähler, ein junger Bankangestellter, lässt sich umgarnen von Dienstmädchen, arbeitssuchenden Damen und leidenschaftlichen Frauen, die dem Glücksspiel frönen. Trotz seines Vorsatzes, sich so weit wie möglich von dieser kuriosen Gesellschaft fernzuhalten, ist er mehr in die Geschehnisse verwickelt, als ihm lieb ist. Schließlich geht er gestärkt aus dieser Schule des Lebens hervor und heiratet am Ende die Tochter eines alten Bekannten.
Ein großer Sittenroman aus der Gründerzeit Ankaras, schillernd wie ein Kaleidoskop.
TÜRKISCHE BIBLIOTHEK224 Seiten, gebunden
ISBN 3-293-10015-5
EUR 19.90 / FR 33.90


OGUZ ATAY

DER MATHEMATÝKER
Sein Enthusiasmus für die Kunst des Denkens wirkt ansteckend

Der Ingenieur und Mathematiker Mustafa Inan ist ein Universalgelehrter: Zwar fiel er mit vier Jahren vom Dach, und sein Vater bezweifelt zeit seines Lebens, dass aus dem schwächlichen Jungen noch etwas Rechtes wird. Doch bald machen ihn sein mathematisches Genie, sein phänomenales Gedächtnis und seine eiserne Willenskraft zur Legende.
Eine Promotion an der ETH Zürich befördert seine wissenschaftliche Karriere an der Technischen Universität Istanbuls, wo er schließlich Dekan und Rektor wird. Der eigenwillige Forscher und Lehrer verzweifelt jedoch an der Denkfaulheit, die sich in den Köpfen der Dozenten und Studenten wie eine Geisteskrankheit eingenistet hat. Unermüdlich sucht er nach einer Möglichkeit, die Logik Einsteins und die intuitive Weisheit der Sufi-Mystiker miteinander .
TÜRKISCHE BIBLIOTHEK304 Seiten, gebunden
ISBN 3-293-10016-3
EUR 19.90 / FR 33.90

http://www.unionsverlag.com


Ein Buch ist ein Freund, der deine Fähigkeiten aufdeckt;
es ist ein Licht in der Finsternis
und ein Vergnügen in der Einsamkeit;
es gibt, und es nimmt nicht.

Mosche Ibn Esra

 

 

 

Kurznachrichten

Gedenken an Todesopfer des Erdbebens vor zehn Jahren

Mit Schweigeminuten und Kranzniederlegungen ist am 17.08.2009 in der Türkei der fast 18.000 Todesopfer beim verheerenden Erdbeben vor zehn Jahren gedacht worden.
Bei dem Beben der Stärke 7,4 im Nordwesten des Landes stürzten am 17. August 1999 tausende von Gebäuden in sich zusammen oder wurden beschädigt. Seismologen warnen inzwischen vor einem weiteren starken Erdbeben, das die Gegend um Istanbul innerhalb der nächsten 30 Jahre treffen könne. Noch immer sei das Land schlecht auf Erdbeben vorbereitet, erklärten die Experten.
http://www.focus.de/


Tankfüllung innerhalb eines Monats um 18.50 TL teurer geworden.

Nach einer Intervention der Energiemarktaufsicht sank am 14. Juli der Benzinpreis auf ein Niveau von 2,92 TL. Nach der Erhöhung der besonderen Mehrwertsteuer stieg der Preis innerhalb eines Monats auf 3,29 TL an. Legt man einen Tank von 50 Litern als Maßstab an, hat sich einmal Volltanken um 18,50 TL verteuert. (Am Tag nach dieser Meldung wurde eine weitere Preiserhöhung vorgenommen. Der Liter bleifreies Benzin kostet nun 3,34 TL).
Quelle: NTV, 5.08.09


Gesetz über Familiennamen vor dem Verfassungsgericht.

Auf eine Klage eines syrischen Christen aus der Provinz Mardin hin beschäftigt sich das Verfassungsgericht mit einer Bestimmung in Artikel 10 des Gesetzes über Familiennamen. In diesem Artikel wird festgelegt, dass Familiennamen der türkischen Sprache entstammen müssen. Das Verfassungsgericht will nun prüfen, ob diese Bestimmung mit dem in der Verfassung niedergelegten Gleichheitsgrundsatz vereinbar ist. Wird die Bestimmung aufgehoben, würde dies zum einen für syrische Christen, Griechen, Armenier und andere Volksgruppen die Möglichkeit von Familiennamen in ihren Sprachen eröffnen. Zum anderen könnte ein solches Urteil auch für Ausländer interessant sein, die die türkische Staatsangehörigkeit erwerben wollen.
Quelle: Vatan-Internet, 30.07.09


Ernährungskosten einer Familie im August bei 741 TL.

Der Gewerkschaftsbund Türk Is hat für den Monat August die Ernährungskosten einer vierköpfigen Familie mit 741 TL berechnet. Die Armutsgrenze für eine Familie wurde mit 2.413 TL angegeben. In der Presseerklärung wird darauf hingewiesen, dass die reinen Ernährungskosten um 195 TL über dem Mindestlohn liegen.
NTV, 27.08.09

 

 

 

Leseseite

KENNEN SIE SCHON DIE „JETKASSE“?

Neulich waren mein Mann und ich in einer bekannten Ladenkette beim Lebensmitteleinkauf. Auf der Suche nach der Kasse mit der kürzesten Warteschlange verirrten wir uns zur Expresskasse, deren Limit von fünf Waren wir natürlich grandios überschritten hatten. Eine Mitarbeiterin des Ladens, die dies sofort bemerkte, belehrte uns, dass wir, sofern wir mit Kreditkarte zu zahlen beabsichtigten, auch die so genannte „Jet-Kasse“ nutzen könnten, die sich ganz auf der linken Seite der Kassenarmada befinde. Beflügelt von der Hoffnung in düsengetriebenem Tempo die Kasse zu absolvieren, begaben wir uns zu besagter Stelle, an der wir zu unserer großen Überraschung, das Fehlen einer Supermarktkasse feststellen mussten. Stattdessen sahen wir uns einer Konstruktion, die – alleine optisch- an eine Siegertribüne erinnerte, gegenüber. Auf dem zweiten Platz des Siegertreppchens befand sich eine einfache Stahlplattform von 50x50 cm. Ebenso auf dem dritten Platz, nur mit dem Unterschied, dass über dessen Plattform an zwei dünnen Metallärmchen ein Stapel der Supermarkttüten baumelte. Der erste Platz ging an einen Warenscanner, bei dessen Anblick mir eigentlich schon hätte klar sein müssen, dass der Kunde hier keineswegs eine Goldmedaille gewonnen hatte. Wie der aufmerksame Leser schon vermutet – selbst ist der Kunde! Während wir nun einerseits mit dem Scannen unserer Einkäufe beschäftigt waren, meldete sich ein ganzer Chor von Stimmen in meinem Kopf zu Wort. Die umsichtige Verbraucherin in mir schlug energisch vor, den Wagen einfach samt den Einkäufen stehen zu lassen und in einem anderen Laden einzukaufen, bei dem der Service in den horrenden Preisen noch inbegriffen ist. Mein Mann, von der nackten Panik übermannt, den Einkauf noch einmal von Null beginnen zu müssen, besänftigte diese Stimme. Daneben fand er jedoch auch noch Zeit, die schnippische Supermarktangestellte mit verlegenen Lächelversuchen und versöhnenden Worten für meine verärgerten Kommentare zu entschädigen, derer ich mich während des Kassierungsprozesses großzügig entledigt hatte.
Die Tatsache, dass das Kassensystem unsere Flucht aus dem Ladengeschäft durch andauernde Fehlermeldungen und „Bitte nehmen Sie die Hilfe eines Mitarbeiters in Anspruch“ verzögerte, brachte mich an den Rand der Raserei. Grund für die Fehlermeldungen übrigens - dies nur der Vollständigkeit halber - eine unter Platz drei des Siegertreppchens angebrachte Waage. Diese legte bei jeder gemessenen Gewichtsdifferenz zwischen dem soeben gescannten und dem in der Einkaufstüte platzierten Produkt das gesamte System lahm. Eine Mitarbeiterin musste dann das Produkt aus der Tüte fischen, einen Code eingeben und eine Zahl von Tasten drücken, um das Fortfahren des Einkaufs zu ermöglichen.
Trotz der sanften Gewalt, mit der mich mein Mann, um Handgreiflichkeiten zu vermeiden, aus dem Laden schob, ließ ich es mir nicht nehmen, der Mitarbeiterin beim Herausgehen „Diese Maschine wird dir deinen Job wegnehmen, Mädel!“ an den Kopf zu werfen.
Klar ist für mich, in diesem Laden werde ich nie wieder einkaufen.
Auch wenn es die konventionellen Kassen nach wie vor noch gibt, sehe ich es als meine Pflicht als intelligente Konsumentin, alleine den Versuch dieser Ladenkette zu sanktionieren, das Abkassieren auch noch dem Verbraucher aufzubrummen.
Machen wir uns nichts vor, wir alle wissen, wie diese Dinge am Ende ausgehen: Am Anfang hat der Verbraucher noch einen Vorteil davon, wenn er den ein oder anderen Arbeitsschritt aus der Dienstleistungskette selbst übernimmt. Aber sobald sich alle daran gewöhnt haben, ihren Check-in daheim am PC selbst zu erledigen, um am Flughafen nicht warten zu müssen, dann wird es auch schon notwendig, das „Boarding“ daheim zu erledigen, da wenige Bodenpersonal-Veteranen der Lage kaum mehr Herr werden können.
Vielleicht sollten wir uns so langsam für Flugstunden anmelden, denn die Jet-Kasse müssen wir schon bedienen, bis zum Jumbojet ist es möglicherweise nicht mehr lange hin.

Kristina Laubscher-Ülünçer

 

 

 

Besser Leben

LIPPENSTIFTE IM TEST: KREBSROT STATT VERFÜHRERISCH

Makellos geschminkte Lippen sind ein Schönheitsideal. Doch neben der leuchtenden Farbe enthalten viele Lippenstifte Substanzen, die der Gesundheit schaden können. Das hat jetzt die Zeitschrift "Öko Test" in einer Untersuchung aufgedeckt. Im Auftrag der Redaktion hat ein Labor 306 Lippenstifte auf ihre Inhaltsstoffe überprüft, darunter waren ganze Farbpaletten bestimmter Marken. Mit der Bewertung "ungenügend" haben 121 Produkte abgeschnitten, 44 weitere mit "mangelhaft". Sämtliche analysierten Stifte der Naturkosmetikhersteller Lavera, Logona und Dr. Hauschka waren "sehr gut", dasselbe gilt für die konventionelle Marke "[b] basic Lippenstift" aus der Drogeriemarkt-Kette Schlecker. Durchgefallen sind dagegen sämtliche Farbnuancen der Marken Artdeco Perfect Color Lipstick, Astor Soft Sensation Vitamin & Collagen, La Roche-Posay Novalip Rouge Satin, Lancôme L'Absolu Rouge Creme-Lippenstift, Maybelline Jade Moisture Extreme und Rimmel Moisture Renew Lipstick. Sie erhielten alle die Bewertungen "mangelhaft" oder "ungenügend". Auffällig ist, dass ein hoher Produktpreis nicht gleichbedeutend ist mit einer überzeugenden Bewertung der Inhaltsstoffe. Einige besonders teure Schminkprodukte, zum Beispiel von Chanel oder Dior, sind als "ungenügend" bewertet worden. Unter den kritisierten Zusätzen befindet sich beispielsweise der Farbstoff CI 17200, der das krebsverdächtige Anilin abspalten kann. Aber auch Erdölprodukte und synthetische Stoffe wie Silikone sind in einigen Lippenstiften vorhanden.

Quelle: http://de.news.yahoo.com/


WISSENSCHAFTLER: SOLARIEN SO GEFÄHRLICH WIE ARSEN

London (AP) Solarien sind nach Einschätzung internationaler Experten höchst krebserregend. Die Bräunungsapparate werden von der Internationalen Agentur für Krebsforschung in Lyon als genauso tödlich wie Arsen oder Senfgas angesehen. Eine Untersuchung, die etwa 20 Studien berücksichtigt, kommt zu dem Schluss, dass das Krebsrisiko um 75 Prozent steigt, wenn Menschen vor dem 30. Geburtstag mit der Nutzung von Solarien beginnen,
Bislang galten Solarien und ultraviolette Strahlung nur als «möglicherweise karzinogen». Wissenschaftler stellten jedoch fest, dass alle Typen ultravioletter Strahlung bei Mäusen zu besorgniserregenden Mutationen führen, wie die Experten des Krebsinstitutes der Weltgesundheitsorganisation (WHO) am Mittwoch in der Onlineausgabe des Fachmagazins «Lancet Oncology» veröffentlichten. Solarien sind demnach definitiv krebserregend, genauso wie Tabak oder der Hepatitis-B-Virus. Deren ultraviolette Strahlung kann in erster Linie Haut- und Augenkrebs verursachen, wie die Wissenschaftler erklären.
Lobby der Solarien-Hersteller weist Kritik zurück
«Die Leute müssen an die Gefahr von Sonnenbänken erinnert werden», sagte einer der führenden Forscher aus Lyon, Vincent Cogliano. Die Agentur hoffe darauf, dass es zu einem Mentalitätswechsel komme und sich Jugendliche nicht unter die Bräunungsapparate legen würden.
Die US-Krebsgesellschaft rät Sonnenanbetern als Alternative zum Solarium zu Selbstbräunungscremes. Cogliano betonte, dass ultraviolette Strahlung für den Menschen nie gesund sei - egal, ob sie von der Sonne oder aus dem Solarium stamme.
Die Einstufung der Solarien als krebserregend wurde von Branchenvertretern zurückgewiesen. Kathy Banks, die Chefin der Sunbed Organisation, ein Zusammenschluss europäischer Solarienhersteller und Betreiber, erklärte, es werde immer wieder ignoriert, dass es keinen belegten Zusammenhang zwischen einer verantwortungsvollen Solarien-Nutzung und Krebserkrankungen gebe. Die meisten Menschen nutzen ein Solarium weniger als 20 mal im Jahr, sagte Banks.
Die Zahl der Hautkrebserkrankungen bei unter 30-Jährigen ist zuletzt aber deutlich gestiegen, genauso wie der Besuch von Solarien von Angehörigen dieser Altersklasse. Melanome, die tödlichste Form von Hautkrebs, sind in Großbritannien inzwischen die am häufigsten festgestellte Krebsart bei Frauen zwischen 20 und 30 Jahren. Normalerweise ist der Anteil von Hautkrebserkrankungen bei Menschen über 75 am höchsten.

Quelle: http://www.lancet.com

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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