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Editorial |
Liebe BRÜCKE-Mitglieder,
nachdem
wir im letzten Monat über längere Zeit Schwierigkeiten mit dem
Internetprovider hatten – unsere Webseite konnte nicht abgerufen
werden und auch Mails kamen mit dem Vermerk “unzustellbar” wieder
zurück -, ist jetzt wieder alles beim Alten. So auch in unserem
Brücke-Büro – die Ferien sind vorbei, wir haben unsere Büroarbeit
wieder in vollen Zügen aufgenommen.
Unser erster Brief nach der Sommerpause erreicht Sie dennoch wieder,
wie in den Sommermonaten, übers Internet. Viele unserer Leser sind
noch in den Ferien, viele nehmen die Gelegenheit wahr, zum
bevorstehenden Zuckerfest noch einmal auszuspannen. Noch sind nicht
alle Boardmitglieder wieder in ihrem Istanbuler Alltag angekommen
und deshalb haben wir beschlossen, Sie zunächst weiterhin per Mail
über die wichtigsten Ereignisse und Termine zu informieren.
Sollte sich Ihre Mailadresse geändert haben, geben Sie doch bitte im
Büro Bescheid, damit wir möglichst alle auf diesem Wege erreichen
können. Bitte geben Sie diese Information auch an Bekannte und
Freunde weiter.
Selbstverständlich schicken wir den Brief an alle Mitglieder, die
keinen Zugriff zum e-Brief haben, per Post.
Wir
würden uns freuen, wenn auch Sie sich mit einem Beitrag am aktiven
Vereinsleben beteiligen könnten. Sie könnten uns von einem
interessanten Erlebnis berichten oder vielleicht haben Sie auch
einen schönen Schnappschuss mit ihrer Kamera gemacht, den Sie gerne
mit den Lesern teilen möchten... Natürlich sind wir auch froh über
jeglichen Bericht vom Alltag in der Türkei, von Schwierigkeiten mit
den Behörden oder auch von positiven Eindrücken im Land.
Mit dem Beginn der herbstlichen Zeit suchen wir auch wieder Helfer.
Da wären zunächst einmal diverse Arbeiten bei der Zusammenstellung
der Informationen für den Infobrief, aber auch bei der Organisation
von Festlichkeiten sind wir auf die Hilfe von Freiwilligen
angewiesen.
Noch bevor der Herbst sich mit kühleren Temperaturen zeigt, sind die
Organisatoren des Weihnachtsbasars schon mitten in den
Vorbereitungen. Auch wir möchten gerne wieder unseren Beitrag zum
Weihnachtsbasar in der Deutschen Schule und auch beim IWI leisten.
Hier sind Ideen und helfende Hände gefragt – wenn Sie also Zeit und
Lust haben, rufen Sie uns doch bitte an. Die Zusammengehörigkeit der
Deutschen ist verstärkt während der Vorbereitungen zum
Weihnachtsbasar und an dem Tag selbst zu spüren. Der Einsatz lohnt
sich! Mit dem Erlös werden jedes Jahr Hilfsbedürftige unterstützt
und es macht wirklich Spaß, dabei gewesen zu sein.
Wir möchten Sie noch darauf hinweisen, dass wir in den nächsten
Wochen auch weiterhin telefonisch nur unter der Handy Nummer 0539
498 54 07 zu erreichen sind.
Wir hoffen, dass auch Sie trotz der Hitze einen angenehmen Sommer
erleben konnten und freuen uns, wenn wir Sie zu unserer
Eröffnungsveranstaltung wieder sehen können.
Hier nochmal unsere Internetadressen:
Offizielle Webseite der BRÜCKE e.V.
http://www.bruecke-istanbul.org
Online-Stellenbörse:
http://info-istanbul.info
E-Mail:
info@bruecke-istanbul.org
Claudia Yýlmaz
& das BRÜCKE-Team
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In eigener
Sache |
Herzlichen Glückwunsch
Vergangenheit ist Geschichte,
Zukunft ist Geheimnis,
aber jeder Augenblick ist ein Geschenk.
Die Geschichte
erinnert uns daran, dass während der Sommerpause einige unserer
Boardmitglieder Geburtstag hatten.
Wir möchten diesen Augenblick nutzen, um ihnen nachträglich ganz
herzlich zu gratulieren.
Alles Gute
euch Allen
- Annemarie Medovic, Biggi Özcan, Brigitte Midil, Claudia
Yýlmaz, Corina Bilhan, Derya San, Erwin Köhle, Manfred Lange,
Mona Engin, Yasemin Demir und vielen Anderen - in eurem neuen
Lebensjahr!
Groβes Glück
kann so klein sein…
Ganz herzlich möchten wir Beate und Wolf-Bernd
Kretzschmann zur Geburt ihres Enkels gratulieren!
"Erst bei den Enkeln ist man dann so weit,
daß man die Kinder ungefähr verstehen kann"
Autor unbekannt
In diesem Sinne wünschen wir den Großeltern viel
Glück und Freude mit dem neuen Erdenbürger und gratulieren
natürlich auch den Eltern ganz besonders zur Geburt ihres Sohnes!
Gute
Besserung
Unsere besten Genesungswünsche an unser langjähriges Mitglied
Marina Baumeister-Karaca, auf dass sie bald wieder so fit
und gesund sein möge wir immer.
Gabriele Sailer
Danke
Noch vor dem
Sommer konnte Elke Tekin, die seit ihrem Schlaganfall im
Lape Pflegeheim untergebracht ist, keine deutschen TV Programme
mehr erhalten. Da das Fernsehen für Elke der Kontakt zur
Auβenwelt ist, haben viele liebe Menschen aller Nationalitäten
und die “BRÜCKE” für Elke's neue Sateliten TV-Einrichtung
gespendet.
Elke war überglücklich über Ihren Einsatz für sie. Ein ganz
groβes DANKE von Elke.
Christine Klar
Beileid
Unserem
langjährigen Mitglied Biggi und ihrer Familie möchten wir
unser herzliches Beileid zum Tod ihres Vaters / Opas aussprechen.
Ein Mensch, der uns verlässt,
ist wie eine Sonne, die versinkt.
Aber etwas von ihrem Licht
bleibt immer in unserem Herzen zurück.
Es bleiben die
vielen schönen Erinnerungen, die das Licht im Herzen leuchten
lassen...
In diesem
Sinne gilt auch unser Beileid Doris Zirh und ihrer Familie
zum Tod ihrer Mutter.
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“Allah
kavuþtursun” oder besser gesagt ”Hayýrli tezkereler” wünschen
wir ebenfalls Doris, deren Sohn seine Militärdienstzeit in Hatay
verbringt. Wir wünschen dir und deiner Familie, dass die Zeit
wie im Fluge umgeht und der kleine Sohn als großer Mann schnell
wieder in den Kreis der Familie und in seine Berufswelt
zurückkehrt.
Claudia Yilmaz
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Rückblicke |
Einladung
zu einer Gesprächsrunde
Um vor
Ort Anregungen und Erkenntnisse zu sammeln, die für die Arbeit im
Bundestag von Bedeutung sein könnten, kamen Vertreter der
Landesgruppe Niedersachsen der CDU/CSU-Bundestagsfraktion, nach
Istanbul.
Am 03.06. war ich zu einer Gesprächsrunde mit ihnen ins Goethe
Institut eingeladen. Hier ergab sich die Möglichkeit, die Mißstände
der gesetzlichen Regelung für Ausländer, insbesondere der Deutschen
in der Türkei im Vergleich zu der Situation der Türken in
Deutschland, darzulegen. Und immer wieder wird Verwunderung
deutlich, ja, auch Unverständnis über die hier geltende aufenthalts-
und arbeitsrechtliche Situation. Dass wir trotz all der Mißstände
der gesetzlichen Regelungen dennoch mit Freude und in die
Gesellschaft integriert hier leben, hat zusätzliche Verwunderungen
hervorgerufen.
Zu wünschen wäre, dass die Vertreter des Bundestages durch diese
Gespräche, eine Grundlage finden würden, die auf eine Verbesserung
unserer Lage hinwirken könnte. Leider ist die Sensibilität für
Ausländer in der Türkei von türkischer Seite noch immer nicht
geschaffen worden und es bleibt zu hoffen, dass von Seiten der
Bundesrepublik auf höherer Ebene Verhandlungen eingeleitet werden,
die unsere gesetzliche Lage unter dem Prinzip der Gegenseitigkeit
mit Deutschland verbessern könnten.
Claudia
Yilmaz
Dankesschreiben der Landesgruppe Niedersachsen
LG Niedersachsen
CDU/CSU-Bundestagsfraktion Platz der Republik 1 – 11011 Berlin
Berlin, 23. Juni 2010
„Die Brücke e.V.“
Sehr geehrte Frau Yilmaz,
ich wende mich
hiermit noch einmal bezüglich unserer Landesgruppenreise, die uns
vom 31. Mai bis zum 4. Juni 2010 nach Istanbul geführt hat, an Sie.
Auch im Namen meiner Kolleginnen und Kollegen der Landesgruppe
Niedersachsen der CDU/CSU-Bundestagsfraktion möchte ich Ihnen meinen
ganz herzlichen Dank für das Gespräch während unseres Besuchs in
Istanbul aussprechen.
Meine Kolleginnen und Kollegen, insbesondere meine Stellvertreterin
Rita Pawelski, hat die Begegnung mit Ihnen sehr beeindruckt. Wir
haben bei dieser Gelegenheit, wie aber auch beim gesamten Besuch in
Ihrer wunderschönen Stadt, viele interessante Informationen und neue
Eindrücke gewonnen. Und auch, wenn Türken und Deutsche ohnehin
traditionell sehr gute und enge Freunde sind, so hat unsere Reise
unser Bild von der Türkei noch weiter positiv beeinflusst.
Wir würden uns freuen, wenn wir Ihre Gastfreundschaft erwidern und
unseren Meinungsaustausch einmal fortzusetzen könnten – vielleicht
gibt ja eine Ihrer künftigen Reisen nach Deutschland hierzu die
passende Gelegenheit.
mit freundlichen
Grüßen
Michael Grosse-Brömer
MdB
- Vorsitzender -
Landesgruppe Niedersachsen
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News und Aktuelles |
Leseranfrage bzgl.
Staatsangehörigkeitsverlust
Liebe Brücke,
Bis zu meinem Eintritt
in das Rentenalter am 20.02.2010 war ich fast 25 Jahre bei einem
deutschen Arbeitgeber in Izmir beschäftigt als deutsche Ortskraft mit
gültigem deutschen Reisepass und gültiger Aufenthaltsgenehmigung für die
Türkei. In den ersten Jahren meines Hierseins beantragte ich letztere
persönlich beim Ausländeramt, in den vergan
genen ca. knapp 10 Jahren wurde diese Genehmigung zusammen mit der
Arbeitsgenehmigung durch meinen Arbeitgeber in Ankara eingeholt beim
T.C. Dýsisleri Bakanlýgý und von diesem auch anstandslos erteilt. Nach
Beendigung meines Arbeitsverhältnisses war mein erster Gang zur hiesigen
Ausländerbehörde, um in den Besitz einer weiteren Aufenthalts
erlaubnis zu kommen. Das neuerdings hierzu benötigte NKÖ (Nüfüs Kayýt
Örnegý) wurde mir vor Ort ausgehändigt mit dem Hinweis, dass ich doch
seit dem Tage meiner Eheschliessung türkische Staatsangehörige sei und
meine Antrag
stellung somit hinfällig. Mein nächster Gang war zu meinem ehemaligen
Arbeitgeber. Dort - ich hatte nach meiner langjährigen Tätigkeit nichts
anderes erwartet - bat man mich um Einholung einer Selbstauskunft beim
Icisleri Bakanlýgý Nüfüs ve Vatandaslýk Isleri Genel Müdürlügü. Am
30.06.2010 erhielt ich per Post die Auskunft, dass ich seit dem Tage
meiner Eheschliessung türkische Staatsangehörige sei. Die ursprünglichen
Akten seien jedoch seit einem Hochwasser um das Jahr 1980 nicht mehr
einsehbar. Bis zu einem Gegenbeweis halte man sich an die Eintragungen
im Nüfüs. Ich habe niemals die türkische Staatsangehörigkeit beantragt,
es wurde auch keine in meinem Namen beantragt. Eine gute Freundin noch
aus den ersten Tagen in der Türkei steht übrigens vor einem ähnlich
gelagerten Problem, lediglich sind bei ihr die ursprünglichen Atken dem
auch in der Türkei üblichen Fall von Vernichtung nach 10 Jahren zum
Opfer gefallen. Meine, unsere, Frage: gibt es ähnliche Fälle in
Ýstanbul. Was können Sie uns empfehlen? Ich danke für Ihre Information
und grüsse Sie herzlich aus dem ebenfalls sehr heissen Izmir.
Name ist der Red.
bekannt
...und
hier die Antwort unserer Rechtsanwältin:
Hallo Ihr Lieben,
sowohl nach der alten
Fassung (mit Inlandsklausel) als auch nach neuer Fassung des dt. StAG
tritt der Verlust der deutschen Staatsbürgerschaft nach Erwerb einer
ausländischen Staatsangehörigkeit AUF ANTRAG ein.
Das mittlerweile ausser Kraft befindliche türkische
Staatsangehörigkeitsgesetz (Fassung von 1964) besagt in Artikel 5 i.V.m.
Art.42, dass einer Ausländerin bei der Eheschliessung mit einem Türken
entweder durch entsprechende Erklärung gegenüber dem die Trauung
vollziehenden Beamten oder bei Trauung im Ausland gegenüber dem
zuständigen türkischen Konsulat/Botschaft die türkische
Staatsbürgerschaft verliehen wird.
Automatisch, also ohne entsprechende Erklärung erwirbt sie die
Staatsangehörigkeit dann, wenn Sie staatenlos ist oder bei
Eheschliessung mit einem Türken ihre eigene Staatsangehörigkeit verliert.
Somit ist also im vorliegenden Fall die Voraussetzung für die Erteilung
der türkischen Staatsbürgerschaft, eine entsprechende Erklärung (ggü dem
Standesbeamten) - also ein Antrag gewesen. Mangels
Beibehahltungserklärung oder Wohnsitz in Deutschland liegen somit die
Voraussetzungen für den Verlust der deutschen Staatsbürgerschaft vor.
Wie die zuständigen Deutschen Behörden (ggf. in einem Verfahren nach §
30 StAG aktuelle Fassung) die Sachlage beurteilen, lässt sich schwer
vorhersehen. Insbesondere da die entsprechenden Unterlagen schon seit 30
Jahren zerstört sind.
Es besteht jedoch die Gefahr, dass die zuständigen Behörden zu der
Auffassung gelangen, dass die türkische Staatsbürgerschaft 1978 nur auf
Antrag bei der Eheschliessung zu erteilen war, also ein solcher Antrag
gestellt sein worden muss und dass dementsprechend sie ihrer deutschen
Staatsbürgerschaft bereits zu diesem Zeitpunkt verlustig ging. Mangels
Unterlagen ist ein Gegenbeweis (Fehlen eines Antrags) nicht möglich,
zumal man auch nicht sicher sagen kann, ob der Standesbeamte nicht
tatsächlich einen entsprechenden Vermerk gemacht hat.
Deutsche StAG:
§ 25 (Text alte
Fassung)
(1) Ein Deutscher verliert seine Staatsangehörigkeit mit dem Erwerb
einer ausländischen Staatsangehörigkeit, wenn dieser Erwerb auf seinen
Antrag oder auf den Antrag des gesetzlichen Vertreters erfolgt, der
Vertretene jedoch nur, wenn die Voraussetzungen vorliegen, unter denen
nach § 19 die Entlassung beantragt werden könnte.
(Text neue Fassung)
(1) Ein Deutscher verliert seine Staatsangehörigkeit mit dem Erwerb
einer ausländischen Staatsangehörigkeit, wenn dieser Erwerb auf seinen
Antrag oder auf den Antrag des gesetzlichen Vertreters erfolgt, der
Vertretene jedoch nur, wenn die Voraussetzungen vorliegen, unter denen
nach § 19 die Entlassung beantragt werden könnte. Der Verlust nach Satz
1 tritt nicht ein, wenn ein Deutscher die Staatsangehörigkeit eines
anderen Mitgliedstaates der Europäischen Union, der Schweiz oder eines
Staates erwirbt, mit dem die Bundesrepublik Deutschland einen
völkerrechtlichen Vertrag nach § 12 Abs. 3 abgeschlossen hat.
Anfrage
Sehr geehrte Damen und Herren!
Ich bin
auf der Suche nach der in Istanbul oder der Türkei lebenden österr.
Staatsbürgerin, KINAL Edith, geb. 26.06.1948.
Falls jemand die Dame kennt bzw. Informationen über Frau KINAL’s
derzeitigen Aufenthaltsort bzw. Kontaktdaten hat, wäre ich für eine
Mitteilung sehr dankbar.
Mit
freundlichen Grüßen
Elfriede Geissler
Österreichisches Generalkonsulat Istanbul
Köybasi cad. No. 46
TK - 34464 Yeniköy - Istanbul
Tel. (+90/212) 363 84 10 Fax: (+90/212) 262 26 22)
E-Mail: elfriede.geissler@bmeia.gv.at
Veränderungen im Österreichischen Generalkonsulat
Im Juni verliess der Konsul Gerhard Götz das Generalkonsulat um
die Leitung des Österreichbüros in Taipei zu übernehmen. Wir wünschen
ihm und seiner Gattin Frosie alles Gute für die Zukunft.
Ebenso
verabschieden wir Vizekonsul Johann Buder, der bereits seine neue
Tätigkeit an der Österreichischen Botschaft in Sofia aufgenommen hat.
Auch ihm wünschen wir viel Glück und ein schnelles Einleben in der neuen
Umgebung.
Neu in
Istanbul begrüssen wir Vizekonsul Thomas Wastian. Ab Juli 2010
wird Vizekonsul Wastian Stellvertreter des Leiters des Österreichischen
Generalkonsulats in Istanbul.
Wussten Sie schon…
…dass seit 8 Monaten ein neues Gesetz in der Türkei besteht welches
besagt, dass das "türkische Finanzamt nun direkten Zugriff auf
sämtliche Konten einschl. Anlagekonten hat" die sich in der Türkei
befinden. Dieses Gesetz gilt für Ausländer ebenso wie für Türken.
...dass auch
für Ausländer die Yabancý Kimlik Numuarasý gleichzeitig die Steuernummer
geworden ist?
Daher müssen Sie Ihre Yabancý Kimlik Numarasý beim Steueramt mit einem
Schreiben bekanntgeben.
Sie können
Ihre Steuernummer erfragen unter:
http://tckimlik.nvi.gov.tr/web/ForeignQueryIdentityNumber.aspx
...dass der neue EU-Führerschein nur 15 Jahre gültig ist?
Die ab 2013 gültigen EU-einheitlichen Führerscheine
werden immer nur 15 Jahre gültig sein. Danach müssen die Bürger einen
neuen Führerschein beantragen, aber keine neue Fahrprüfung absolvieren.
Für Führerscheine, die bis 2013 ausgegeben werden, gilt eine
Umtauschfrist bis zum Jahr 2033. Das EU-Parlament hatte die neuen
Führerscheine bereits Ende 2006 beschlossen. Das
Bundesverkehrsministerium hat nun die Umsetzung der entsprechenden
EU-Richtlinie auf den Weg gebracht, berichtet die «Saarbrücker Zeitung».
Fernseh-Tipps
Am 28. August um 20:15 Uhr
zeigt der Digitalkanal EinsExtra den NDR-Dokumentarfilm "Aghet" von Eric
Friedler. Für diesen herausragenden Film wurde der Verlauf des
Völkermordes aus zahlreichen historischen Quellen rekonstruiert. 23
bekannte Schauspieler verleihen lange ver-storbenen Zeitzeugen Stimmen
von beklem-mender Authentizität.
Mehr unter:
http://www.ndr.de/kultur/film/ndr_produktionen/aghet/index.html
Ebenfalls
auf EinsExtra wird am 29. August um 21:00
Uhr die Dokumentation "Mordakte Hrant Dink - Armenier in der
Türkei" (WDR/ARTE2009) von Osman Okkan und Simone Sitte gezeigt. Der mit
dem Intermedia-Globe in Gold ausgezeichnete Film beleuchtet die
Vorgeschichte der Ermor-dung des armenischen Journalisten Hrant Dink im
Januar 2007, das schwierige Verhält-nis zwischen Armeniern und Türken,
und die andauernde Prozessphase, die Licht auf die mörderischen
Machenschaften des "tiefen Staates" in der Türkei wirft.
Internet-Tipp
Seit dieser Woche gibt es eine neue Internet-Zeitung mit Nachrichten
sowohl in deutscher als auch in türkischer Sprache. Ein Blick darauf
lohnt sich.
http://www.gazetem.de/index.html |
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Kulturhauptstadt 2010 |
Verpatzte Gelegenheit
Eine Zwischenbilanz der Kulturhauptstadt Istanbul
Von Sabine Küper-Büsch
Auch Istanbul ist in diesem Jahr Europäische Kulturhauptstadt. Das
Programm am Bosporus ist nicht nur unübersichtlich, sondern stößt
auch auf massive Kritik - sogar einige Mitveranstalter sprechen vor
allem von einer verpassten Chance für die türkische Metropole.
Als
Kulisse ist Istanbul ein Ort mit unbegrenzten Möglichkeiten. Die
Werbeclibs von Istanbul 2010 umweht etwas von Märchen aus
Tausendundeiner Nacht und teuren Jeansreklame-Spots. Minarette und
Shoppingmalls, Frauen mit Kopftuch und in engen Jeans wirbeln durch
die blaue Moschee. Alles schrillbunt und irgendwie gestellt. Was das
alles
mit Istanbul als Kulturhauptstadt Europas zu tun hat, fragen sich
mittlerweile viele. Selbst die Organisatoren der eigens
eingerichteten Agentur sind frustriert. Stadtplaner Korhan Gümüþ hat
in deren Planungskommission das Konzept für Istanbul 2010
miterarbeitet. Danach sollten Kultur und Kunst in der Stadt volksnah,
multikulturell und stadtteilbezogen sein:
"Wir wollten Politik, Wirtschaft und Zivilgesellschaft
zusammenbringen. Aber so etwas ist in der Türkei alles andere als
einfach. Die Lokalþpolitik wird immer wieder von der Ankaraner
Regierungspolitik dominiert."
Im
Zentrum der Kritik steht vor allem die selektive Gewichtung von
Kulturgeschichte bei der Bewilligung von Projekten. Das die
Restaurierung der Außenfassade der Hagia Sophia nach 17 Jahren
passend für 2010 fertiggestellt wurde, gehört zu den lobenswerten
Maßnahmen.
Doch warum der jüdische Friedhof von Hasköy trotz großer Proteste
vieler Istanbuler immer noch einer Müllhalde gleicht, erbost etwa
Nora Þeni, Direktorin des französischen Instituts für
Anatolienforschung.
"Der Friedhof sollte im Kulturhauptstadtjahr restauriert werden. Die
Agentur 2010 hat von Anfang an viel über dieses Projekt gesprochen,
um zu bezeugen, wie multikulturell Istanbul ist."
Der Friedhof liegt im Schatten des städtischen Fuhrparks. LKW der
Müllabfuhr donnern vorbei, Staub und Müllreste regnen auf verwüstete
Grabsteine. Im Zentrum der Ruhestätte steht das Mausoleum von
Abraham Salomo de Camondo. Ein jüdischer Bankier, der im 19.
Jahrhundert als Geldgeber und Berater des osmanischen Hofes den
Ausbau des Schienenverkehrs und die Einrichtung eines Fährverkehrs
auf dem Bosporus finanzierte. Auch Stadtplaner Korhan Gümüþ von
Istanbul 2010 gehörte zu den Planern eines Restaurierungsplans für
das Mausoleum:
"Als wir die Restaurierungspläne der Öffentlichkeit präsentierten,
schrieb eine konservative Tageszeitung: 2010 präsentiert einen der
Blutsauger des Volkes als Philanthropen. Einfach nur, weil Camondo
Bankier war. Das ist eine grauenvolle Doppelmoral, offensichtlich
haben wir ein großes Problem im Umgang mit unserer Geschichte."
Der jüdische Friedhof ist nur ein Beispiel für viele verpatzte
Chancen. Der Abriss des historischen Romaviertels Sulukule an der
historischen Stadtmauer geschah Anfang des Jahres trotz einer
breiten Protestbewegung verschiedener Istanbuler Initiativen, zu der
auch die Kunsthistorikerin Derya Nükhet Özer gehört:
"Die Erhaltung und Sanierung von Sulukule war Teil der in Brüssel
eingereichten Bewerbung für 2010. Der komplette Abriss des 1000
Jahre alten Viertels ist deswegen so unglaublich, weil er der
eigentlichen Mission einer europäischen Kulturhauptstadt völlig
entgegenläuft."
Mit
der Bewerbung für Istanbul 2010 wurde auch ein Aufschub bei der
UNESCO-Kommission für Weltkulturerbe erwirkt. Ende Juli wird sie
darüber entscheiden, ob Istanbul von der Liste des Weltkulturerbes
gestrichen wird. Für Istanbul wäre das 2010 eine mehr als bittere
Bilanz.
Quelle:
http://www.dradio.de
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Kultur |
Ein
ehrgeiziges Projekt:
In
Istanbul soll die erste deutsch-türkische Universität entstehen, die
gleichzeitig die größte deutsche Universität im Ausland werden soll.
Bereits im Herbst 2011 soll die Universität in Betrieb gehen. Noch
sind allerdings etliche Fragen ungeklärt.
-
Jürgen Gottschlich informiert.
Deutsch-türkische Eliten zusammen bringen: Das ist
das primäre Ziel der deutsch-türkischen Universität in Istanbul, die
im Herbst 2011 schon in Betrieb gehen soll.
Es ist die pure Idylle. Am Ende einer großen
Baumschule, eingerahmt von zwei bewaldeten Hügeln erstreckt sich ein
grünes Tal, rund 12 Hektar groß. Es ist auf den ersten Blick schwer
zu glauben, aber hier, wo man eher ein Feriencamp vermuten würde,
soll in wenigen Jahren die deutsch-türkische Universität von
Istanbul entstehen. "September oder Oktober können Sie sich schon
mal im Kalender vormerken", sagte die Staatsministerin im
Auswärtigen Amt, Cornelia Pieper, während eines Besuchs in Istanbul
Ende Juli. Dann soll Bundespräsident Christian Wulff, wahrscheinlich
gemeinsam mit seinem türkischen Kollegen Abdullah Gül, den
Grundstein legen.
Erst im März dieses Jahres, unmittelbar vor dem Besuch von
Bundeskanzlerin Angela Merkel in Ankara, hatte das türkische
Parlament das Gesetz zur Errichtung der gemeinsamen Universität
verabschiedet und dabei auch den Ort festgelegt. Bis dahin gehörte
das grüne Tal im Bosporusvorort Beykoz dem
Landwirtschaftsministerium, zukünftig soll nun hier die Wissenschaft
blühen.
Insgesamt fünf Fakultäten mit bis zu 5000 Studenten sollen hier
lernen und forschen. Das Projekt ist ehrgeizig, es wird, wenn alles
klappt, "die größte deutsche Universität im Ausland", wie Pieper
betonte. Im Unterscheid zu anderen deutschen Auslandsuniversitäten
wie Beispielsweise in Kairo, wo hauptsächlich in Englisch
unterrichtet wird, soll "die Unterrichtssprache in Istanbul auch
wirklich überwiegend Deutsch sein", betonte Frau Pieper.
Alle Fächer außer Medizin
"Wir hoffen, dass sich die Absolventen der deutschen Schulen in der
Türkei, aber auch Schüler aus Deutschland wie die wachsende Zahl
türkischer Migrantenkinder, die mittlerweile Abitur macht, für die
Uni in Istanbul interessieren wird", beschreibt der deutsche
Botschafter in Ankara, Eckard Cuntz, die Zielgruppe.
Die größte deutsche Universität im Ausland: In fünf Fakultäten für
bis zu 5000 Studenten wird "praktisch alles außer Medizin"
unterrichtet werden, weiß Botschafter Eckard Cuntz zu berichten.
Die Universität soll ein weites Spektrum an
Naturwissenschaften, Wirtschafts- und Geisteswissenschaften
anbieten. "Praktisch alles außer Medizin", meint Cuntz. Schwerpunkt
werden aber wohl die Naturwissenschaften, die TU Berlin wird der
wichtigste Projektpartner von deutscher Seite. Dort soll türkischen
Studenten auch die Möglichkeit geboten werden, problemlos einige
Semester in Deutschland zu absolvieren, damit auch echte Netzwerke
entstehen können.
Jürgen Gottschlich ist Mitbegründer und
Türkei-Korrespondent der Tageszeitung.
Lesen sie weiter unter:
http://de.qantara.de/webcom/show_article.php/_c-469/_nr-1240/i.html
Emanzipation durch Kunst
Das neue Kunsthaus "Arter" in Istanbul
Von Sabine Küper-Büsch
In Istanbul gibt es ein neues Kunsthaus mit dem Namen
Arter - das bedeutet auf Türkisch Arterie. Die neue Institution soll
eine Pulsader für zeitgenössische Kunst in Istanbul werden. Auf drei
Etagen werden 160 Arbeiten von Künstlern aus aller Welt gezeigt.
Als Bodenbelag
wäre der Teppich eine Scheußlichkeit. Synthetikfasern in strahlend
stechendem Acrylblau. Als gemäldegroßes Rechteck an der Wand
erinnert er an das Meer. Minimalistische Zeichnungen über dem
Rechteck ermuntern mit den Händen kreisförmig über das Teppichstück
zu streichen. Strandszenenkomposition nennt der türkische Künstler
Cevdet Erek diese Arbeit:
Den kompletten
Artikel finden Sie unter:
http://www.dradio.de/dlf/sendungen/kulturheute/1256185/
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Lesetipp |
Stieg Larsson
Verblendung - Roman
»Das
Buch ist ein Hammer...
eine unglaublich dichte Story mit sozial-kritischen,
gesellschaftspolitischen und psychologisch tiefgründigen Beobachtungen.«
(Facts )
Kurzbeschreibung
Das Buchereignis des Jahres!
Was geschah mit Harriet Vanger? Während eines Familientreffens spurlos
verschwunden, bleibt ihr Schicksal jahrzehntelang ungeklärt. Bis der
Journalist Mikael Blomkvist und die Ermittlerin Lisbeth Salander
recherchieren. Was sie zutage fördern, lässt alle Beteiligten wünschen, sie
hätten sich nie mit diesem Fall beschäftigt.
An seinem 82. Geburtstag erhält der einflussreiche Industrielle Henrik
Vanger per Post anonym ein Geschenk. Das Paket enthält eine gepresste Blüte
hinter Glas, genau wie in den 43 Jahren zuvor. Vangers Lieblingsnichte
Harriet hatte ihm 1958 zum ersten Mal dieses Geschenk gemacht, doch dann
verschwand sie spurlos. Ihr Leichnam wurde nie gefunden.
In einer letzten Anstrengung beschließt Vanger herauszufinden, was dem
geliebten Mädchen tatsächlich zustieß. Er engagiert den Journalisten Mikael
Blomkvist, der, getarnt als Biograf, bald auf erste Spuren stößt.
Unterstützt wird er von der jungen Ermittlerin Lisbeth Salander, einem
virtuosen Computergenie mit messerscharfem Verstand. Je tiefer Blomkvist und
Salander in der Vangerschen Familiengeschichte graben, desto grauenvoller
sind ihre Enthüllungen.
Taschenbuch:
704 Seiten
Verlag: Heyne Verlag (1.
Mai 2007)
ISBN-10: 3453432452
ISBN-13: 978-3453432451
Preis: EUR 09,95
Quelle:
http://www.amazon.de/
Dieses Buch und die beiden Fortsetzungen sind in der Türkisch-Deutschen
Buchhandlung TAK in Beyoðlu erhältlich.
Svastics: Jüdisches Istanbul
Die jüdische Gemeinde Istanbuls, die ihre Geschichte bis in die
byzantinische Zeit zurückverfolgen kann, war einst eine der größten in der
Diaspora.
Im Laufe der Jahrhunderte fanden Juden aus Spanien und Portugal, aus Polen,
Russland, Deutschland, Italien und Ungarn Zuflucht in der türkischen
Metropole. Die in Ankara geborene und in Wien lebende Journalistin Oksan
Svastics stellt in einem speziellen Städteführer das jüdische Istanbul vor,
in das die Einflüsse vieler Kulturen verwoben sind. Blütezeiten der
jüdischen Kultur und ihr Niedergang werden nicht zuletzt anhand
interessanter Persönlichkeiten dargestellt. Das Buch ist weit mehr als ein
Stadtführer zu einem exotischen Thema. Der nunmehr siebente Band in einer
Reihe zum Thema Cityguides zum jüdischen Europa – nach Wien, Amsterdam,
London, München, Budapest und Prag – ist auch ein hervorragender
historischer, politischer, wirtschaftlicher und kultureller Überblick über
die jüdische Geschichte in der größten Stadt der Türkei.
Svastics, Oksan:
Jüdisches Istanbul.
Übersetzt von Monika Demirel.
Mandelbaum Verlag,
214 Seiten
19,90 Euro
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Aus den Medien |
Bloß nicht bremsen
Istanbuls Fahrschulen sind beim Führerschein
praktisch großzügig
Autofahren in
Istanbul. 'Ist wie als Akrobat in einem Zirkus zu arbeiten' (so der
Ratgeber 'MyMerhaba'). 'Vermeiden Sie es!' (City Guide Istanbul). 'Vergessen
Sie deutsche Verkehrsregeln' (Türkeiteam.de). Vergessen Sie
überhaupt alle Regeln. Oder? 'Genau, Bruder, manchmal denk" ich, ich
bin der einzige, der sich daran hält', sagt neulich unser Taxifahrer.
Kennt er sie denn? Er richtet sich auf: 'Bruder, natürlich!' Und zur
Bekräftigung: 'Wenn ich eine rote Ampel sehe, halte ich.' Das ist
schon mal nicht schlecht. In dieser Stadt kann man ansonsten sicher
sein, sich den Zorn der anderen Fahrer einzufangen mit: a) Bremsen
am Zebrastreifen, b) Bremsen überhaupt, c) Halten an bestimmten
roten Ampeln, die im kollektiven Bewusstsein der Istanbuler
Autofahrer bloß Straßenschmuck, auf keinen Fall aber Teil
irgendeines Regelwerks sind. Woran man die Schmuckampeln von den
ernst zu nehmenden unterscheidet, ist zumindest für Zugezogene nicht
klar zu erkennen.
Klar aber ist seit dieser Woche, warum die Istanbuler so fahren:
weil die Fahrschulen sie oft schon nach zwei oder drei Fahrstunden
auf die Straßen schicken statt nach den vorgeschriebenen 20. Die
Zeitung Zaman druckte Geständnisse türkischer Fahrlehrer. 'Es ist
die Konkurrenz', klagt Musa Ayan vom Verein der Fahrschulen: So
koste der Schein nur 200 Lira statt 700, was umgerechnet 360 Euro
sind. Staatliche Kontrolle? Fehlanzeige. Und die Prüfung? 'Es gibt
buchstäblich niemanden, der durchfällt. Wer seinen Namen schreiben
kann und keine sichtbaren geistigen Störungen hat, kriegt den Schein',
sagt ein Istanbuler Führerscheinbesitzer, der anonym bleiben möchte:
'Hier kaufen sich die Leute sowieso erst das Auto und dann den
Führerschein.'
4300 Verkehrstote gab es 2009 in der Türkei - 4467 im fast gleich
großen Deutschland. Entwarnung also? Nein: In Deutschland sind 50
Millionen Fahrzeuge unterwegs - in der Türkei nicht einmal ein
Drittel.
von Kai
Strittmatter
Osmanen-Revival in
der Türkei
Nachfahren der Sultane klagen auf 18 Milliarden Dollar Entschädigung
für Enteignungen
Die Herrscherdynastie des Osmanischen Reiches versank
nach der Gründung der modernen Türkei im Abgrund der Geschichte. Die
Nachfahren der Sultane verstreuten sich in alle Welt: Die Türkei
entzog ihnen die Staatsbürgerschaft und ihren Besitz. Das Volk
sollte vergessen, dass es einmal osmanisch war, und dazu gehörte,
die Angehörigen des Hauses Osman selbst zu vergessen.
Seit die islamisch geprägte AKP regiert, besinnt man sich jedoch mit
wachsender Begeisterung auf alles Osmanische: Damals war man ein
Weltreich, Europa zitterte vor den Türken. Nun sind die Osmanen
wieder populär, und die Nachfahren der Sultane wollen abkassieren:
18 Milliarden Dollar fordern sie vom türkischen Staat. Es geht um
4200 Immobilien, die einst Mitgliedern des Hauses Osman gehörten -
wie der Dolmabahce-Palast in Istanbul, der immer noch für
Staatsempfänge genutzt wird, und der Topkapi-Palast am Goldenen
Horn.
Laut einem Bericht der Zeitung "Hürriyet" haben 48 Erben der
Dynastie ein gerichtliches Schadenersatzverfahren begonnen, die
erste Anhörung fand vergangene Woche statt. Der nächste
Gerichtstermin ist für den 30. September angesetzt. Alle 48 Kläger
wollen persönlich anwesend sein und bei der Gelegenheit ein riesiges
Familienfest feiern: Über 70 Nachfahren des letzten Sultans,
Abdülhamid II., werden sich in Istanbul ein Stelldichein geben.
Präzedenzfälle für eine Entschädigung oder teilweise Rückgabe gibt
es genug: Auch Simeon von Bulgarien und Michael von Rumänien
erhielten nach dem Zusammenbruch des Kommunismus Teile des
enteigneten Besitzes ihrer Vorfahren zurück.
Wenn die Osmanen ihren Prozess gewinnen, wollen die Erben auf fast
alle Ansprüche verzichten. Staat und Militär sollen behalten, was
sie nutzen. Für den Rest fordert die Familie Schadenersatz, für die
Erben und zur Verwendung für eine Stiftung zur Wahrung des
kulturellen Erbes der Dynastie.
von Boris Kálnoky
Quelle:
http://www.welt.de/
Stromnetze
der Türkei privatisiert
Die türkische
Regierung hat sich für die Privatisierung von regionalen Stromnetzen
entschieden. Neben den Stromnetzen im westtürkischen Izmir, in den
Regionen um Edirne und Diyarbakir wurde auch das Stromnetz im
europäischen Teil von Istanbul an private Netzbetreiber verkauft.
Das spülte etwa 4,4 Milliarden Euro in die Staatskasse der
türkischen Regierung.
Stromklau verhindern und Netzausbau vorantreiben
Ausschlaggebend für die Netzprivatisierung waren nicht nur die
finanziellen Aspekte sondern auch der Ausbau und die Modernisierung
der alten Stromnetze. Auch in der Türkei steigt der Strombedarf
stetig an und überlastet die alten Leitungen. Zugleich soll auch dem
Stromklau entgegengewirkt werden. Im südöstlichen Teil der Türkei
scheint es beinahe an der Tagesordnung zu sein, dass die
Stromleitungen unerlaubter Weise angezapft werden.
Laut türkischen Presseberichten sind bereits 75 Prozent der
Stromnetze in privatisiert worden und bis zum Ende des Jahres 2010
sollen weitere vier regionale Stromnetze folgen.
Quelle:
http://www.stromtarife.com/
Ein Muslim
für Christen
Die
Kirche St. Paul in der Türkei soll wieder Kirche sein
Wenn in
der Türkei eine alte Kirche restauriert wird, freuen sich vor allem
die Anwohner: Bewerbt euch um den Job als Museumswärter, denn einen
Geistlichen wird es dort nicht mehr geben, heißt es dann zu Recht.
Denn Kirchen, die auf Kosten des türkischen Staates restauriert
werden und danach wieder als christliche Gotteshäuser dienen, gibt
es in der Türkei nicht. Die wieder hergerichteten Gebäude dürfen nur
noch Museum sein, und das Feiern von Gottesdiensten wird nur in
Ausnahmefällen gewährt. Doch das könnte sich nun ändern.
Ausgerechnet Ali Bardakoglu, der Leiter der Religionsbehörde
Diyanet, über die der türkische Staat die mehr als 76 000 Moscheen
und Imame im Land dirigiert, setzt sich für die ganzjährige
religiöse Nutzung einer Kirche ein: St. Paul im südtürkischen Tarsus
müsse wieder eine richtige Kirche werden, sagte Bardakoglu der
türkischen Zeitung „Milliyet”.
Die Kirche St. Paul wurde im Jahr 1943 vom türkischen Staat
beschlagnahmt und danach als Militärlager genutzt. Sie verfiel zur
Ruine, bis sie im Jahr 2000 als Museum wieder hergerichtet wurde.
Seitdem kostet der Besuch Eintritt. Noch hängt am Eingang des Baus
ein Spruchband, das verkündet, wie wichtig Museen für die Gegenwart
und Zukunft der Türkei sind. Ob es dort bleiben wird, entscheidet
nun Ankara. (kkr)
Quelle:
http://www.faz.net/s/
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