Infobrief - online                           Sommer 2010

Alle Angaben im Infobrief sind ohne Gewähr. Namentlich gekennzeichnete Beiträge geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion wieder.
Wir behalten uns vor, eingereichte Beiträge aus Platzgründen zu kürzen.

Editorial

Liebe BRÜCKE-Mitglieder,

nachdem wir im letzten Monat über längere Zeit Schwierigkeiten mit dem Internetprovider hatten – unsere Webseite konnte nicht abgerufen werden und auch Mails kamen mit dem Vermerk “unzustellbar” wieder zurück -, ist jetzt wieder alles beim Alten. So auch in unserem Brücke-Büro – die Ferien sind vorbei, wir haben unsere Büroarbeit wieder in vollen Zügen aufgenommen.
Unser erster Brief nach der Sommerpause erreicht Sie dennoch wieder, wie in den Sommermonaten, übers Internet. Viele unserer Leser sind noch in den Ferien, viele nehmen die Gelegenheit wahr, zum bevorstehenden Zuckerfest noch einmal auszuspannen. Noch sind nicht alle Boardmitglieder wieder in ihrem Istanbuler Alltag angekommen und deshalb haben wir beschlossen, Sie zunächst weiterhin per Mail über die wichtigsten Ereignisse und Termine zu informieren.
Sollte sich Ihre Mailadresse geändert haben, geben Sie doch bitte im Büro Bescheid, damit wir möglichst alle auf diesem Wege erreichen können. Bitte geben Sie diese Information auch an Bekannte und Freunde weiter.
Selbstverständlich schicken wir den Brief an alle Mitglieder, die keinen Zugriff zum e-Brief haben, per Post.

Wir würden uns freuen, wenn auch Sie sich mit einem Beitrag am aktiven Vereinsleben beteiligen könnten. Sie könnten uns von einem interessanten Erlebnis berichten  oder vielleicht haben Sie auch einen schönen Schnappschuss mit ihrer Kamera gemacht, den Sie gerne mit den Lesern teilen möchten... Natürlich sind wir auch froh über jeglichen Bericht vom Alltag in der Türkei, von Schwierigkeiten mit den Behörden oder auch von positiven Eindrücken im Land.
Mit dem Beginn der herbstlichen Zeit suchen wir auch wieder Helfer. Da wären zunächst einmal diverse Arbeiten bei der Zusammenstellung der Informationen für den Infobrief, aber auch bei der Organisation von Festlichkeiten sind wir auf die Hilfe von Freiwilligen angewiesen.
Noch bevor der Herbst sich mit kühleren Temperaturen zeigt, sind die Organisatoren des Weihnachtsbasars schon mitten in den Vorbereitungen. Auch wir möchten gerne wieder unseren Beitrag zum Weihnachtsbasar in der Deutschen Schule und auch beim IWI leisten. Hier sind Ideen und helfende Hände gefragt – wenn Sie also Zeit und Lust haben, rufen Sie uns doch bitte an. Die Zusammengehörigkeit der Deutschen ist verstärkt während der Vorbereitungen zum Weihnachtsbasar und an dem Tag selbst zu spüren. Der Einsatz lohnt sich! Mit dem Erlös werden jedes Jahr Hilfsbedürftige unterstützt und es macht wirklich Spaß, dabei gewesen zu sein.

Wir möchten Sie noch darauf hinweisen, dass wir in den nächsten Wochen auch weiterhin telefonisch nur unter der Handy Nummer 0539 498 54 07 zu erreichen sind.

Wir hoffen, dass auch Sie trotz der Hitze einen angenehmen Sommer erleben konnten und freuen uns, wenn wir Sie zu unserer Eröffnungsveranstaltung wieder sehen können.

Hier nochmal unsere Internetadressen:

Offizielle Webseite der BRÜCKE e.V.
http://
www.bruecke-istanbul.org

Online-Stellenbörse:
http://info-istanbul.info

E-Mail:
info@bruecke-istanbul.org

 

Claudia Yýlmaz
& das BRÜCKE-Team

 

 

 

 

In eigener Sache

Herzlichen Glückwunsch


Vergangenheit ist Geschichte,
Zukunft ist Geheimnis,
aber jeder Augenblick ist ein Geschenk.

Die Geschichte erinnert uns daran, dass während der Sommerpause einige unserer Boardmitglieder Geburtstag hatten.
Wir möchten diesen Augenblick nutzen, um ihnen nachträglich ganz herzlich zu gratulieren.

Alles Gute euch Allen - Annemarie Medovic, Biggi Özcan, Brigitte Midil, Claudia Yýlmaz, Corina Bilhan, Derya San, Erwin Köhle, Manfred Lange, Mona Engin, Yasemin Demir und vielen Anderen - in eurem neuen Lebensjahr!


Groβes Glück kann so klein sein…

Ganz herzlich möchten wir Beate und Wolf-Bernd Kretzschmann zur Geburt ihres Enkels gratulieren!

"Erst bei den Enkeln ist man dann so weit,
daß man die Kinder ungefähr verstehen kann"

Autor unbekannt

In diesem Sinne wünschen wir den Großeltern viel Glück und Freude mit dem neuen Erdenbürger und gratulieren natürlich auch den Eltern ganz besonders zur Geburt ihres Sohnes!


Gute Besserung

Unsere besten Genesungswünsche an unser langjähriges Mitglied Marina Baumeister-Karaca, auf dass sie bald wieder so fit und gesund sein möge wir immer.

Gabriele Sailer


Danke

Noch vor dem Sommer konnte Elke Tekin, die seit ihrem Schlaganfall im Lape Pflegeheim untergebracht ist, keine deutschen TV Programme mehr erhalten. Da das Fernsehen für Elke der Kontakt zur Auβenwelt ist, haben viele liebe Menschen aller Nationalitäten und die “BRÜCKE” für Elke's neue Sateliten TV-Einrichtung gespendet.
Elke war überglücklich über Ihren Einsatz für sie. Ein ganz groβes DANKE von Elke.

Christine Klar


Beileid

Unserem langjährigen Mitglied Biggi und ihrer Familie möchten wir unser herzliches Beileid zum Tod ihres Vaters / Opas aussprechen.

Ein Mensch, der uns verlässt,
ist wie eine Sonne, die versinkt.
Aber etwas von ihrem Licht
bleibt immer in unserem Herzen zurück.

Es bleiben die vielen schönen Erinnerungen, die das Licht im Herzen leuchten lassen...

 

In diesem Sinne gilt auch unser Beileid Doris Zirh und ihrer Familie zum Tod ihrer Mutter.

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“Allah kavuþtursun” oder besser gesagt ”Hayýrli tezkereler” wünschen wir ebenfalls Doris, deren Sohn seine Militärdienstzeit in Hatay verbringt. Wir wünschen dir und deiner Familie, dass die Zeit wie im Fluge umgeht und der kleine Sohn als großer Mann schnell wieder in den Kreis der Familie und in seine Berufswelt zurückkehrt. 

Claudia Yilmaz

 

 

Rückblicke

Einladung zu einer Gesprächsrunde

Um vor Ort Anregungen und Erkenntnisse zu sammeln, die für die Arbeit im Bundestag von Bedeutung sein könnten, kamen Vertreter der Landesgruppe Niedersachsen der CDU/CSU-Bundestagsfraktion, nach Istanbul.
Am 03.06. war ich zu einer Gesprächsrunde mit ihnen ins Goethe Institut eingeladen. Hier ergab sich die Möglichkeit, die Mißstände der gesetzlichen Regelung für Ausländer, insbesondere der Deutschen in der Türkei im Vergleich zu der Situation der Türken in Deutschland, darzulegen. Und immer wieder wird Verwunderung deutlich, ja, auch Unverständnis über die hier geltende aufenthalts- und arbeitsrechtliche Situation. Dass wir trotz all der Mißstände der gesetzlichen Regelungen dennoch mit Freude und in die Gesellschaft integriert hier leben, hat zusätzliche Verwunderungen hervorgerufen.
Zu wünschen wäre, dass die Vertreter des Bundestages durch diese Gespräche, eine Grundlage finden würden, die auf eine Verbesserung unserer Lage hinwirken könnte. Leider ist die Sensibilität für Ausländer in der Türkei von türkischer Seite noch immer nicht geschaffen worden und es bleibt zu hoffen, dass von Seiten der Bundesrepublik auf höherer Ebene Verhandlungen eingeleitet werden, die unsere gesetzliche Lage unter dem Prinzip der Gegenseitigkeit mit Deutschland verbessern könnten.

Claudia Yilmaz

 

Dankesschreiben der Landesgruppe Niedersachsen

 

LG Niedersachsen CDU/CSU-Bundestagsfraktion Platz der Republik 1 – 11011 Berlin
Berlin, 23. Juni 2010

„Die Brücke e.V.“
Sehr geehrte Frau Yilmaz,

ich wende mich hiermit noch einmal bezüglich unserer Landesgruppenreise, die uns vom 31. Mai bis zum 4. Juni 2010 nach Istanbul geführt hat, an Sie. Auch im Namen meiner Kolleginnen und Kollegen der Landesgruppe Niedersachsen der CDU/CSU-Bundestagsfraktion möchte ich Ihnen meinen ganz herzlichen Dank für das Gespräch während unseres Besuchs in Istanbul aussprechen.
Meine Kolleginnen und Kollegen, insbesondere meine Stellvertreterin Rita Pawelski, hat die Begegnung mit Ihnen sehr beeindruckt. Wir haben bei dieser Gelegenheit, wie aber auch beim gesamten Besuch in Ihrer wunderschönen Stadt, viele interessante Informationen und neue Eindrücke gewonnen. Und auch, wenn Türken und Deutsche ohnehin traditionell sehr gute und enge Freunde sind, so hat unsere Reise unser Bild von der Türkei noch weiter positiv beeinflusst.
Wir würden uns freuen, wenn wir Ihre Gastfreundschaft erwidern und unseren Meinungsaustausch einmal fortzusetzen könnten – vielleicht gibt ja eine Ihrer künftigen Reisen nach Deutschland hierzu die passende Gelegenheit.

 

mit freundlichen Grüßen

Michael Grosse-Brömer MdB
- Vorsitzender -
Landesgruppe Niedersachsen

 

 

 

News und Aktuelles

Leseranfrage bzgl. Staatsangehörigkeitsverlust


Liebe Brücke,

Bis zu meinem Eintritt in das Rentenalter am 20.02.2010 war ich fast 25 Jahre bei einem deutschen Arbeitgeber in Izmir beschäftigt als deutsche Ortskraft mit gültigem deutschen Reisepass und gültiger Aufenthaltsgenehmigung für die Türkei. In den ersten Jahren meines Hierseins beantragte ich letztere persönlich beim Ausländeramt, in den vergan
genen ca. knapp 10 Jahren wurde diese Genehmigung zusammen mit der Arbeitsgenehmigung durch meinen Arbeitgeber in Ankara eingeholt beim T.C. Dýsisleri Bakanlýgý und von diesem auch anstandslos erteilt. Nach Beendigung meines Arbeitsverhältnisses war mein erster Gang zur hiesigen Ausländerbehörde, um in den Besitz einer weiteren Aufenthalts
erlaubnis zu kommen. Das neuerdings hierzu benötigte NKÖ (Nüfüs Kayýt Örnegý) wurde mir vor Ort ausgehändigt mit dem Hinweis, dass ich doch seit dem Tage meiner Eheschliessung türkische Staatsangehörige sei und meine Antrag
stellung somit hinfällig. Mein nächster Gang war zu meinem ehemaligen Arbeitgeber. Dort - ich hatte nach meiner langjährigen Tätigkeit nichts anderes erwartet - bat man mich um Einholung einer Selbstauskunft beim Icisleri Bakanlýgý Nüfüs ve Vatandaslýk Isleri Genel Müdürlügü. Am 30.06.2010 erhielt ich per Post die Auskunft, dass ich seit dem Tage meiner Eheschliessung türkische Staatsangehörige sei. Die ursprünglichen Akten seien jedoch seit einem Hochwasser um das Jahr 1980 nicht mehr einsehbar. Bis zu einem Gegenbeweis halte man sich an die Eintragungen im Nüfüs. Ich habe niemals die türkische Staatsangehörigkeit beantragt, es wurde auch keine in meinem Namen beantragt. Eine gute Freundin noch aus den ersten Tagen in der Türkei steht übrigens vor einem ähnlich gelagerten Problem, lediglich sind bei ihr die ursprünglichen Atken dem auch in der Türkei üblichen Fall von Vernichtung nach 10 Jahren zum Opfer gefallen. Meine, unsere, Frage: gibt es ähnliche Fälle in Ýstanbul. Was können Sie uns empfehlen? Ich danke für Ihre Information und grüsse Sie herzlich aus dem ebenfalls sehr heissen Izmir.

Name ist der Red. bekannt

 

...und hier die Antwort unserer Rechtsanwältin:

 

Hallo Ihr Lieben,

sowohl nach der alten Fassung (mit Inlandsklausel) als auch nach neuer Fassung des dt. StAG tritt der Verlust der deutschen Staatsbürgerschaft nach Erwerb einer ausländischen Staatsangehörigkeit AUF ANTRAG ein.
Das mittlerweile ausser Kraft befindliche türkische Staatsangehörigkeitsgesetz (Fassung von 1964) besagt in Artikel 5 i.V.m. Art.42, dass einer Ausländerin bei der Eheschliessung mit einem Türken entweder durch entsprechende Erklärung gegenüber dem die Trauung vollziehenden Beamten oder bei Trauung im Ausland gegenüber dem zuständigen türkischen Konsulat/Botschaft die türkische Staatsbürgerschaft verliehen wird.
Automatisch, also ohne entsprechende Erklärung erwirbt sie die Staatsangehörigkeit dann, wenn Sie staatenlos ist oder bei Eheschliessung mit einem Türken ihre eigene Staatsangehörigkeit verliert.
Somit ist also im vorliegenden Fall die Voraussetzung für die Erteilung der türkischen Staatsbürgerschaft, eine entsprechende Erklärung (ggü dem Standesbeamten) - also ein Antrag gewesen. Mangels Beibehahltungserklärung oder Wohnsitz in Deutschland liegen somit die Voraussetzungen für den Verlust der deutschen Staatsbürgerschaft vor.
Wie die zuständigen Deutschen Behörden (ggf. in einem Verfahren nach § 30 StAG aktuelle Fassung) die Sachlage beurteilen, lässt sich schwer vorhersehen. Insbesondere da die entsprechenden Unterlagen schon seit 30 Jahren zerstört sind.
Es besteht jedoch die Gefahr, dass die zuständigen Behörden zu der Auffassung gelangen, dass die türkische Staatsbürgerschaft 1978 nur auf Antrag bei der Eheschliessung zu erteilen war, also ein solcher Antrag gestellt sein worden muss und dass dementsprechend sie ihrer deutschen Staatsbürgerschaft bereits zu diesem Zeitpunkt verlustig ging. Mangels Unterlagen ist ein Gegenbeweis (Fehlen eines Antrags) nicht möglich, zumal man auch nicht sicher sagen kann, ob der Standesbeamte nicht tatsächlich einen entsprechenden Vermerk gemacht hat.

 

Deutsche StAG:

§ 25 (Text alte Fassung)
(1) Ein Deutscher verliert seine Staatsangehörigkeit mit dem Erwerb einer ausländischen Staatsangehörigkeit, wenn dieser Erwerb auf seinen Antrag oder auf den Antrag des gesetzlichen Vertreters erfolgt, der Vertretene jedoch nur, wenn die Voraussetzungen vorliegen, unter denen nach § 19 die Entlassung beantragt werden könnte.

(Text neue Fassung)
(1) Ein Deutscher verliert seine Staatsangehörigkeit mit dem Erwerb einer ausländischen Staatsangehörigkeit, wenn dieser Erwerb auf seinen Antrag oder auf den Antrag des gesetzlichen Vertreters erfolgt, der Vertretene jedoch nur, wenn die Voraussetzungen vorliegen, unter denen nach § 19 die Entlassung beantragt werden könnte. Der Verlust nach Satz 1 tritt nicht ein, wenn ein Deutscher die Staatsangehörigkeit eines anderen Mitgliedstaates der Europäischen Union, der Schweiz oder eines Staates erwirbt, mit dem die Bundesrepublik Deutschland einen völkerrechtlichen Vertrag nach § 12 Abs. 3 abgeschlossen hat.


Anfrage


Sehr geehrte Damen und Herren!

Ich bin auf der Suche nach der in Istanbul oder der Türkei lebenden österr. Staatsbürgerin, KINAL Edith, geb. 26.06.1948.
Falls jemand die Dame kennt bzw. Informationen über Frau KINAL’s derzeitigen Aufenthaltsort bzw. Kontaktdaten hat, wäre ich für eine Mitteilung sehr dankbar.

Mit freundlichen Grüßen

 

Elfriede Geissler
Österreichisches Generalkonsulat Istanbul

Köybasi cad. No. 46
TK - 34464 Yeniköy - Istanbul

Tel. (+90/212) 363 84 10 Fax: (+90/212) 262 26 22)

E-Mail: elfriede.geissler@bmeia.gv.at


Veränderungen im Österreichischen Generalkonsulat


Im Juni verliess der Konsul Gerhard Götz das Generalkonsulat um die Leitung des Österreichbüros in Taipei zu übernehmen. Wir wünschen ihm und seiner Gattin Frosie alles Gute für die Zukunft.

Ebenso verabschieden wir Vizekonsul Johann Buder, der bereits seine neue Tätigkeit an der Österreichischen Botschaft in Sofia aufgenommen hat. Auch ihm wünschen wir viel Glück und ein schnelles Einleben in der neuen Umgebung.

Neu in Istanbul begrüssen wir Vizekonsul Thomas Wastian. Ab Juli 2010 wird Vizekonsul Wastian Stellvertreter des Leiters des Österreichischen Generalkonsulats in Istanbul.


Wussten Sie schon…


dass seit 8 Monaten ein neues Gesetz in der Türkei besteht welches besagt, dass das "türkische Finanzamt nun direkten Zugriff auf sämtliche Konten einschl. Anlagekonten hat" die sich in der Türkei befinden. Dieses Gesetz gilt für Ausländer ebenso wie für Türken.

 

...dass auch für Ausländer die Yabancý Kimlik Numuarasý gleichzeitig die Steuernummer geworden ist? Daher müssen Sie Ihre Yabancý Kimlik Numarasý beim Steueramt mit einem Schreiben bekanntgeben.

Sie können Ihre Steuernummer erfragen unter:

http://tckimlik.nvi.gov.tr/web/ForeignQueryIdentityNumber.aspx

 

...dass der neue EU-Führerschein nur 15 Jahre gültig ist?

Die ab 2013 gültigen EU-einheitlichen Führerscheine werden immer nur 15 Jahre gültig sein. Danach müssen die Bürger einen neuen Führerschein beantragen, aber keine neue Fahrprüfung absolvieren.
Für Führerscheine, die bis 2013 ausgegeben werden, gilt eine Umtauschfrist bis zum Jahr 2033. Das EU-Parlament hatte die neuen Führerscheine bereits Ende 2006 beschlossen. Das Bundesverkehrsministerium hat nun die Umsetzung der entsprechenden EU-Richtlinie auf den Weg gebracht, berichtet die «Saarbrücker Zeitung».


Fernseh-Tipps


Am 28. August um 20:15 Uhr zeigt der Digitalkanal EinsExtra den NDR-Dokumentarfilm "Aghet" von Eric Friedler. Für diesen herausragenden Film wurde der Verlauf des Völkermordes aus zahlreichen historischen Quellen rekonstruiert. 23 bekannte Schauspieler verleihen lange ver-storbenen Zeitzeugen Stimmen von beklem-mender Authentizität.

Mehr unter:
http://www.ndr.de/kultur/film/ndr_produktionen/aghet/index.html

 

Ebenfalls auf EinsExtra wird am 29. August um 21:00 Uhr die Dokumentation "Mordakte Hrant Dink - Armenier in der Türkei" (WDR/ARTE2009) von Osman Okkan und Simone Sitte gezeigt. Der mit dem Intermedia-Globe in Gold ausgezeichnete Film beleuchtet die Vorgeschichte der Ermor-dung des armenischen Journalisten Hrant Dink im Januar 2007, das schwierige Verhält-nis zwischen Armeniern und Türken, und die andauernde Prozessphase, die Licht auf die mörderischen Machenschaften des "tiefen Staates" in der Türkei wirft.


Internet-Tipp


Seit dieser Woche gibt es eine neue Internet-Zeitung mit Nachrichten sowohl in deutscher als auch in türkischer Sprache. Ein Blick darauf lohnt sich.

http://www.gazetem.de/index.html

 

 

 

Kulturhauptstadt 2010

Verpatzte Gelegenheit
Eine Zwischenbilanz der Kulturhauptstadt Istanbul

Von Sabine Küper-Büsch

Auch Istanbul ist in diesem Jahr Europäische Kulturhauptstadt. Das Programm am Bosporus ist nicht nur unübersichtlich, sondern stößt auch auf massive Kritik - sogar einige Mitveranstalter sprechen vor allem von einer verpassten Chance für die türkische Metropole.

Als Kulisse ist Istanbul ein Ort mit unbegrenzten Möglichkeiten. Die Werbeclibs von Istanbul 2010 umweht etwas von Märchen aus Tausendundeiner Nacht und teuren Jeansreklame-Spots. Minarette und Shoppingmalls, Frauen mit Kopftuch und in engen Jeans wirbeln durch die blaue Moschee. Alles schrillbunt und irgendwie gestellt. Was das alles
 mit Istanbul als Kulturhauptstadt Europas zu tun hat, fragen sich mittlerweile viele. Selbst die Organisatoren der eigens eingerichteten Agentur sind frustriert. Stadtplaner Korhan Gümüþ hat in deren Planungskommission das Konzept für Istanbul 2010 miterarbeitet. Danach sollten Kultur und Kunst in der Stadt volksnah, multikulturell und stadtteilbezogen sein:

"Wir wollten Politik, Wirtschaft und Zivilgesellschaft zusammenbringen. Aber so etwas ist in der Türkei alles andere als einfach. Die Lokalþpolitik wird immer wieder von der Ankaraner Regierungspolitik dominiert."

Im Zentrum der Kritik steht vor allem die selektive Gewichtung von Kulturgeschichte bei der Bewilligung von Projekten. Das die Restaurierung der Außenfassade der Hagia Sophia nach 17 Jahren passend für 2010 fertiggestellt wurde, gehört zu den lobenswerten Maßnahmen.
Doch warum der jüdische Friedhof von Hasköy trotz großer Proteste vieler Istanbuler immer noch einer Müllhalde gleicht, erbost etwa Nora Þeni, Direktorin des französischen Instituts für Anatolienforschung.

"Der Friedhof sollte im Kulturhauptstadtjahr restauriert werden. Die Agentur 2010 hat von Anfang an viel über dieses Projekt gesprochen, um zu bezeugen, wie multikulturell Istanbul ist."

Der Friedhof liegt im Schatten des städtischen Fuhrparks. LKW der Müllabfuhr donnern vorbei, Staub und Müllreste regnen auf verwüstete Grabsteine. Im Zentrum der Ruhestätte steht das Mausoleum von Abraham Salomo de Camondo. Ein jüdischer Bankier, der im 19. Jahrhundert als Geldgeber und Berater des osmanischen Hofes den Ausbau des Schienenverkehrs und die Einrichtung eines Fährverkehrs auf dem Bosporus finanzierte. Auch Stadtplaner Korhan Gümüþ von Istanbul 2010 gehörte zu den Planern eines Restaurierungsplans für das Mausoleum:

"Als wir die Restaurierungspläne der Öffentlichkeit präsentierten, schrieb eine konservative Tageszeitung: 2010 präsentiert einen der Blutsauger des Volkes als Philanthropen. Einfach nur, weil Camondo Bankier war. Das ist eine grauenvolle Doppelmoral, offensichtlich haben wir ein großes Problem im Umgang mit unserer Geschichte."

Der jüdische Friedhof ist nur ein Beispiel für viele verpatzte Chancen. Der Abriss des historischen Romaviertels Sulukule an der historischen Stadtmauer geschah Anfang des Jahres trotz einer breiten Protestbewegung verschiedener Istanbuler Initiativen, zu der auch die Kunsthistorikerin Derya Nükhet Özer gehört:

"Die Erhaltung und Sanierung von Sulukule war Teil der in Brüssel eingereichten Bewerbung für 2010. Der komplette Abriss des 1000 Jahre alten Viertels ist deswegen so unglaublich, weil er der eigentlichen Mission einer europäischen Kulturhauptstadt völlig entgegenläuft."

Mit der Bewerbung für Istanbul 2010 wurde auch ein Aufschub bei der UNESCO-Kommission für Weltkulturerbe erwirkt. Ende Juli wird sie darüber entscheiden, ob Istanbul von der Liste des Weltkulturerbes gestrichen wird. Für Istanbul wäre das 2010 eine mehr als bittere Bilanz.

Quelle: http://www.dradio.de

 

 

 

Kultur

Ein ehrgeiziges Projekt:

In Istanbul soll die erste deutsch-türkische Universität entstehen, die gleichzeitig die größte deutsche Universität im Ausland werden soll. Bereits im Herbst 2011 soll die Universität in Betrieb gehen. Noch sind allerdings etliche Fragen ungeklärt. - Jürgen Gottschlich informiert.

Deutsch-türkische Eliten zusammen bringen: Das ist das primäre Ziel der deutsch-türkischen Universität in Istanbul, die im Herbst 2011 schon in Betrieb gehen soll. Es ist die pure Idylle. Am Ende einer großen Baumschule, eingerahmt von zwei bewaldeten Hügeln erstreckt sich ein grünes Tal, rund 12 Hektar groß. Es ist auf den ersten Blick schwer zu glauben, aber hier, wo man eher ein Feriencamp vermuten würde, soll in wenigen Jahren die deutsch-türkische Universität von Istanbul entstehen. "September oder Oktober können Sie sich schon mal im Kalender vormerken", sagte die Staatsministerin im Auswärtigen Amt, Cornelia Pieper, während eines Besuchs in Istanbul Ende Juli. Dann soll Bundespräsident Christian Wulff, wahrscheinlich gemeinsam mit seinem türkischen Kollegen Abdullah Gül, den Grundstein legen.
Erst im März dieses Jahres, unmittelbar vor dem Besuch von Bundeskanzlerin Angela Merkel in Ankara, hatte das türkische Parlament das Gesetz zur Errichtung der gemeinsamen Universität verabschiedet und dabei auch den Ort festgelegt. Bis dahin gehörte das grüne Tal im Bosporusvorort Beykoz dem Landwirtschaftsministerium, zukünftig soll nun hier die Wissenschaft blühen.
Insgesamt fünf Fakultäten mit bis zu 5000 Studenten sollen hier lernen und forschen. Das Projekt ist ehrgeizig, es wird, wenn alles klappt, "die größte deutsche Universität im Ausland", wie Pieper betonte. Im Unterscheid zu anderen deutschen Auslandsuniversitäten wie Beispielsweise in Kairo, wo hauptsächlich in Englisch unterrichtet wird, soll "die Unterrichtssprache in Istanbul auch wirklich überwiegend Deutsch sein", betonte Frau Pieper.  

Alle Fächer außer Medizin
"Wir hoffen, dass sich die Absolventen der deutschen Schulen in der Türkei, aber auch Schüler aus Deutschland wie die wachsende Zahl türkischer Migrantenkinder, die mittlerweile Abitur macht, für die Uni in Istanbul interessieren wird", beschreibt der deutsche Botschafter in Ankara, Eckard Cuntz, die Zielgruppe.

Die größte deutsche Universität im Ausland: In fünf Fakultäten für bis zu 5000 Studenten wird "praktisch alles außer Medizin" unterrichtet werden, weiß Botschafter Eckard Cuntz zu berichten.
Die Universität soll ein weites Spektrum an Naturwissenschaften, Wirtschafts- und Geisteswissenschaften anbieten. "Praktisch alles außer Medizin", meint Cuntz. Schwerpunkt werden aber wohl die Naturwissenschaften, die TU Berlin wird der wichtigste Projektpartner von deutscher Seite. Dort soll türkischen Studenten auch die Möglichkeit geboten werden, problemlos einige Semester in Deutschland zu absolvieren, damit auch echte Netzwerke entstehen können.

Jürgen Gottschlich ist Mitbegründer und Türkei-Korrespondent der Tageszeitung.

Lesen sie weiter unter:
http://de.qantara.de/webcom/show_article.php/_c-469/_nr-1240/i.html


Emanzipation durch Kunst
Das neue Kunsthaus "Arter" in Istanbul

Von Sabine Küper-Büsch

In Istanbul gibt es ein neues Kunsthaus mit dem Namen Arter - das bedeutet auf Türkisch Arterie. Die neue Institution soll eine Pulsader für zeitgenössische Kunst in Istanbul werden. Auf drei Etagen werden 160 Arbeiten von Künstlern aus aller Welt gezeigt.

Als Bodenbelag wäre der Teppich eine Scheußlichkeit. Synthetikfasern in strahlend stechendem Acrylblau. Als gemäldegroßes Rechteck an der Wand erinnert er an das Meer. Minimalistische Zeichnungen über dem Rechteck ermuntern mit den Händen kreisförmig über das Teppichstück zu streichen. Strandszenenkomposition nennt der türkische Künstler Cevdet Erek diese Arbeit:

Den kompletten Artikel finden Sie unter:
http://www.dradio.de/dlf/sendungen/kulturheute/1256185/

 

 

 

Lesetipp

Stieg Larsson

Verblendung - Roman

 

»Das Buch ist ein Hammer...
eine unglaublich dichte Story mit sozial-kritischen,
gesellschaftspolitischen und psychologisch tiefgründigen Beobachtungen.« (Facts )

 

Kurzbeschreibung
Das Buchereignis des Jahres!

Was geschah mit Harriet Vanger? Während eines Familientreffens spurlos verschwunden, bleibt ihr Schicksal jahrzehntelang ungeklärt. Bis der Journalist Mikael Blomkvist und die Ermittlerin Lisbeth Salander recherchieren. Was sie zutage fördern, lässt alle Beteiligten wünschen, sie hätten sich nie mit diesem Fall beschäftigt.
An seinem 82. Geburtstag erhält der einflussreiche Industrielle Henrik Vanger per Post anonym ein Geschenk. Das Paket enthält eine gepresste Blüte hinter Glas, genau wie in den 43 Jahren zuvor. Vangers Lieblingsnichte Harriet hatte ihm 1958 zum ersten Mal dieses Geschenk gemacht, doch dann verschwand sie spurlos. Ihr Leichnam wurde nie gefunden.
In einer letzten Anstrengung beschließt Vanger herauszufinden, was dem geliebten Mädchen tatsächlich zustieß. Er engagiert den Journalisten Mikael Blomkvist, der, getarnt als Biograf, bald auf erste Spuren stößt. Unterstützt wird er von der jungen Ermittlerin Lisbeth Salander, einem virtuosen Computergenie mit messerscharfem Verstand. Je tiefer Blomkvist und Salander in der Vangerschen Familiengeschichte graben, desto grauenvoller sind ihre Enthüllungen.

Taschenbuch: 704 Seiten
Verlag:
Heyne Verlag (1. Mai 2007)
ISBN-10:
3453432452
ISBN-13:
978-3453432451
Preis:
EUR 09,95

Quelle: http://www.amazon.de/


Dieses Buch und die beiden Fortsetzungen sind in der Türkisch-Deutschen Buchhandlung TAK in Beyoðlu erhältlich.


Svastics: Jüdisches Istanbul


Die jüdische Gemeinde Istanbuls, die ihre Geschichte bis in die byzantinische Zeit zurückverfolgen kann, war einst eine der größten in der Diaspora.
Im Laufe der Jahrhunderte fanden Juden aus Spanien und Portugal, aus Polen, Russland, Deutschland, Italien und Ungarn Zuflucht in der türkischen Metropole. Die in Ankara geborene und in Wien lebende Journalistin Oksan Svastics stellt in einem speziellen Städteführer das jüdische Istanbul vor, in das die Einflüsse vieler Kulturen verwoben sind. Blütezeiten der jüdischen Kultur und ihr Niedergang werden nicht zuletzt anhand interessanter Persönlichkeiten dargestellt. Das Buch ist weit mehr als ein Stadtführer zu einem exotischen Thema. Der nunmehr siebente Band in einer Reihe zum Thema Cityguides zum jüdischen Europa – nach Wien, Amsterdam, London, München, Budapest und Prag – ist auch ein hervorragender historischer, politischer, wirtschaftlicher und kultureller Überblick über die jüdische Geschichte in der größten Stadt der Türkei.

Svastics, Oksan: Jüdisches Istanbul.
Übersetzt von Monika Demirel.
Mandelbaum Verlag,
214 Seiten
19,90 Euro

 

 

 

Aus den Medien

Bloß nicht bremsen
Istanbuls Fahrschulen sind beim Führerschein praktisch großzügig

Autofahren in Istanbul. 'Ist wie als Akrobat in einem Zirkus zu arbeiten' (so der Ratgeber 'MyMerhaba'). 'Vermeiden Sie es!' (City Guide Istanbul). 'Vergessen Sie deutsche Verkehrsregeln' (Türkeiteam.de). Vergessen Sie überhaupt alle Regeln. Oder? 'Genau, Bruder, manchmal denk" ich, ich bin der einzige, der sich daran hält', sagt neulich unser Taxifahrer. Kennt er sie denn? Er richtet sich auf: 'Bruder, natürlich!' Und zur Bekräftigung: 'Wenn ich eine rote Ampel sehe, halte ich.' Das ist schon mal nicht schlecht. In dieser Stadt kann man ansonsten sicher sein, sich den Zorn der anderen Fahrer einzufangen mit: a) Bremsen am Zebrastreifen, b) Bremsen überhaupt, c) Halten an bestimmten roten Ampeln, die im kollektiven Bewusstsein der Istanbuler Autofahrer bloß Straßenschmuck, auf keinen Fall aber Teil irgendeines Regelwerks sind. Woran man die Schmuckampeln von den ernst zu nehmenden unterscheidet, ist zumindest für Zugezogene nicht klar zu erkennen.
Klar aber ist seit dieser Woche, warum die Istanbuler so fahren: weil die Fahrschulen sie oft schon nach zwei oder drei Fahrstunden auf die Straßen schicken statt nach den vorgeschriebenen 20. Die Zeitung Zaman druckte Geständnisse türkischer Fahrlehrer. 'Es ist die Konkurrenz', klagt Musa Ayan vom Verein der Fahrschulen: So koste der Schein nur 200 Lira statt 700, was umgerechnet 360 Euro sind. Staatliche Kontrolle? Fehlanzeige. Und die Prüfung? 'Es gibt buchstäblich niemanden, der durchfällt. Wer seinen Namen schreiben kann und keine sichtbaren geistigen Störungen hat, kriegt den Schein', sagt ein Istanbuler Führerscheinbesitzer, der anonym bleiben möchte: 'Hier kaufen sich die Leute sowieso erst das Auto und dann den Führerschein.'
4300 Verkehrstote gab es 2009 in der Türkei - 4467 im fast gleich großen Deutschland. Entwarnung also? Nein: In Deutschland sind 50 Millionen Fahrzeuge unterwegs - in der Türkei nicht einmal ein Drittel.

von Kai Strittmatter


Osmanen-Revival in der Türkei
Nachfahren der Sultane klagen auf 18 Milliarden Dollar Entschädigung für Enteignungen

Die Herrscherdynastie des Osmanischen Reiches versank nach der Gründung der modernen Türkei im Abgrund der Geschichte. Die Nachfahren der Sultane verstreuten sich in alle Welt: Die Türkei entzog ihnen die Staatsbürgerschaft und ihren Besitz. Das Volk sollte vergessen, dass es einmal osmanisch war, und dazu gehörte, die Angehörigen des Hauses Osman selbst zu vergessen.
Seit die islamisch geprägte AKP regiert, besinnt man sich jedoch mit wachsender Begeisterung auf alles Osmanische: Damals war man ein Weltreich, Europa zitterte vor den Türken. Nun sind die Osmanen wieder populär, und die Nachfahren der Sultane wollen abkassieren: 18 Milliarden Dollar fordern sie vom türkischen Staat. Es geht um 4200 Immobilien, die einst Mitgliedern des Hauses Osman gehörten - wie der Dolmabahce-Palast in Istanbul, der immer noch für Staatsempfänge genutzt wird, und der Topkapi-Palast am Goldenen Horn.
Laut einem Bericht der Zeitung "Hürriyet" haben 48 Erben der Dynastie ein gerichtliches Schadenersatzverfahren begonnen, die erste Anhörung fand vergangene Woche statt. Der nächste Gerichtstermin ist für den 30. September angesetzt. Alle 48 Kläger wollen persönlich anwesend sein und bei der Gelegenheit ein riesiges Familienfest feiern: Über 70 Nachfahren des letzten Sultans, Abdülhamid II., werden sich in Istanbul ein Stelldichein geben. Präzedenzfälle für eine Entschädigung oder teilweise Rückgabe gibt es genug: Auch Simeon von Bulgarien und Michael von Rumänien erhielten nach dem Zusammenbruch des Kommunismus Teile des enteigneten Besitzes ihrer Vorfahren zurück.
Wenn die Osmanen ihren Prozess gewinnen, wollen die Erben auf fast alle Ansprüche verzichten. Staat und Militär sollen behalten, was sie nutzen. Für den Rest fordert die Familie Schadenersatz, für die Erben und zur Verwendung für eine Stiftung zur Wahrung des kulturellen Erbes der Dynastie.

von Boris Kálnoky

Quelle: http://www.welt.de/


Stromnetze der Türkei privatisiert

Die türkische Regierung hat sich für die Privatisierung von regionalen Stromnetzen entschieden. Neben den Stromnetzen im westtürkischen Izmir, in den Regionen um Edirne und Diyarbakir wurde auch das Stromnetz im europäischen Teil von Istanbul an private Netzbetreiber verkauft. Das spülte etwa 4,4 Milliarden Euro in die Staatskasse der türkischen Regierung.

Stromklau verhindern und Netzausbau vorantreiben
Ausschlaggebend für die Netzprivatisierung waren nicht nur die finanziellen Aspekte sondern auch der Ausbau und die Modernisierung der alten Stromnetze. Auch in der Türkei steigt der Strombedarf stetig an und überlastet die alten Leitungen. Zugleich soll auch dem Stromklau entgegengewirkt werden. Im südöstlichen Teil der Türkei scheint es beinahe an der Tagesordnung zu sein, dass die Stromleitungen unerlaubter Weise angezapft werden.
Laut türkischen Presseberichten sind bereits 75 Prozent der Stromnetze in privatisiert worden und bis zum Ende des Jahres 2010 sollen weitere vier regionale Stromnetze folgen.

Quelle: http://www.stromtarife.com/


Ein Muslim für Christen

Die Kirche St. Paul in der Türkei soll wieder Kirche sein

Wenn in der Türkei eine alte Kirche restauriert wird, freuen sich vor allem die Anwohner: Bewerbt euch um den Job als Museumswärter, denn einen Geistlichen wird es dort nicht mehr geben, heißt es dann zu Recht. Denn Kirchen, die auf Kosten des türkischen Staates restauriert werden und danach wieder als christliche Gotteshäuser dienen, gibt es in der Türkei nicht. Die wieder hergerichteten Gebäude dürfen nur noch Museum sein, und das Feiern von Gottesdiensten wird nur in Ausnahmefällen gewährt. Doch das könnte sich nun ändern. Ausgerechnet Ali Bardakoglu, der Leiter der Religionsbehörde Diyanet, über die der türkische Staat die mehr als 76 000 Moscheen und Imame im Land dirigiert, setzt sich für die ganzjährige religiöse Nutzung einer Kirche ein: St. Paul im südtürkischen Tarsus müsse wieder eine richtige Kirche werden, sagte Bardakoglu der türkischen Zeitung „Milliyet”.
Die Kirche St. Paul wurde im Jahr 1943 vom türkischen Staat beschlagnahmt und danach als Militärlager genutzt. Sie verfiel zur Ruine, bis sie im Jahr 2000 als Museum wieder hergerichtet wurde. Seitdem kostet der Besuch Eintritt. Noch hängt am Eingang des Baus ein Spruchband, das verkündet, wie wichtig Museen für die Gegenwart und Zukunft der Türkei sind. Ob es dort bleiben wird, entscheidet nun Ankara. (kkr)

Quelle: http://www.faz.net/s/

 

 

 

 

 

 

 

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